AG Geschlechterforschung in Würzburg

Call for Papers

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Der Spatial Turn in den Kultur- und Sozialwissenschaften hat bereits vor längerer Zeit auch die prähistorische Archäologie erfasst, die allerdings schon immer auch eine deutliche geographische Komponente hatte. Durch die Einführung neuer digitaler Techniken wie CAD und vor allem GIS konnten zudem geographische Fragen wesentlich leichter und mit komplexeren Verknüpfungen als zuvor behandelt werden. Sie wurden deshalb gerade im Zusammenhang mit sozialen und symbolischen Aspekten zu einem intensiv behandelten Thema der Ur- und Frühgeschichte. Innerhalb der archäologischen Geschlechterforschung wurde die Beziehung von Raum und Geschlecht von Anfang an gelegentlich untersucht. Bereits im Sammelband „Engendering Archaeology. Women and Prehistory“ aus dem Jahr 1991 gehen einige Beiträge auf dieses Thema ein. Allerdings wurden die neuen technischen Möglichkeiten bislang nur selten entsprechend genutzt.
Die Sitzung der AG Geschlechterforschung widmet sich deshalb dieser Beziehung und fragt: Ist der Spatial Turn in der archäologischen Geschlechterforschung angekommen? Welche Rolle spielen Räume innerhalb von Geschlechtersystemen und welche Forschungsmöglichkeiten ergeben sich aus geographischen Ansätzen und Techniken?

Zu u.a. folgenden Aspekten bitten wir um Vortragsvorschläge:

• Landschaft: Wie werden Landschaften geschlechtlich codiert? Gibt es Hinweise auf unterschiedliche symbolische Prägungen, Deutungen oder Benennungen? Wie sichtbar sind die Geschlechter in der Kulturlandschaft?
• Rechte: Wie funktionieren die Verfügung und der Besitz über Land durch die Geschlechter? Wie wird Raum sich angeeignet oder genutzt? Können wir Aufenthaltsbereiche, Nutzungsrechte oder Eigentum nachweisen?
• Bestattungsplätze: Was sagen die Belegungsabfolgen auf Friedhöfen zu der Geschlechterordnung einer Gesellschaft aus? Wie werden Männer- und Frauenfriedhöfe (etwa aus der römischen Kaiserzeit in Norddeutschland) heute interpretiert, wie Zentral- und Nebenbestattungen aus einer Genderperspektive?
• Handel/Migration: Welche Räume und Beziehungen werden hierbei durch die handelnden Menschen hervorgebracht? Gibt es je nach Geschlecht unterschiedliche räumliche Beziehungen?
• Bildliche Darstellungen: Welche Räume/Plätze nehmen hier die verschiedenen Geschlechter ein?
• Wohnen/Arbeiten/Alltagsleben: Welche Räume nehmen Frauen und Männer hier ein, welche Nutzungs- und Verfügungsrechte haben sie, wie werden sie jeweils symbolisch in Gebäuden u.a. dargestellt?
• 3-D-Rekonstruktionen/Modelle/Pläne: Wie wird die Kategorie Geschlecht hier repräsentiert?

Gerne werden auch Vorträge zu weiteren Aspekten von Raum und Geschlecht angenommen.

Wir bitten bis zum 15. Dezember 2018 um eine Zusammenfassung, die 200 Wörter nicht überschreiten sollte. Die Zusammenfassungen werden vom Organisationsteam der Tagung veröffentlicht.

Die Sprecherinnen der AG Geschlechterforschung
Jana Esther Fries
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Ulrike Rambuscheck
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Space and Gender: Spatial Turn in Archaeological Gender Studies

9. session of the workgroup Gender Studies on April 4th, 2019 during the common meeting of WSVA and MOVA from April 1st to April 5th, 2019 in Würzburg, Germany

The concept of spatial turn already some time ago entered prehistoric archaeology, which anyway ever since had had a spatial component. Moreover, through the invention of new digital instruments, such as CAD and especially GIS, geographical questions could be answered in a much better way and combined with complex interrelations. Thus, they became an intensely discussed issue within the context of social and symbolic aspects in pre- and early history. Archaeological gender studies have been investigating interrelations between space and gender occasionally from the outset. As early as in 1991, some chapters of the edited volume “Engendering Archaeology, Women and Prehistory” focused on these issues. However, the new technical options have been used only scarcely so far.
The session will therefore address this interrelation, and we will ask: Has spatial turn reached archaeological gender studies? Which role do spaces play within gender systems, and which research opportunities do we get by using geographical approaches and instruments?

We would like to ask you for presentation proposals on the following aspects:
• Landscape: How are landscapes encoded by gender? Are there any indications of dif-ferent symbolic imprints, interpretations or terms? Is gender visible in cultural land-scape?
• Rights: How does gender determine the way in which land is owned or controlled? In which ways is space acquired or used? Is it possible to verify areas, rights of use, or ownerships?
• Burial places: What do burial sequences indicate concerning gender hierarchies? In which way are burial grounds for men and women (e. g. during Roman Iron Age in northern Germany) interpreted today, and likewise central and satellite burials seen from the gender perspective?
• Trade/migration: Which spaces and interrelations are created by acting persons? Are there different spatial relations for each gender?
• Images/illustrations: Which places/rooms are inhabited by the different genders?
• Housing/work/everyday life: Which rooms are occupied by women and men, which rights of use or disposal do they possess, and how are these symbolically depicted in buildings etc.?
• 3-D reconstructions/models/plans: in which way is the concept of gender represented by them?

We would gladly accept presentations on further aspects of space and gender.

We would like to ask you for a summary containing up to max. 200 words until December 15th, 2018. They will be published by the organising team.

The speakers of the workgroup Gender Studies
Jana Esther Fries
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Ulrike Rambuscheck
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