14.02.2021

Die Allgegenwart von sexueller Belästigung und sexuellen Übergriffen ist ein Thema, das spätestens seit 2017 im öffentlichen Bewusstsein angekommen ist. Auch die Archäologie hat leider damit zu kämpfen – sei es im universitären, im öffentlichen oder im unternehmerischen Bereich.

Gerade in den letzten Jahren sind dagegen aber verschiedene Initiativen entstanden und es wurde bereits über mehrere Umfragen versucht, das Problem statistisch zu erfassen. Große Aufmerksamkeit in der europäischen Archäologie erfuhr dabei eine Umfrage zu sexueller Belästigung in der Archäologie mit Teilnehmer*innen vor allem aus Spanien, deren Ergebnisse 2018 zusammen mit einer Posteraktion auf der Konferenz in Barcelona präsentiert und von María Coto Sarmiento, Lara Delgado Anés, Lourdes López Martínez, Jesús Martín Alonso, Ana Pastor Pérez, Apen Ruíz Martínez und María Yubero Gómez veröffentlicht wurden (https://www.researchgate.net/publication/339181406_Informe_Acoso_sexual_en_Arqueologia_Espana). In Deutschland führte eine Mitfrau 2019 eine Umfrage zum Thema „Sexuelle Belästigung in der Feldarchäologie“ durch, deren Ergebnisse noch publiziert werden. 

Einzelne Berichte von Betroffenen aus dem französischsprachigen Raum wurden 2019 auch in der Ausstellung „Archéo-Sexisme“ des Projekts „Paye ta Truelle“ und der Association Archéo-Éthique öffentlich gemacht (https://www.researchgate.net/publication/337655928_Le_sexisme_en_archeologie_ca_n%27existe_pas).

Nicht zuletzt gaben in der Session „Not another 25 years! Combatting harassment and assault in archaeology“ auf der EAA-Online-Tagung 2020 mehrere Beiträge aus verschiedenen europäischen Ländern und den USA Einblick in weitere Untersuchungsergebnisse sowie Initiativen zur Unterstützung Betroffener und gegen Übergriffe, Belästigung und Diskriminierung in Studium und Arbeitsplatz.

Das Board der Community „Archaeology and Gender in Europe“ der EAA und „Paye ta Truelle“ führen nun bis zum 28.02.2021 eine Onlineumfrage durch. Diese geht nicht nur auf sexuelle Belästigung und Übergriffe, sondern auch auf Rassismus, Diskriminierung aufgrund von sexueller Orientierung, Geschlecht, Behinderung, Alter und Religionszugehörigkeit sowie weitere Formen von Belästigung, Übergriffen, Einschüchterung und Mobbing in der europäischen Archäologie ein.

Der Link zur Teilnahme ist: http://bit.ly/3qSwi0H (auf Englisch) oder bit.ly/2YhATxm (auf Französisch).

Solche Umfragen können dabei nicht nur den Umfang dieser Probleme in Zahlen fassen und sie sichtbar machen, sondern auch eine Grundlage für die Entwicklung von Strategien bilden, mit denen dagegen vorgegangen werden kann.

 

Clara Schaller