Geschichte intersektional. Relevanz. Potenziale. Grenzen

10.07.2019-12.07.2019, Freiburg, Freiburg Institute for Advanced Studies (FRIAS), Universität Freiburg
Einsendeschluss: 26.02.2019

Intersektionalität ist ein interdisziplinäres Forschungskonzept zur Analyse gesellschaftlicher Ungleichheitsbeziehungen und Herrschaftsverhältnisse in ihren Verschränkungen. Soziale Ungleichheiten entlang der Differenzachsen race, class, gender oder auch dis/ability, body, Religion, Nationalität, Herkunft, Raum u.v.m. werden mit diesem Ansatz in ihren historisch und kontextuell spezifischen gesellschaftlichen Interdependenzen untersucht.
Der Begriff Intersektionalität, 1989 von der amerikanischen Juristin und Mitbegründerin der Critical Race Theory Kimberlé Crenshaw geprägt, avancierte in den 1990er Jahren zum neuen buzzword der Geschlechterforschung und wird bereits seit etwa zehn Jahren auch in der "zumeist etwas 'langsameren'" (Stieglitz) Geschichtswissenschaft diskutiert.

Auf der Tagung Geschichte intersektional möchten wir historische Forschungsarbeiten mit intersektionaler Perspektive diskutieren und danach fragen,
1. auf welche Weise bereits vor der Prägung des Begriffs intersektional geforscht wurde (Tradition/Innovation),
2. warum das Konzept der Intersektionalität im deutschen und internationalen Kontext heute so wichtig ist und wie es jeweils rezipiert wurde (Aktualität/Rezeption),
3. welche Potenziale das Konzept für historisch-empirische Forschungsarbeiten hat (Potenziale/Defizite),
4. wie die Konzepte in der praktischen Anwendung moduliert und weiterentwickelt werden (An-/Eignung),
5. inwiefern intersektionale Forschungsergebnisse tradierte Geschichtsbilder revidieren (Auswirkungen),
6. an welche neuen Grenzen intersektionale historische Studien stoßen und wie sie kritisch diskutiert werden (Kritik/Perspektiven),
7. ob intersektionale Studien neue Formen der Zusammenarbeit erfordern (Forschungspragmatik, interdisziplinär, international).

Die Tagung wird als deutsch-französisches Kooperationsprojekt vom Arbeitskreis Historische Frauen- und Geschlechterforschung (Süd) am Freiburg Institute for Advanced Studies (FRIAS) ausgerichtet und vom Frankreich-Zentrum der Universität Freiburg, dem Zentrum für Anthropologie und Gender Studies (ZAG) der Universität Freiburg, der AG Gender der Internationalen Graduiertenförderung (IGA) Freiburg sowie der Forschungsgruppe Genre & Europe des Exzellenzclusters LabEx EHNE (Écrire une histoire nouvelle de l'Europe) Paris unterstützt. Arbeitssprachen sind Deutsch und Französisch.

Dieser Call richtet sich an Wissenschaftler_innen aller Qualifikationsstufen, die aus intersektionaler Perspektive historisch forschen. Kinderbetreuung während der Tagung können wir bei Bedarf anbieten. Reise- und Übernachtungskosten der Referierenden können übernommen werden. Besonders freuen wir uns über eine zahlreiche Beteiligung von Menschen mit Behinderung, People of Color und weiteren marginalisierten Gruppen.

Wir bitten um die Einsendung von Vorschlägen für Vorträge mit Titel und Abstract (max. 400 Wörter) und Kurz-CVs (max. eine Seite) bis zum 26.02.2019 an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Christa Klein
Zentrum für Anthropologie und Gender Studies der Universität Freiburg
Belfortstr. 20, 79098 Freiburg i.Br.
0761/2034216
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Quelle
http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/termine/id=38862