
Rezension zu Richard Cowry: Das Geheimnis der Knochen – eine Geschichte der Paläontologie
Rezension von Frauke Wiese, 14.4.2026
In der Graphic Novel Das Geheimnis der Knochen – eine Geschichte der Paläontologie von Richard Cowdry (2025, avant- verlag, Hrsg. Johann Ulrich) wird die Entstehung der Paläontologie, der Erforschung der fossilen Pflanzen- und Tierwelt erzählt. Längst vergangene Erdzeitalter leben mit Hilfe der entdeckten und ausgestorbenen Lebewesen wieder auf und faszinieren die Menschen bis heute.
Richard Cowdry gibt zunächst einen Überblick der Fossilienkunde: Fossilien wurden im Altertum als Relikte von Fabelwesen oder mystischen Wesen betrachtet (z.B. der Zyklop). Man bestaunte sie und sprach ihnen magische Kräfte zu. Fossile Haizähne und Muscheln sollten demnach u.a. vor Blitzschlag schützen.
Bis ins neunzehnte Jahrhundert hielt sich im christlich geprägten Umfeld der Glaube, dass Fossilien Überreste von Tieren seien, die die Sintflut nicht überlebt hatten. Doch nach und nach verdrängte die Wissenschaft den Aberglauben. Der ein oder andere Forscher konnte es sich leisten seine Studien voranzutreiben (Cuvier), andere lebten an der Armutsgrenze (Lamarck)oder wurden als Frau wissenschaftlich nicht einmal erwähnt (Mary Anning). Doch allen war eins gemein: die Leidenschaft für Fossilien.
Richard Cowdry gelingt es, in einfach gehaltenen Bildern und präzisen Beschreibungen das Wissen und die dadurch entstehenden Probleme jener Zeit zu vermitteln.
Dabei beschreibt er nicht nur die Forschungsgeschichte und die Entwicklung der Paläontologie, sondern rückt auch die Forscher*innen selbst mit ihren Charakteren und Lebensumständen in den Vordergrund. Oder anders gesagt: In seiner Graphic Novel verknüpft Richard Cowdry die Paläontologie mit den Lebensgeschichten der Menschen, die zur Entstehung dieser Wissenschaft beigetragen haben. So wie zum Beispiel das Schicksal von Mary Anning, einer mittellosen Frau, die das Familieneinkommen durch den Verkauf von Fossilien sicherte. Sie grub bedeutende Funde von Ichthyosauriern aus, die die Forschung weit voran brachten. Sie erhielt aber nur wenig Anerkennung.
Das Buch ist lebhaft und fesselnd geschrieben, spannend von der ersten Seite bis zum Schluss.
In dieser Graphic Novel finden sich leider kaum Hinweise auf die verwendeten Quellen. Richard Cowdry verweist am Ende der Graphic Novel auf zwei Berichte aus dem Jahr 1823, die den Fund von Mary Annigng’s Plesiosaurier Skeletts abhandeln. Weitere Quellen sind Vorträge von Conybeare und Buckland vom 20.02.1824, die in überarbeiteter Form mit in die Graphic Novel einflossen.
Des Weiteren gibt es Literaturangaben, die ich der Vollständigkeit halber ergänzt (kursiv dargestellt) habe.
Ian Lendler (2019): The First Dinosaur.
(Ian Lendler, C.M. Butzer, 2019: The First Dinosaur: How Sience Solved the Greatest Mystery on Earth, Margaret K. McElderry Books (Hrsg.), Leseempfehlung ab zehn Jahren)
Tom Sharpes (2020): The Fossil Woman – A Life Of Mary Anning
(Tom Sharpes, 2021: The Fossil Woman – A Life Of Mary Anning, The Devote Press)
Über den Autor:
Richard Cowdry arbeitet als Illustrator und Cartoonist. Für seine Arbeit erhielt er verschiedene Preise.

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