2026: Festschrift Brigitte Röder

2026: Festschrift Brigitte Röder

Bleibt alles anders? Sozialarchäologische Perspektiven. Festschrift für Brigitte Röder

  Bei­trag von Gise­la Schul­te-Dorn­berg, 10.3.2026 

Anläss­lich des 65. Geburts­ta­ges von Bri­git­te Röder ist im Ver­lag Sides­tone Press die Fest­schrift „Sozi­al­ar­chäo­lo­gi­sche Per­spek­ti­ven – Fest­schrift für Bri­git­te Röder“ erschie­nen. Sie wur­de her­aus­ge­ge­ben von Tho­mas Dopp­ler, Anna Flü­cki­ger, Aman­da Gabri­el, Phil­ipp Gleich, Caro­li­ne Heitz, Phil­ipp W. Stock­ham­mer & Samu­el van Wil­li­gen. In einem Fest­akt anläss­lich ihres Geburts­tags wur­de sie Bri­git­te Röder über­reicht.

Aus dem Vor­wort von Tho­mas Dopp­ler: „Bri­git­te Röder schafft es, mit ihren Arbei­ten kon­struk­ti­ve Debat­ten über Unge­wohn­tes oder Unre­flek­tier­tes anzu­stos­sen und auf ande­re Blick­win­kel hin­zu­wei­sen. Dadurch ist ihr Den­ken eine gros­se Inspi­ra­ti­ons­quel­le für all jene For­schen­den, die einen ande­ren Blick auf die Ver­gan­gen­heit wagen!“

Die Fest­schrift ent­hält neben einem Über­blick über den Wer­de­gang von Bri­git­te Röder ein Ver­zeich­nis ihrer Schrif­ten. Zahl­rei­che Autor*innen betei­lig­ten sich an dem Buch mit Bei­trä­gen zu den The­men­be­rei­chen: Bewähr­te Metho­den und inno­va­ti­ve Per­spek­ti­ven, sozia­les Han­deln, Kin­der- und Jugend­wel­ten, im Wan­del der Zei­ten sowie Koope­ra­ti­on und Ver­mitt­lung. Das Buch ist online kos­ten­los ver­füg­bar unter https://doi.org/10.59641/j2m8g9h0i1

Das Netz­werk Archäo­lo­gisch arbei­ten­der Frau­en gra­tu­liert Bri­git­te Röder herz­lich zum Geburts­tag! 

Dopp­ler, T., Flü­cki­ger, A., Gabri­el, A., Gleich, P., Heitz, C., Stock­ham­mer, P.W., & Van Wil­li­gen, S. (Eds.). (2026). Bleibt alles anders?. Sozi­al­ar­chäo­lo­gi­sche Per­spek­ti­ven. Fest­schrift für Bri­git­te Röder. Sides­tone Press. https://doi.org/10.59641/j2m8g9h0i1

 

 

 

 

 

Porträt Brigitte Röder

Kontakt

c/o Muse­um Herx­heim
Unte­re Haupt­stra­ße 153
76863 Herx­heim

vorstand@femarc.deors
redaktion@femarc.der

Bankverbindung

Fem­Arc e.V., Spar­kas­se Han­no­ver
IBAN: DE36 2505 0180 0910 2955 65
BIC: SPKHDE2HXXX

Spen­den in jeder Höhe sind wich­tig für unse­re Arbeit und will­kom­men. Ger­ne stel­len wir eine Spen­den­be­schei­ni­gung aus.

Rezension zu Tine Steen: Die kochenden Affen, avant-verlag, 2025

Rezension zu Tine Steen: Die kochenden Affen, avant-verlag, 2025

Coverbild "Die kochenden Affen" von Tine Steen

Rezension zu Tine Steen: Die kochenden Affen, avant-verlag, 2025

Rezen­si­on von Frau­ke Wie­se, 26.2.2026

Tine Steen, Jahr­gang 1965, Künst­le­rin (Male­rei und Bild­haue­rei), lässt in ihrem Sach-Comic “Die kochen­den Affen” (1) eine moder­ne jun­ge Frau, bepackt mit Ein­käu­fen aus dem Bio­la­den, in einen Bus ein­stei­gen und ihr Buch lesen.
Damit beginnt die wun­der­ba­re Rei­se zu unse­ren frü­hes­ten Vor­fah­ren und der Fra­ge, wel­chen Ein­fluss das Kochen auf die Ent­wick­lung der Mensch­heit bis heu­te hat.
Das Buch ist eine Mischung aus Koch- und Sach­buch, das sich zudem mit Fra­gen zur mensch­li­chen Evo­lu­ti­on, Ent­wick­lung der sozia­len Hier­ar­chien und zur Geschlech­ter­ge­rech­tig­keit aus­ein­an­der­setzt. Alle Inhal­te und wis­sen­schaft­li­chen Theo­rien wer­den anschau­lich und mit einer Pri­se Humor erläu­tert. Des­halb ist das Sach-Comic her­vor­ra­gend auch für Lai*innen geeig­net.
Im Anhang fin­det man detail­lier­te und umfang­rei­che Lite­ra­tur­an­ga­ben, die zu den ein­zel­nen Kapi­teln ange­ge­ben wer­den. Einen Ein­blick in ihre Arbeits­wei­se gibt Tine Steen in einem Inter­view auf den Sei­ten des Ver­la­ges (2).
Dass Kochen nicht nur mit der Beschaf­fung von Nah­rung und ihrer Auf- und Zube­rei­tung zu tun hat, ver­mit­telt die Autorin anschau­lich und infor­ma­tiv, indem sie die Leser*innen durch unter­schied­li­che Epo­chen, Kul­tur- und Kli­ma­krei­se führt, und dabei deren gro­ßen Ein­fluss auf die Sozi­al­struk­tu­ren sicht­bar wer­den lässt. Begin­nend bei unse­ren nahen Ver­wand­ten, den Affen, bis zu unse­ren Vor­fah­ren, den Aus­tra­lo­pi­the­ci­nen, über den Homo erec­tus bis hin zum Homo sapi­ens heu­te.
Wäh­rend Bono­bo­weib­chen nahe­zu in unver­än­der­ten Ver­hält­nis­sen der Bio­to­pe, in denen sie leb(t)en, durch Tei­len der Nah­rung ihr Bünd­nis unter­ein­an­der stär­ken, waren unse­re Vor­fah­ren gezwun­gen, sich an wech­seln­de Umwelt­be­din­gun­gen anzu­pas­sen (Step­pe, Eis, ari­de Gebie­te, Tro­pen). Die Erfor­der­nis, Nah­rung bekömm­lich zu machen, brach­te ganz unter­schied­li­che Stra­te­gien zur Nah­rungs­ge­win­nung her­vor. Tine Steen ver­an­schau­licht dies anhand von Bei­spie­len und nimmt die Leser*innen u.a. mit zu Mas­sen­ern­ten von Insek­ten bei den Abori­gi­nes in Aus­tra­li­en, zur Zube­rei­tung von Mur­mel­tie­ren in der Mon­go­lei, nach Euro­pa zu Muschel­hau­fen oder nach Afri­ka zu den San mit (Gras­hüp­fer).
Durch das Buch hin­durch zieht sich der kri­ti­sche Blick auf die Arbeits­tei­lung (von der Beschaf­fung zur Zube­rei­tung der Nah­rung) zwi­schen den Geschlech­tern und dem sich anschlie­ßen­den ‘Lohn’, dem Erhalt der Nah­rung (z.B. bei den Had­za in Afri­ka).
Dabei wird immer wie­der der Bogen zu heu­te, zu einer moder­nen Mit­tel­eu­ro­päe­rin mit drei Kin­dern (sie selbst), ihrem Mann und ihrem All­tag geschla­gen. Eines wird beson­ders deut­lich: Der Wert der Nah­rung hat sich im Lau­fe der Jahr­mil­lio­nen ver­än­dert. Wäh­rend heu­te Fisch­stäb­chen und Ket­chup als gän­gi­ge und schnell zu beschaf­fen­de Nah­rung aus dem Super­markt akzep­tiert wer­den, muss­ten unse­re Vor­fah­ren weit­aus krea­ti­ver bei ihrer Nah­rungs­be­schaf­fung sein. Aber wel­che Aus­wir­kun­gen hat dies auf die Geschlech­ter­ge­rech­tig­keit heu­te?
Tine Steen gelingt es, nicht nur bei die­ser Fra­ge das enor­me und wis­sen­schaft­lich fun­dier­te Wis­sen, das in die­sem Sach-Comic steckt, leicht, infor­ma­tiv und mit einer gelun­ge­nen Por­ti­on Humor zu ver­bin­den. Unter­stri­chen wird dies durch die Art ihrer Illus­trie­rung. Dadurch wird man von der ers­ten Sei­te an in den Bann der Geschich­te gezo­gen und mag das Buch gar nicht mehr aus den Hän­den legen.
Beson­ders gefal­len mir die außer­ge­wöhn­li­chen Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen, wie zum Bei­spiel das Kapi­tel „Insek­ten-Spe­zi­al. Wür­mer, Lar­ven, Mücken.“ Was für vie­le Mitteleuropäer*innen als Nah­rung heu­te unvor­stell­bar ist, mach­te zu frü­he­ren Zei­ten in gro­ßen Tei­len der Welt einen nicht unbe­acht­li­chen Bestand­teil der Nah­rung aus. Auch wenn mich dabei nicht alle Rezep­te zum Nach­ko­chen ein­la­den (z.B. Bogong-Mot­ten-Kuchen), liest man sie ger­ne und freut sich anschlie­ßend über die heu­ti­ge uns zur Ver­fü­gung ste­hen­de Aus­wahl an Nah­rungs­mit­teln.
Von der ers­ten bis zur letz­ten Zei­le ein Lese­ge­nuss.

(1) Tine Steen, 2025: Die kochen­den Affen, avant-ver­lag, Hrsg. Johann Ulrich.
Sach-Comic, 296 Sei­ten, 29,00 Euro

(2) Inter­view mit Tine Steen: https://www.avant-verlag.de/2025/11/17/die-kochenden-affen-interview-mit-tine-steen/  (letz­ter Zugriff 26.02.2026) 

Kontakt

c/o Muse­um Herx­heim
Unte­re Haupt­stra­ße 153
76863 Herx­heim

vorstand@femarc.deors
redaktion@femarc.der

Bankverbindung

Fem­Arc e.V., Spar­kas­se Han­no­ver
IBAN: DE36 2505 0180 0910 2955 65
BIC: SPKHDE2HXXX

Spen­den in jeder Höhe sind wich­tig für unse­re Arbeit und will­kom­men. Ger­ne stel­len wir eine Spen­den­be­schei­ni­gung aus.

Einladung zur FemArc Mitfrauenversammlung am 23.9.2026 in Bonn

Einladung zur Mitfrauenversammlung 2026 des Vereins FemArc – Netzwerk archäologisch arbeitender Frauen e.V.

am 23.09.2026 in Bonn 

26.02.2026, Vor­stand Fem­Arc

Lie­be Mit­frau­en,
die Vor­stands­frau­en laden herz­lich zur nächs­ten Mit­frau­en­ver­samm­lung in Bonn ein am

Mitt­woch, 23. Sep­tem­ber 2026 von 11.30 bis 14.00 Uhr
LVR-Lan­des­mu­se­um Bonn, Col­mant­str. 14–16, 53115 Bonn, Work­shop­raum 2

Tages­ord­nung
1. Begrü­ßung und Wahl der Ver­samm­lungs­lei­te­rin
2. Bericht des Vor­stan­des inkl. Finanz­be­richt 2025
3. Ent­las­tung des Vor­stan­des
4. Bericht der Blog-Redak­ti­on
5. Bericht zur Web­site
6. Bericht der Fem­Arc-Edi­ti­on
7. Neu­es aus den Arbeits­grup­pen
8. Wer­be­maß­nah­men
9. Akti­vi­tä­ten in Euro­pa
10. Sons­ti­ges
Mit freund­li­chen Grü­ßen

Son­ja Grimm, Susan­ne Moraw, Ulri­ke Ram­bu­scheck, Cla­ra Schal­ler und Kat­ja Win­ger

Orga­ni­sa­to­ri­sches zur Mit­frau­en­ver­samm­lung
Die Mit­frau­en­ver­samm­lung wird auch als hybri­de Ver­an­stal­tung ange­bo­ten.
Bei einer geplan­ten Online-Teil­nah­me bit­ten wir um Anmel­dung­bis zum 16.09.2026 an vorstand@femarc.de.
Gäst*innen sind herz­lich will­kom­men.
Uns ist bewusst, dass die Ver­an­stal­tung über die Mit­tags­pau­sen­zeit läuft. Wir klä­ren aktu­ell noch die Essens­fra­ge, wer­den Euch aber recht­zei­tig infor­mie­ren. Soll­tet Ihr dies­be­züg­lich Wün­sche haben, teilt uns die­se gern auch per Email an vorstand@femarc.de mit.
Die Mit­frau­en­ver­samm­lung fin­det wäh­rend der Tagung des Süd- und West­deut­schen sowie des Mit­tel- und Ost­deut­schen Ver­ban­des für Alter­tums­kun­de e.V. statt.
Die AG Geschlech­ter­for­schung fin­det am Don­ners­tag, 24.09.2026, statt.
Das Orga­ni­sa­ti­ons­team der Tagung hat ange­ra­ten, früh­zei­tig Unter­künf­te zu buchen, da Bonn in die­ser Zeit sehr voll mit Tagun­gen ist. Daher hän­gen wir hier im Fol­gen­den eine Lis­te mit Über­nach­tungs­mög­lich­kei­ten und durch den WSVA reser­vier­ten Zim­mer-Kon­tin­gen­ten an.

Ein­la­dung und Orga­ni­sa­to­ri­sches zum Her­un­ter­la­den

 

Kontakt

c/o Muse­um Herx­heim
Unte­re Haupt­stra­ße 153
76863 Herx­heim

vorstand@femarc.deors
redaktion@femarc.der

Bankverbindung

Fem­Arc e.V., Spar­kas­se Han­no­ver
IBAN: DE36 2505 0180 0910 2955 65
BIC: SPKHDE2HXXX

Spen­den in jeder Höhe sind wich­tig für unse­re Arbeit und will­kom­men. Ger­ne stel­len wir eine Spen­den­be­schei­ni­gung aus.

Rezension zu Marta Yustos, Diego Rodriguez Robredo: Femina sapiens – Die Entwicklung der Menschheit aus der Perspektive der Frau

Rezension zu Marta Yustos, Diego Rodriguez Robredo: Femina sapiens – Die Entwicklung der Menschheit aus der Perspektive der Frau

Titel des Buches Femina Sapiens

Rezension zu Marta Yustos, Diego Rodriguez Robredo: Femina sapiens – Die Entwicklung der Menschheit aus der Perspektive der Frau

 Rezen­si­on von Gise­la Schul­te-Dorn­berg

Das Buch Femi­na Sapi­ens rich­tet sich an Kin­der und will ihnen die Evo­lu­ti­on des Homo sapi­ens aus der Per­spek­ti­ve von Frau­en ver­mit­teln. Es han­delt sich um ein Sach­buch für Kin­der ab etwa 10 Jah­ren.
Zahl­rei­che Bil­der illus­trie­ren, manch­mal an Wim­mel­bü­cher anmu­tend, kur­ze Text“schnipsel“. Es gibt viel zu gucken und vie­les wird erklärt. Einen durch­ge­hen­den Text über die Schnip­sel hin­aus gibt es nicht. In ver­schie­de­nen Kapi­teln wird jeweils ein abge­schlos­se­nes The­ma behan­delt, das in einem ein­lei­ten­den klei­nen Absatz beschrie­ben wird. Pas­send zum The­ma folgt auf jeder Dop­pel­sei­te eine grö­ße­re Dar­stel­lung zur Illus­tra­ti­on. Auf jeder Sei­te fin­det man Detail­bil­der , die im ein­zel­nen benannt und erläu­tert wer­den.

Die behan­del­ten The­men schla­gen einen wei­ten Bogen. Das Spek­trum reicht vom Stamm­baum der Evo­lu­ti­on über einen Ver­gleich der Ana­to­mie von Mensch und Schim­pan­se und führt zu Ver­än­de­run­gen der Umwelt und dadurch not­wen­di­gen Anpas­sun­gen bis hin zur Aus­brei­tung der Homi­ni­ni über die Welt. Nean­der­ta­ler fin­den eben­so ihren Platz im Buch wie die Men­schen von Den­is­o­va in Sibi­ri­en und der Insel Flo­res im Indi­schen Oze­an. Die zu den The­men gehö­ren­den Bil­der zei­gen ver­schie­de­ne Lebens­räu­me und ihre Bewohner*innen. Vor die­sem Hin­ter­grund spielt sich das Leben ver­schie­de­ner Men­schen­grup­pen ab, mit ihren ganz unter­schied­li­chen Werk­zeu­gen, Behau­sun­gen und Tätig­kei­ten.

Bei der Dar­stel­lung der Men­schen domi­nie­ren Frau­en in aller Viel­fäl­tig­keit: klei­ne und gro­ße Frau­en, jun­ge und alte, Schwan­ge­re und Nicht-Schwan­ge­re, in allen Haut­far­ben. Sie üben alle denk­ba­ren Tätig­kei­ten aus, Jagd und Fisch­fang, Höh­len­ma­le­rei, Essens­zu­be­rei­tung und mehr. Spie­len­de Kin­der bevöl­kern das Bild. Auch Män­ner in allen Lebens­pha­sen wer­den gezeigt, nicht nur bei der Jagd, son­dern häu­fig bei Tätig­kei­ten, die nach her­kömm­li­chen Rol­len­bil­dern Frau­en zuge­schrie­ben wer­den, wie beim Tra­gen eines Babys, beim Scha­ben von Fel­len, beim Weben usw.

Die Krea­ti­vi­tät der Men­schen, die über die rei­ne Sub­sis­tenz hin­aus­geht, wird eben­falls als The­ma auf­ge­grif­fen, bei Nean­der­ta­lern und bei moder­nen Men­schen. Kör­per­schmuck, Frau­en­sta­tu­et­ten (im Buch noch als „Venus“ bezeich­net) und Höh­len­kunst wer­den illus­triert. Die Fra­ge, wer die Urheber*innen der Kunst waren, wird nicht aus­ge­spart.

Dass die Vor­stel­lun­gen der Men­schen „über das Leben hin­aus“ hin­aus gin­gen, zeigt die beson­de­re Behand­lung ihrer Toten. Auch das wird in einem eige­nen Kapi­tel behan­delt. Hier wird kri­tisch betrach­tet, ob Grab­bei­gra­ben tat­säch­lich regel­mä­ßig auf das Geschlecht der bestat­te­ten Per­son hin­wei­sen.

Im letz­ten Kapi­tel zur Archäo­lo­gie geht es um das Auf­kom­men der Sess­haf­tig­keit der ehe­ma­lig noma­disch leben­den Men­schen nach dem Ende der letz­ten Eis­zeit. In der „Über­nah­me unter­schied­li­cher, aber glei­cher­ma­ßen wich­ti­ger Auf­ga­ben durch Män­ner und Frau­en“ wird der Ursprung für die Tren­nung der Geschlech­ter ver­or­tet.

Das letz­te Kapi­tel behan­delt „Frau­en, die begeis­tern“ und ist eine Hom­mage an die Pio­nie­rin­nen in betei­lig­ten Fächern, die jeweils ganz kurz in Text und Bild vor­ge­stellt wer­den. Dazu gehö­ren Pri­ma­ten­for­sche­rin­nen wie Jane Godall und Dia­ne Fos­sey, Archäo­lo­gin­nen wie Mary Lea­k­ey, Encar­na­ción Cabré, Mary King­s­ley und Mari­ja Gim­bu­tas, Eth­no­lo­gin­nen wie Mary King­s­ley und wei­te­re mehr.

Die letz­te Dop­pel­sei­te zeigt noch­mal das „Fami­li­en­al­bum“ des mensch­li­chen Stamm­baums in der Über­sicht und zum Nach­schla­gen von Begrif­fen. Dazu gehört auch ein Zeit­strahl der gesam­ten Erd­ge­schich­te mit dem klei­nen Zeit­ab­schnitt, den die heu­ti­gen Men­schen und ihre Vor­fah­ren dar­in bevöl­kern.

Die Absicht, die mit die­sem Buch ver­folgt wird, wird auf der Rück­sei­te des Ein­ban­des klar benannt: „War­um spre­chen wir bei der Rekon­struk­ti­on der Vor­ge­schich­te nur von Män­nern? War­um kon­zen­triert sich die For­schung nicht auch auf die Über­res­te von Frau­en, die in gro­ßer Zahl gefun­den wur­den?“.
Die Fra­ge nach dem „War­um“ beant­wor­tet das Buch eher nicht, aber es dreht defi­ni­tiv die Per­spek­ti­ve um. Das geschieht in einer bun­ten und erfri­schen­den Art und Wei­se. Jedes der Kapi­tel kann man für sich betrach­ten und fin­det immer wie­der neu­es dar­in. Genau­so gut kann man den roten Faden von Anfang bis Ende ver­fol­gen. Die abge­bil­de­ten Men­schen aller Art wer­den nicht als fins­te­re Gestal­ten gezeigt, son­dern leb­haft, mit zumeist freund­li­chen Gesich­tern. Man­che win­ken sogar ins Publi­kum. Das lädt zum wie­der­hol­ten Stö­bern ein.

Die Autorin Mar­ta Yus­tos ist Anthro­po­lo­gin. Seit vie­len Jah­ren arbei­tet sie im Muse­um der mensch­li­chen Evo­lu­ti­on (MEH) in Bur­gos als Wis­sen­schafts­päd­ago­gin und ‑kom­mu­ni­ka­to­rin.

Die­go Rodrí­guez Rob­re­do hat sowohl Archäo­lo­gie als auch wis­sen­schaft­li­che Illus­tra­ti­on stu­diert. Bei­des ver­bin­det er in die­sem Buch zur sach­ge­rech­ten und leben­di­gen Illus­tra­ti­on der Erkennt­nis­se zur Vor­ge­schich­te.

48 Sei­ten, Hard­co­ver, Euro (D) 20 | Euro (A) 20.7 | CHF 28
ISBN 978–3‑03876–283‑6 (Midas Kin­der­buch)

 

Kontakt

c/o Muse­um Herx­heim
Unte­re Haupt­stra­ße 153
76863 Herx­heim

vorstand@femarc.deors
redaktion@femarc.der

Bankverbindung

Fem­Arc e.V., Spar­kas­se Han­no­ver
IBAN: DE36 2505 0180 0910 2955 65
BIC: SPKHDE2HXXX

Spen­den in jeder Höhe sind wich­tig für unse­re Arbeit und will­kom­men. Ger­ne stel­len wir eine Spen­den­be­schei­ni­gung aus.

Call for Papers: Blut, Wasser oder DNA? Familien jenseits von (biologischer) Verwandtschaft

Call for Papers: Blut, Wasser oder DNA?
Familien jenseits von (biologischer) Verwandtschaft.

Sitzung der AG Geschlechterforschung beim Archäologiekongress am 24.09.2026 in Bonn 

21.01.2026

Abga­be­schluss ist der 31.3.2026.

See eng­lish Ver­si­on below

Fami­li­en, Abstam­mung und Ehe waren prak­tisch immer schon Gegen­stand der Archäo­lo­gie und wer­den auch in der archäo­lo­gi­schen Geschlech­ter­for­schung regel­mä­ßig dis­ku­tiert. In den letz­ten zwei Jahr­zehn­ten hat ins­be­son­de­re die Archäo­ge­ne­tik, aber auch ande­re natur­wis­sen­schaft­li­che Ver­fah­ren neue, viel­ver­spre­chen­de Ergeb­nis­se zu Ver­wandt­schaf­ten in archäo­lo­gisch fass­ba­ren Popu­la­tio­nen erbracht. Doch Ver­wandt­schaft und Fami­lie gehen in der Regel weit über rein gene­ti­sche Abstam­mungs­ver­hält­nis­se hin­aus, Eltern­schaft, Ehen und Part­ner­schaf­ten fan­den in sehr viel mehr For­men statt als lan­ge Zeit in unse­rem Fach dis­ku­tiert wur­de.
Zuneh­mend wächst das Bewusst­sein dafür, dass Fami­lie sich eben­so durch sozia­le Bezie­hun­gen wie durch Abstam­mung kon­sti­tu­ie­ren kön­nen, s. etwa Bei­trä­ge in Mel­ler u.a. 2023; Cveček u.a. 2025. Adop­tiv­el­tern, Zieh­ge­schwis­ter, Ammen, All­oel­tern­schaf­ten, Erzie­hung in Insti­tu­tio­nen wie Klös­tern oder befreun­de­ten Fami­li­en sind nur eini­ge der Mög­lich­kei­ten von Ver­wandt­schaft und Fami­lie, die wir nicht mit Metho­den der Gene­tik erfas­sen kön­nen.
Auch das The­ma Geschlecht spielt bei der Erfor­schung von Fami­lie und Ver­wandt­schaft eine wich­ti­ge Rol­le. Die­ser Schnitt­men­ge wol­len wir uns bei der kom­men­den Ses­si­on der AG Geschlech­ter­for­schung wid­men.
Vor­trä­ge kön­nen sich unter ande­rem fol­gen­den Aspek­ten wid­men:
• Geschlecht kann ein wich­ti­ger Fak­tor bei der Struk­tu­rie­rung von Abstam­mung und Ver­wandt­schaft sein. So kön­nen die Archäo­lo­gie und ihre Nach­bar­wis­sen­schaf­ten Hin­wei­se auf matri- und patri­li­nea­re Abstam­mungs­li­ni­en sowie Matri- oder Patri­lo­ka­li­tät geben.
• Gab es in allen Kul­tu­ren einen Fami­li­en­be­griff? Und wer gehör­te jeweils dazu?
• Die Ver­er­bung von Besitz und die Wei­ter­ga­be von Sta­tus oder Rol­len kön­nen mit einem geschlech­ter­ar­chäo­lo­gi­schen Ansatz betrach­tet wer­den, etwa unter dem Gesichts­punkt, wer auf­grund von Abstam­mung in bestimm­te sozia­le Posi­tio­nen gelang­te und in wel­chem Umfang dies über gene­ti­sche Ver­wandt­schaft erfolgt.
• Ein wei­te­res wich­ti­ges The­men­feld ist Care­ar­beit, etwa wer Care­ar­beit für wen über­nimmt und wel­che Bin­dun­gen dadurch ent­ste­hen. Kon­zep­te wie Ammen, Pfle­ge­el­tern oder ande­re Arten von Erzie­hung außer­halb von Fami­li­en spie­len hier­bei eben­so eine Rol­le wie der Umgang mit Kin­der­lo­sig­keit bzw. die Fra­ge, wer Kin­der bekom­men durf­te.
• Dane­ben struk­tu­rie­ren Geschlech­ter, Ver­wandt­schaft und sozia­le Regeln auch Part­ner­schaf­ten, etwa durch Hei­rats­re­geln (wer darf wen und wann hei­ra­ten?), unter­schied­li­che Ehe­for­men, inof­fi­zi­el­le For­men der Part­ner­schaft.
• Vor­stel­lun­gen von Familie/Verwandtschaft prä­gen nicht zuletzt auch unser heu­ti­ges Bild der Ver­gan­gen­heit. Wir müs­sen uns fra­gen, wie wir den Vor­stel­lun­gen von Fami­lie, Part­ner­schaft und Ver­wandt­schaft prä­his­to­ri­scher Gesell­schaf­ten auf die Spur kom­men und inwie­weit uns unse­re eige­nen Vor­stel­lun­gen dabei im Weg ste­hen und unse­re Inter­pre­ta­tio­nen beein­flus­sen. Bei der Beschäf­ti­gung mit dem gesam­ten The­men­feld ist es wich­tig zu hin­ter­fra­gen, wel­che Bil­der von Fami­lie unse­re archäo­lo­gi­schen Ergeb­nis­se und Rekon­struk­tio­nen prä­gen. Dane­ben sind auch ganz all­ge­mein Vor­trä­ge, die sich mit aktu­el­ler For­schung im Bereich der Geschlech­ter­ar­chäo­lo­gie beschäf­ti­gen, will­kom­men. 

Wir pla­nen Vor­trä­ge auf deutsch oder eng­lisch von jeweils 20 Minu­ten Län­ge und freu­en uns über Zusam­men­fas­sun­gen von ca. 250 bis 400 Wor­ten an fol­gen­de Mail­adres­se: AGGender2026@gmx.de . Abga­be­schluss ist der 31.3.2026.

Orga­ni­sa­ti­on: Jana Esther Fries, Cla­ra Schal­ler

Down­load CfP

Blood, water or DNA? Family beyond (biological) relatedness

Session of the AG Geschlechterforschung at the Archäologiekongress on 24.09.2026 in Bonn

Fami­ly, ancestry, and mar­ria­ge have always been sub­jects of archaeo­lo­gy and are also a recur­rent the­me in archaeo­lo­gi­cal gen­der stu­dies. Over the last two deca­des par­ti­cu­lar­ly archaeo­ge­ne­tics, but also other sci­en­ti­fic methods, have reve­ald pro­mi­sing new results on kin­ship in archaeo­lo­gi­cal­ly acces­si­ble popu­la­ti­ons. Howe­ver, kin­ship and fami­ly usual­ly super­se­de purely gene­tic des­cent, and paren­thood, mar­ria­ges and part­ner­ships have taken place in many more forms than tho­se that have long been dis­cus­sed in our field.
The­re is gro­wing awa­re­ness that a fami­ly can be con­sti­tu­ted by social rela­ti­onships just as well as des­cent, see, for exam­p­le, con­tri­bu­ti­ons in Mel­ler et al. 2023; Cveček et al 2025. Adop­ti­ve par­ents, fos­ter siblings, wet nur­ses, all­o­pa­ren­thood, edu­ca­ti­on in insti­tu­ti­ons such as monas­te­ries or in trus­ted fami­lies are just some of the pos­si­bi­li­ties of kin­ship and fami­ly that gene­tic methods can­not iden­ti­fy.
The sub­ject of gen­der plays an important role in the inves­ti­ga­ti­on of fami­ly and kin­ship as well. In the upco­ming ses­si­on of the AG Geschlech­ter­for­schung we will explo­re this inter­sec­tion.
Pre­sen­ta­ti­ons may address the fol­lo­wing aspects among others:
• Gen­der can be an important fac­tor in struc­tu­ring des­cent and kin­ship. For exam­p­le, archaeo­lo­gy and rela­ted sci­en­ces can pro­vi­de clues to matri­li­ne­ar and patri­li­ne­ar lines of des­cent as well as matri­lo­ca­li­ty and patri­lo­ca­li­ty.
• Did all cul­tures have a con­cept of fami­ly? And who was part of it?
• A gen­der archaeo­lo­gi­cal approach can be used to inves­ti­ga­te the inhe­ri­tance of pro­per­ty and the trans­fer of sta­tus and roles. For exam­p­le, we can con­sider who had access to cer­tain social posi­ti­ons based on des­cent and the ext­ent to which this was based on gene­tic rela­ted­ness.
• Ano­ther important topic is care work, for exam­p­le who pro­vi­ded care work for whom and the social bonds that this gene­ra­tes. Con­cepts such as wet nur­ses, fos­ter par­ents and other methods of child-rea­ring out­side of the fami­ly play just as much of a role as the ques­ti­on of child­less­ness or who was allo­wed to have child­ren.
• In addi­ti­on, gen­der, kin­ship and social rules also struc­tu­re part­ner­ships, for exam­p­le through mar­ria­ge rules (who was allo­wed to mar­ry whom?), dif­fe­rent forms of mar­ria­ge, and unof­fi­ci­al forms of part­ner­ship.
• Last but not least, con­cepts of fami­ly and kin­ship influence our con­tem­po­ra­ry view of the past. We must ask our­sel­ves how we can trace pre­his­to­ric socie­ties’ ide­as of fami­ly, part­ner­ship and kin­ship, and con­sider to what ext­ent our own ide­as hin­der and influence our inter­pre­ta­ti­ons. When deal­ing with this sub­ject area, it is important to ques­ti­on which images of fami­ly shape our archaeo­lo­gi­cal results and recon­s­truc­tions.
Addi­tio­nal­ly, we also wel­co­me pre­sen­ta­ti­ons deal­ing with cur­rent rese­arch in the field of gen­der archaeo­lo­gy.
We are plan­ning pre­sen­ta­ti­ons in Ger­man or Eng­lish of 20 minu­tes each. Plea­se send your abs­tract of appro­xi­m­ate­ly 250 to 400 words to the fol­lo­wing email address: AGGender2026@gmx.de.

Sub­mis­si­on dead­line: 31.3.2026.

Orga­nis­ed by Jana Esther Fries, Cla­ra Schal­ler

Down­load CfP

Kontakt

c/o Muse­um Herx­heim
Unte­re Haupt­stra­ße 153
76863 Herx­heim

vorstand@femarc.deors
redaktion@femarc.der

Bankverbindung

Fem­Arc e.V., Spar­kas­se Han­no­ver
IBAN: DE36 2505 0180 0910 2955 65
BIC: SPKHDE2HXXX

Spen­den in jeder Höhe sind wich­tig für unse­re Arbeit und will­kom­men. Ger­ne stel­len wir eine Spen­den­be­schei­ni­gung aus.