Bericht über die Sitzung der AG Geschlechterforschung „Blut, Wasser oder DNA? Familien jenseits von (biologischer) Verwandtschaft“ am 24.09.2026 in Bonn

Bericht über die Sitzung der AG Geschlechterforschung „Blut, Wasser oder DNA? Familien jenseits von (biologischer) Verwandtschaft“ am 24.09.2026 in Bonn

Ulri­ke Ram­bu­scheck

Unter der Lei­tung der Orga­ni­sa­to­rin­nen Cla­ra Schal­ler und Jana Esther Fries fand in Bonn die 12. Sit­zung der AG Geschlech­ter­for­schung bei der gemein­sa­men Tagung des West- und Süd­deut­schen, des Nord­west­deut­schen und des Mit­tel- und Ost­deut­schen Ver­ban­des für Alter­tums­for­schung statt. Ca. 20 Teil­neh­men­de fan­den sich im Tagungs­raum zusam­men, eini­ge Teil­neh­men­de waren digi­tal dazu­ge­schal­tet.

Jana Esther Fries führ­te in ihrem Vor­trag „Blut und Was­ser? Was unse­re Fami­li­en­bil­der über die Archäo­lo­gie ver­ra­ten“ in das The­ma ein. Sie ver­wies dar­auf, dass in Anti­ke und Mit­tel­al­ter Fami­lie als eine Haus­ge­mein­schaft ver­stan­den wur­de, die an einem Wohn­ort gemein­sam wirt­schaf­te­te. Erst mit der Indus­tria­li­sie­rung fand eine Tren­nung von Wohn- und Arbeits­welt statt und die Klein­fa­mi­lie eta­blier­te sich. Zur glei­chen Zeit ent­stand die Ur- und Früh­ge­schich­te als Frei­zeit­be­schäf­ti­gung bür­ger­li­cher Män­ner und auch Frau­en. Da man die eige­nen Vor­fah­ren, also Ger­ma­nen, Kel­ten und Sla­wen, nicht als Bar­ba­ren anse­hen woll­te, wur­den idea­le Bil­der von Män­nern, Frau­en und Fami­lie in die Ver­gan­gen­heit rück­pro­ji­ziert: So wur­de die hete­ro­se­xu­el­le Klein­fa­mi­lie als uni­ver­sell ange­se­hen, obwohl schon damals ande­res bekannt war wie Adop­ti­on, Tod eines Eltern­teils, das Abge­ben von Kin­dern an Ammen oder zur Erzie­hung in Klös­ter.
Einen Auf­schwung nimmt die archäo­lo­gi­sche Ver­wandt­schafts­for­schung seit Kur­zem durch das ver­mehr­te Auf­kom­men von DNA-Ana­ly­sen. Die­se kön­nen aber nur bio­lo­gi­sche Ver­wandt­schaft nach­wei­sen, kei­ne sozia­le Ver­wandt­schaft. Vie­le recht­li­che Fra­gen, wie Besitz und Erbe, hän­gen davon ab, wie in einer Gesell­schaft Ver­wandt­schaft defi­niert wird, und hier­bei spielt nicht nur die bio­lo­gi­sche Sei­te eine Rol­le. Jana Fries ver­wies des­halb dar­auf, selbst­kri­tisch mit den eige­nen Denk­mus­tern über Fami­lie und Ver­wandt­schaft bei der Inter­pre­ta­ti­on von archäo­lo­gi­schen Fun­den und Befun­den zu sein.

Jani­ne Fries-Knob­lach stell­te im The­men­block zur aktu­el­len For­schung in der Geschlech­ter­ar­chäo­lo­gie in ihrem Vor­trag „Brauer­in, Wir­tin, Opfern­de und Trun­ke­ne – die lan­ge Geschich­te von Frau­en und Alko­hol“ den Bei­trag von Frau­en bei der Alko­hol­zu­be­rei­tung wie beim Alko­hol­kon­sum von der Anti­ke bis zum Anfang der Neu­zeit vor, als ihnen der Umgang mit Alko­hol zuneh­mend ver­wehrt wur­de. Im alten Ägyp­ten ist das Bier­brau­en seit dem 4. Jt. v. Chr. bezeugt, Wein ab dem 3. Jt. Bier galt für alle als All­tags­ge­tränk, Trun­ken­heit wur­de als glück­se­li­ger Zustand ange­se­hen. Im alten Ori­ent ist Bier­brau­en seit dem 10./9. Jt. v. Chr. belegt. Im Codex Ham­mu­ra­bi sind nur Wir­tin­nen über­lie­fert. Aus dem 1. Jt. ist die bild­li­che Dar­stel­lung lie­gen­der Män­ner und sit­zen­der Frau­en beim Gela­ge bekannt, wie sie als Vor­bild für Grie­chen­land über­nom­men wor­den ist. In Grie­chen­land, aus dem Wein seit 4500 v. Chr. bekannt ist, stamm­ten Wir­tin­nen aus der Unter­schicht, ehr­ba­re Frau­en nah­men nicht an Gela­gen teil. In Rom dage­gen nah­men Frau­en wie Män­ner dar­an teil, Wir­tin­nen und Bedie­nung kamen aus der Unter­schicht und Wein­händ­le­rin­nen sind bekannt.
Bei den Kel­ten stam­men Wein­ge­fä­ße auch aus Grä­bern von Frau­en, bei den Ger­ma­nen wur­de süßes Bier (Met) getrun­ken, der Brau­kes­sel dafür wur­de in der weib­li­chen Linie ver­erbt. Es ist der Brauch über­lie­fert, das gemein­sa­mes Alko­hol­trin­ken zu einer fik­ti­ven Fami­lie füh­ren konn­te.
Ab dem christ­li­chen Früh­mit­tel­al­ter gehört Wein zum Abend­mahl, aus Frau­en­klös­tern ist die Bier- und Wein­her­stel­lung bekannt. All­ge­mein kann gesagt wer­den, dass Frau­en beim Bier­brau­en prä­sen­ter waren als bei der Wein­pro­duk­ti­on, es gibt auch mehr weib­li­che Gott­hei­ten für Bier.

Danie­la Nord­holz unter­such­te in ihrem Vor­trag „Neue Über­le­gun­gen zu älte­ren For­schungs­er­geb­nis­sen der LBK hin­sicht­lich Ver­wandt­schaft und (Familien-)Netzwerken“ Ergeb­nis­se von 2013 (soge­nann­tes Live­way-Pro­ject), die auf der Stron­ti­um-Iso­to­pen-Ana­ly­se beru­hen und eher patri­lo­ka­le Sied­lungs­mus­ter für Mit­tel­eu­ro­pa wäh­rend der Lini­en­band­ke­ra­mik her­aus­ge­fun­den haben wol­len, wie dies auch schon Ursu­la Eisen­hau­er durch Kera­mik­ana­ly­sen pos­tu­liert hat­te. Die Unter­su­chun­gen von 2013 zei­gen Clus­ter und Aus­rei­ßer. Wenn nur die Clus­ter in Betracht gezo­gen wer­den, scheint es ein patri­lo­ka­les Resi­denz­mus­ter zu geben, wenn dage­gen auch die Aus­rei­ßer mit in die Inter­pre­ta­ti­on auf­ge­nom­men wer­den, sind auch ambi‑, bi- und neo­lo­ka­le Resi­denz­mus­ter denk­bar.
Anhand von Apla­sie, also des Feh­lens von Zäh­nen auf­grund einer Muta­ti­on, kann die Refe­ren­tin am Bei­spiel des Grä­ber­fel­des von Son­ders­hau­sen in Thü­rin­gen zei­gen, dass die Ver­wandt­schaft von Indi­vi­du­en, die durch die Apla­sie wahr­schein­lich gemacht wer­den kann, eben­falls wie die Stron­ti­um-Iso­to­pen-Ana­ly­se auf ambi‑, bi- und neo­lo­ka­le Resi­denz­mus­ter hin­weist.
Als Fazit zieht Danie­la Nord­holz dar­aus den Schluss, dass bei zu enger Deu­tung der Fak­ten eine ein­sei­ti­ge Inter­pre­ta­ti­on erfol­gen kann, d.h., wenn ein schon vor­han­de­nes Ergeb­nis über­prüft wer­den soll, ist die Wahr­schein­lich­keit hoch, dass genau die­ses Ergeb­nis auch bestä­tigt wird.

Mária Lepiš Vali­go­vá stell­te in ihrem Vor­trag ihr Dis­ser­ta­ti­ons­vor­ha­ben unter dem Titel „Visua­li­sing Belon­ging: Fema­le Iden­ti­ty and Mate­ri­al Cul­tu­re in the Eas­tern Hall­statt Cul­tu­re“ vor. Dar­in unter­sucht sie die visu­el­le Iden­ti­tät von Frau­en, wie sie sich aus hall­statt­zeit­li­chen Grä­bern des 8. bis 5. Jh.s v. Chr. in Slo­wa­ki­en inter­pre­tie­ren las­sen. Sie unter­schei­det Objek­te, die Iden­ti­tät auf per­so­na­ler, fami­liä­rer und regio­na­ler Ebe­ne kenn­zeich­nen. Als Bei­spiel führ­te sie Ton­stem­pel und zylin­dri­sche Behäl­ter aus Geweih oder Kno­chen an, in denen die­se Stem­pel teil­wei­se zusam­men mit Pig­men­ten depo­niert waren. Die genaue Funk­ti­on der Stem­pel ist unklar, viel­leicht dien­ten sie der Kör­per­de­ko­ra­ti­on. In zwei unter­schied­li­chen Kul­tu­ren war die Depo­nie­rung unter­schied­lich: ein­mal ein­zeln und ein­mal paa­rig. Dar­aus schloss die Refe­ren­tin auf regio­na­le Regeln.

Im Vor­trag „Hap­py Dead Fami­ly. Fami­li­en­bil­der in der stadt­rö­mi­schen Kata­kom­ben­ma­le­rei“ ana­ly­sier­te Lara Müh­ren­berg früh­christ­li­che Male­rei­en des 3. bis 4. Jh.s, die Ver­stor­be­ne in Per­so­nen­grup­pen zei­gen, die als fami­li­är ange­se­hen wer­den kön­nen. In der anti­ken Sepul­kral­kunst wer­den Ver­stor­be­ne für Eigen­schaf­ten gelobt, die als typisch für das jewei­li­ge Geschlecht gel­ten. Das Dar­stel­lungs­spek­trum von Frau­en ist dabei grö­ßer als bei Män­nern. Frau­en konn­ten auch durch männ­li­che Moti­ve cha­rak­te­ri­siert wer­den, was mit dem anti­ken Kon­zept von Geschlecht nach der Theo­rie der Kör­per­säf­te zusam­men­hängt, nach dem Frau­en als unvoll­stän­di­ge Män­ner gal­ten. Fami­li­en­bil­der defi­nier­te die Refe­ren­tin als Male­rei­en mit der Dar­stel­lung von min­des­tens zwei Gene­ra­tio­nen. So gibt es das Bild eines ver­stor­be­nen Mäd­chens mit sei­nen trau­ern­den Eltern, eine Mut­ter mit Kin­dern, wodurch Frau­en für ihre Mut­ter­schaft gelobt wer­den, und eine Ver­stor­be­ne mit Kind, die an Mari­en­dar­stel­lun­gen mit dem Jesus­kind erin­nern, was sym­bo­lisch zu ver­ste­hen ist. Eine Dar­stel­lung, die über die bio­lo­gi­sche Ver­wandt­schaft hin­aus­geht, ist die einer Frau und ihrer Skla­vin, die die enge Ver­bun­den­heit zwi­schen ihnen zeigt.
Die Dar­stel­lun­gen sind immer idea­li­siert, sie soll­ten die Ver­stor­be­nen für ihre Ver­diens­te loben, wes­halb es eher schwie­rig ist, aus die­ser Art von Male­rei auf tat­säch­li­che Fami­li­en­ver­hält­nis­se zu schlie­ßen.

Im letz­ten Vor­trag „Das Kind als Feind. Über­le­gun­gen zum Fami­li­en­be­griff in auto­bio­gra­phi­schen Zeug­nis­sen von Über­le­ben­den des Pol­po­tis­mus in Kam­bo­dscha“ der Ger­ma­nis­tin Anne D. Pei­ter, die online dazu­ge­schal­tet war, ging es um Zer­stö­rung von Fami­lie. Anhand des Bei­spiels der Roten Khmer, die Kam­bo­dscha von 1975 bis 1979 ihrer Ter­ror­herr­schaft unter­war­fen, leg­te die Refe­ren­tin dar, wie – neben ande­ren Maß­nah­men – durch die Instru­men­ta­li­sie­rung von Kin­dern die Ideo­lo­gie der Roten Khmer eines „neu­en Vol­kes“ durch­ge­setzt wer­den soll­te. Alte Struk­tu­ren, zu denen auch die Fami­lie gehör­te, soll­ten über­wun­den wer­den. Dafür wur­den Kin­der von ihren Eltern und Ehe­leu­te von­ein­an­der getrennt. Da alles Pri­va­te als Ver­rat an der Revo­lu­ti­on galt, wur­den fami­liä­re Zusam­men­ge­hö­rig­keits­ge­füh­le zer­stört und ein Miss­trau­en zwi­schen Fami­li­en­mit­glie­dern geschaf­fen, sodass Eltern Angst hat­ten, von ihren eige­nen Kin­dern denun­ziert zu wer­den.

In der abschlie­ßen­den Dis­kus­si­on wur­de die Fra­ge auf­ge­wor­fen, ob wir Begrif­fe wie Fami­lie und Ver­wandt­schaft in der archäo­lo­gi­schen For­schung benut­zen kön­nen oder ob es alter­na­ti­ve Begrif­fe gibt. Es wur­de dar­auf hin­ge­wie­sen, dass die Eth­no­lo­gie eini­ge Fami­li­en­for­men kennt, die als Denk­an­stoß für die Inter­pre­ta­ti­on von archäo­lo­gi­schen Befun­den her­an­ge­zo­gen wer­den kön­nen. Auch in unse­rer eige­nen Gesell­schaft gibt es heu­te vie­le neue Fami­li­en­mo­del­le (Patch­work­fa­mi­li­en, Leih­mut­ter­schaft), die uns bei der Deu­tung von ver­gan­ge­nen Kul­tu­ren hel­fen kön­nen. Gleich­zei­tig ver­su­chen extre­me Grup­pen, die sich auf angeb­lich tra­di­tio­nel­le Fami­li­en­for­men beru­fen, die­se wie­der ein­zu­schrän­ken.
Ein inter­es­san­ter Ein­wurf the­ma­ti­sier­te fami­liä­re Sub­stan­zen: Neben Blut aus dem Titel der Sit­zung und dem gemein­sa­men Alko­hol­trin­ken wie im ers­ten Vor­trag ist Mut­ter­milch eine solch fami­liä­re Sub­stanz. In vie­len Gesell­schaf­ten gibt es die Kate­go­rie der Milch­ge­schwis­ter, d.h. Kin­der, die von der­sel­ben Frau gestillt wor­den sind, ohne mit­ein­an­der bio­lo­gisch ver­wandt zu sein.
Kri­tisch gese­hen wur­den DNA-Ana­ly­sen, wenn sie nicht zusam­men mit sozia­len Fak­to­ren auf die Archäo­lo­gie ange­wen­det wer­den.

Im Gan­zen gab die­se Sit­zung der AG Geschlech­ter­for­schung anre­gen­de Ein­bli­cke in das kom­ple­xe Gefü­ge von Fami­lie und Ver­wandt­schaft. Auch wenn eini­ge Vor­trä­ge eher locker zu dem The­ma der Sit­zung pass­ten, wur­den doch vie­le neue Denk­an­stö­ße für die künf­ti­ge For­schung gege­ben.

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2026 Bonn: AG Geschlechterforschung „Blut, Wasser oder DNA? Familien jenseits von (biologischer) Verwandtschaft“

Programm der Session der AG Geschlechterforschung „Blut, Wasser oder DNA? Familien jenseits von (biologischer) Verwandtschaft“ am 24.09.2026

Cla­ra Schal­ler und Jana Ester Fries, 31.18.2026

11:30 Uhr Begrü­ßung und Orga­ni­sa­to­ri­sches
11:40 Uhr Jana Esther Fries: Ein­füh­rung: Blut und Was­ser? Was unse­re Fami­li­en­bil­der über die Archäo­lo­gie ver­ra­ten
12:00  Uhr Jani­ne Fries-Knob­lach: Brauer­in, Wir­tin, Opfern­de und Trun­ke­ne – die lan­ge Geschich­te von Frau­en und Alko­hol
12:30–14:00 Uhr Mit­tags­pau­se
14:00 Uhr Danie­la Nord­holz: Neue Über­le­gun­gen zu älte­ren For­schungs­er­geb­nis­sen der LBK hin­sicht­lich Ver­wandt­schaft und (Fami­li­en-) Netz­wer­ken
14:30 Uhr Mária Lepiš Vali­go­vá: Visua­li­sing Belon­ging: Fema­le Iden­ti­ty and Mate­ri­al Cul­tu­re in the Eas­tern Hall­statt Cul­tu­re
15:00 Uhr Lara Müh­ren­berg: Hap­py Dead Fami­ly. Fami­li­en­bil­der in der stadt­rö­mi­schen Kata­kom­ben­ma­le­rei
15:30–16:00 Uhr Kaf­fee­pau­se
16:00 Uhr Anne D. Pei­ter: Das Kind als Feind. Über­le­gun­gen zum Fami­li­en­be­griff in auto­bio­gra­phi­schen Zeug­nis­sen von Über­le­ben­den des Pol­po­tis­mus in Kam­bo­dscha
16:30 Uhr Abschluss­dis­kus­si­on

Das Pro­gramm kann hier her­un­ter­ge­la­den wer­den. 

Die Ver­an­stal­tung fin­det am 24.9.2026 im Rah­men der gemein­sa­me Tagung des West- und Süd­deut­schen, des Nord­west­deut­schen und des Mit­tel- und Ost­deut­schen Ver­ban­des für Alter­tums­for­schung in Bonn statt.  

Die Tagungs­räu­me befin­den sich im LVR-Lan­des­Mu­se­um Bonn, Col­mant­stra­ße 14–16, 53115 Bonn.

 

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2026: Wien, Naturhistorisches Museum:  Workshop in Honour of the discovery of Venus II 1926 – 2026.  Mind over matter.

2026: Wien, Naturhistorisches Museum: Workshop in Honour of the discovery of Venus II 1926 – 2026. Mind over matter.

 

„Mind over matter – The Materiality of Anthropogenic Figurines”
Workshop in honour of the discovery of Venus II 1926–2026 

Fem­Arc-Redak­ti­on, 24.08.2026

Einladung der Veranstalterinnen:
Liebe Kolleg*innen,

 von 1. bis 2. Dezem­ber fin­det aus Anlass des 100 Jahr Jubi­lä­ums der Ent­de­ckung der Venus II von Wil­len­dorf am Natur­his­to­ri­schen Muse­um Wien der Work­shop

„Mind over mat­ter – The Mate­ria­li­ty of Anthro­po­ge­nic Figu­ri­nes”
Work­shop in honour of the dis­co­very of Venus II 1926–2026

statt.
Im Mit­tel­punkt steht der inter­dis­zi­pli­nä­re Aus­tausch zwi­schen Wis­sen­schaft und Kunst mit brei­tem Raum zu Dis­kus­sio­nen.

Ein­la­dung und vor­läu­fi­ges Pro­gramm kann hier her­un­ter­ge­la­den wer­den.
Bit­te beach­ten Sie, dass die Anzahl an Plät­zen begrenzt ist.

Für Ihre Anmel­dung bis spä­tes­tens 31. 10. 2026 ver­wen­den Sie bit­te fol­gen­den link:
https://docs.google.com/forms/d/e/1FAIpQLSdAIammdaIJeNchzPzQMKtrwbJa0YD045AZD9Fj0TEZB19pQQ/viewform?usp=sharing&ouid=108137667564929871998

 

 

Text der Einladung

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2026: Bericht zur Digitalen Podiumsdikussion “FLINTA* im Feld” am 14.2.2026

2026: Bericht zur Digitalen Podiumsdikussion “FLINTA* im Feld” am 14.2.2026

Bericht zur Podiumsdikussion „FLINTA* im Feld – Arbeitsbedingungen, Herausforderungen & Perspektiven für FLINTA* in der Feldarchäologie“ am 14.02.2026

Bei­trag von Cla­ra Schal­ler und Danie­la Hel­ler, 10.7.2026

Am 14.02.2026 fand die von Fem­Arc orga­ni­sier­te Online-Podi­ums­dis­kus­si­on „FLINTA* im Feld“ statt. Rund 50 Inter­es­sier­te nah­men dar­an teil und mach­ten deut­lich, wie groß das Bedürf­nis ist, über Arbeits­be­din­gun­gen, Dis­kri­mi­nie­rung und struk­tu­rel­le Ver­än­de­run­gen in der Feld­ar­chäo­lo­gie ins Gespräch zu kom­men.
Auf dem Podi­um dis­ku­tier­ten Sarah Wolff (Geschäfts­füh­re­rin Archäo­lo­gi­sche Dienst­leis­tun­gen Wolff), Sven­ja Par­t­heil (Prä­si­den­tin CIfA Deutsch­land), Hen­drik Hoff­mann (Vor­stand CIfA Deutsch­land, Betriebs­rat SPAU GmbH und AK Arbeitnehmer:innen Archäo­lo­gie), Bir­git Anzen­ber­ger (Geschäfts­füh­re­rin Anzen­ber­ger & Leicht) sowie Prof. Dr. Katha­ri­na Rebay-Salis­bu­ry (Uni­ver­si­tät Wien/ÖAW). Die Mode­ra­ti­on über­nahm Mari­ka Vet­ter von Frauen*Bauen.
Den Auf­takt bil­de­ten kur­ze Impuls­vor­trä­ge der fünf Podi­ums­gäs­te. An den Anfang gestellt wur­den die Ergeb­nis­se einer von der Uni Wien durch­ge­führ­ten Umfra­ge zu Dis­kri­mi­nie­rung, Sexis­mus und sexu­el­ler Beläs­ti­gung in der Archäo­lo­gie und die Aus­stel­lung „Archäo­se­xis­mus“ . Im Fol­gen­den wur­den Hand­lungs­mög­lich­kei­ten durch CIfA und betrieb­li­che Mit­be­stim­mung the­ma­ti­siert und Ein­bli­cke in inter­na­tio­na­le Ansät­ze für inklu­si­ve Arbeits­be­din­gun­gen gege­ben, ins­be­son­de­re mit Blick auf Men­schen mit Care-Ver­ant­wor­tung und ihre ihre Ansprü­che an ein gutes Arbeits­um­feld.
Der anschlie­ßen­den mode­rier­ten Dis­kus­si­on der Podi­ums­gäs­te folg­te die Öff­nung des Podi­ums für alle Teil­neh­men­den. In den Wort­bei­trä­gen stan­den Fra­gen zu Arbeits­si­cher­heit, Arbeits­tei­lung sowie bestehen­den Unter­stüt­zungs- und Beschwer­de­struk­tu­ren im Mit­tel­punkt. Ein wich­ti­ger Punkt war die Not­wen­dig­keit kla­rer Zustän­dig­kei­ten und trans­pa­ren­ter Ver­fah­ren, damit Betrof­fe­ne wis­sen, an wen sie sich im Fall von Dis­kri­mi­nie­rung oder Über­grif­fen wen­den kön­nen. Dabei reicht es jedoch nicht aus, for­ma­le Ansprech­per­so­nen oder Beschwer­de­we­ge zu schaf­fen. Genau­so wich­tig ist es, eine Atmo­sphä­re schaf­fen, in denen Men­schen sich sicher füh­len, Erfah­run­gen zu tei­len und Unter­stüt­zung in Anspruch zu neh­men.
Auf­sei­ten der Organisator:innen ent­stand der Ein­druck, dass die gro­ße Reso­nanz auf das The­ma sich nicht voll­stän­dig in der Dis­kus­si­on wider­spie­gel­te. Obwohl vie­le Teil­neh­men­de beton­ten, wie wich­tig der Aus­tausch ist, blie­ben per­sön­li­che Wort­mel­dun­gen eher zurück­hal­tend. Sicher spiel­te dabei auch das Online­for­mat eine Rol­le. Das Feed­back aus dem Publi­kum hat uns aber noch ein­mal vor Augen geführt, dass wir künf­tig stär­ker dar­auf ach­ten müs­sen, aus­rei­chend Raum für Bei­trä­ge aus dem Publi­kum zu schaf­fen und unter­schied­li­che Per­spek­ti­ven gezielt ein­zu­be­zie­hen. Eine Teil­neh­me­rin lob­te in ihrem schrift­li­chen Feed­back zwar aus­drück­lich die Awa­re­ness-Struk­tu­ren der Ver­an­stal­tung, wünsch­te sich aber mehr Rede­zeit für das Publi­kum und eine akti­ve­re Ein­bin­dung ver­schie­de­ner Beschäf­tig­ten­grup­pen. Die­se Rück­mel­dung neh­men wir sehr ernst.
Wir bedan­ken uns herz­lich bei der Podi­ums­run­de, allen Teil­neh­men­den und Unterstützer*innen für den offe­nen Aus­tausch. Die Ergeb­nis­se der Ver­an­stal­tung sol­len in einer Bro­schü­re ver­öf­fent­licht wer­den.

Porträt Brigitte Röder

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2026 Zum Tod von Gabriele Meixner

Zum Tod unserer ehemaligen Mitfrau Gabriele Meixner

16.09.1948 – 20.02.2026 

Gabrie­le Meix­ner gehör­te dem Ver­ein Fem­Arc – Netz­werk archäo­lo­gisch arbei­ten­der Frau­en von 2005 bis 2017 an. Schon vor der Ver­eins­grün­dung war sie Mit­frau in der Vor­gän­ger­or­ga­ni­sa­ti­on: Bei der Krea­tiv­werk­statt, einem Tref­fen zur Wei­ter­ent­wick­lung des Netz­werks, in Schloss Asch­hau­sen in Schön­tal im Jahr 1997 war sie betei­ligt, eben­so in der Vor­be­rei­tungs­grup­pe zu einer Tagung zum The­ma Gene. Geschich­te. Geschlech­ter. Femi­nis­ti­sche Archäo­lo­gie und Sozio­bio­lo­gie, die dann aber doch nicht statt­fand.

Die gelern­te Diplom­psy­cho­lo­gin hat vie­le Beru­fe in ihrem Leben aus­ge­übt: Autorin, Ver­le­ge­rin, Über­set­ze­rin. Als Auto­di­dak­tin hat sie zwei Bücher zu archäo­lo­gi­schen The­men geschrie­ben: Frau­en­paa­re von 1995, in dem sie urge­schicht­li­che Bild­nis­se von Frau­en, die zu zweit auf­tre­ten, ver­sam­melt und beschrie­ben hat, und Auf der Suche nach dem Anfang der Kul­tur von 1999, eine Bio­gra­fie zu der – eben­falls wie sie – archäo­lo­gi­schen Auto­di­dak­tin Marie E.P. König. Eine Zeit lang konn­te die­ses Buch bei der Fem­Ar­cE­di­ti­on erwor­ben wer­den.

Ich selbst habe Gabrie­le bei der Krea­tiv­werk­statt wie in der Vor­be­rei­tungs­grup­pe zur oben genann­ten Tagung als sehr klu­ge, scharf­sin­ni­ge und humor­vol­le Gesprächs­part­ne­rin erlebt.

Ein Nach­ruf ist bei Frau­en­hel­din­nen erschie­nen, des­sen trans­feind­li­che Posi­tio­nen das Netz­werk nicht teilt: https://www.frauenheldinnen.de/persoenliches/zum-tod-von-gabriele-meixner/

Ulri­ke Ram­bu­scheck, 17.04.2026

 

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2026 Ausstellung Frühe Archäologinnen in der Deutschen Digitalen Bibliothek

2026 Ausstellung Frühe Archäologinnen in der Deutschen Digitalen Bibliothek

 

Frühe Archäologinnen in der Deutschen Digitalen Bibliothek – “Ein gut Theil Eigenheit” 

Michae­la Helm­brecht, 26.3.2026

Von 2021 bis 2024 lief das For­schungs- und Ver­mitt­lungs­pro­jekt “Akteu­rin­nen archäo­lo­gi­scher For­schung zwi­schen Geis­tes- und Natur­wis­sen­schaf­ten: Im Feld, im Labor, am Schreib­tisch (Akt­Ar­cha)”, ange­sie­delt an der Uni­ver­si­tät der Bun­des­wehr und gelei­tet von Els­beth Bösl und Doris Guts­miedl-Schüm­ann (https://www.unibw.de/geschichte/prof/wst/forsch/aktarcha).

Ziel des Pro­jekts war es, inno­va­ti­ve Frau­en und ihre For­schungs­leis­tun­gen in den Archäo­lo­gien vom spä­ten 18. bis zum 21. Jahr­hun­dert sicht­bar zu machen. Von Anfang an war ein wich­ti­ger Teil des Pro­jekts die Ver­mitt­lung über Social Media, über ein Blog https://aktarcha.hypotheses.org/  sowie über eine phy­si­sche und digi­ta­le Aus­stel­lung.

Die Aus­stel­lung wur­de von den Pro­jekt­lei­te­rin­nen in Zusam­men­ar­beit mit Michae­la Helm­brecht, archäo­text­kon­zi­piert und erar­bei­tet. Dabei stieß sie auf rie­si­ges Inter­es­se. Obwohl das Pro­jekt zum aktu­el­len Zeit­punkt längst abge­schlos­sen ist, tourt die phy­si­sche Aus­stel­lung immer noch durch Deutsch­land. Die aktu­el­len Aus­stel­lungs­or­te fin­den sich hier: https://aktarcha.hypotheses.org/.

Nun ist ein wei­te­rer Mei­len­stein zu ver­mel­den: Das Würt­tem­ber­gi­sche Lan­des­mu­se­um hat eine digi­ta­le Ver­si­on erstellt, die vor Kur­zem in die Deut­sche Digi­ta­le Biblio­thek auf­ge­nom­men wur­de. https://ausstellungen.deutsche-digitale-bibliothek.de/fruehe-archaeologinnen#start-section

Wir freu­en uns sehr, dass die­se Aus­stel­lung gera­de noch den Sprung in die DBB geschafft hat, bevor die Finan­zie­rung für das Aus­stel­lungs­tool der DBB ein­ge­stellt wur­de, wes­we­gen kei­ne neu­en vir­tu­el­len Aus­stel­lungs­pro­jek­te mehr begon­nen wer­den kön­nen. So sind die frü­hen Archäo­lo­gin­nen mit ihrem „Gutt­heil Eigen­heit“ nun­mehr digi­tal „ver­ewigt“. Wir fin­den: Das haben Mar­ga­re­te Bie­ber, Julie Schlemm und ihre Kol­le­gin­nen mehr als ver­dient.

Ida von Box­berg

 

 

 

Portrait von Sybille Mertens-Schaaffhausen

Sybil­le Mer­tens-Schaaff­hau­sen

Pro­spekt zur Erschei­nung des “Wör­ter­buch zur Vor­ge­schich­te” von Julie Schlemmm

Zeichnung der Höhle von Thevalles

Von Ida von Box­berg ange­fer­tig­te Zeich­nung der Höh­le von The­val­les.

Alle Bil­der sind der digi­ta­len Aus­stel­lung in der Deut­schen Digi­ta­len Biblio­thek ent­nom­men und sind Public Domain. Crea­ti­ve Com­mons: CC PM 

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