Call for Papers: Blut, Wasser oder DNA? Familien jenseits von (biologischer) Verwandtschaft

Call for Papers: Blut, Wasser oder DNA?
Familien jenseits von (biologischer) Verwandtschaft.

Sitzung der AG Geschlechterforschung beim Archäologiekongress am 24.09.2026 in Bonn 

21.01.2026

Abga­be­schluss ist der 31.3.2026.

See eng­lish Ver­si­on below

Fami­li­en, Abstam­mung und Ehe waren prak­tisch immer schon Gegen­stand der Archäo­lo­gie und wer­den auch in der archäo­lo­gi­schen Geschlech­ter­for­schung regel­mä­ßig dis­ku­tiert. In den letz­ten zwei Jahr­zehn­ten hat ins­be­son­de­re die Archäo­ge­ne­tik, aber auch ande­re natur­wis­sen­schaft­li­che Ver­fah­ren neue, viel­ver­spre­chen­de Ergeb­nis­se zu Ver­wandt­schaf­ten in archäo­lo­gisch fass­ba­ren Popu­la­tio­nen erbracht. Doch Ver­wandt­schaft und Fami­lie gehen in der Regel weit über rein gene­ti­sche Abstam­mungs­ver­hält­nis­se hin­aus, Eltern­schaft, Ehen und Part­ner­schaf­ten fan­den in sehr viel mehr For­men statt als lan­ge Zeit in unse­rem Fach dis­ku­tiert wur­de.
Zuneh­mend wächst das Bewusst­sein dafür, dass Fami­lie sich eben­so durch sozia­le Bezie­hun­gen wie durch Abstam­mung kon­sti­tu­ie­ren kön­nen, s. etwa Bei­trä­ge in Mel­ler u.a. 2023; Cveček u.a. 2025. Adop­tiv­el­tern, Zieh­ge­schwis­ter, Ammen, All­oel­tern­schaf­ten, Erzie­hung in Insti­tu­tio­nen wie Klös­tern oder befreun­de­ten Fami­li­en sind nur eini­ge der Mög­lich­kei­ten von Ver­wandt­schaft und Fami­lie, die wir nicht mit Metho­den der Gene­tik erfas­sen kön­nen.
Auch das The­ma Geschlecht spielt bei der Erfor­schung von Fami­lie und Ver­wandt­schaft eine wich­ti­ge Rol­le. Die­ser Schnitt­men­ge wol­len wir uns bei der kom­men­den Ses­si­on der AG Geschlech­ter­for­schung wid­men.
Vor­trä­ge kön­nen sich unter ande­rem fol­gen­den Aspek­ten wid­men:
• Geschlecht kann ein wich­ti­ger Fak­tor bei der Struk­tu­rie­rung von Abstam­mung und Ver­wandt­schaft sein. So kön­nen die Archäo­lo­gie und ihre Nach­bar­wis­sen­schaf­ten Hin­wei­se auf matri- und patri­li­nea­re Abstam­mungs­li­ni­en sowie Matri- oder Patri­lo­ka­li­tät geben.
• Gab es in allen Kul­tu­ren einen Fami­li­en­be­griff? Und wer gehör­te jeweils dazu?
• Die Ver­er­bung von Besitz und die Wei­ter­ga­be von Sta­tus oder Rol­len kön­nen mit einem geschlech­ter­ar­chäo­lo­gi­schen Ansatz betrach­tet wer­den, etwa unter dem Gesichts­punkt, wer auf­grund von Abstam­mung in bestimm­te sozia­le Posi­tio­nen gelang­te und in wel­chem Umfang dies über gene­ti­sche Ver­wandt­schaft erfolgt.
• Ein wei­te­res wich­ti­ges The­men­feld ist Care­ar­beit, etwa wer Care­ar­beit für wen über­nimmt und wel­che Bin­dun­gen dadurch ent­ste­hen. Kon­zep­te wie Ammen, Pfle­ge­el­tern oder ande­re Arten von Erzie­hung außer­halb von Fami­li­en spie­len hier­bei eben­so eine Rol­le wie der Umgang mit Kin­der­lo­sig­keit bzw. die Fra­ge, wer Kin­der bekom­men durf­te.
• Dane­ben struk­tu­rie­ren Geschlech­ter, Ver­wandt­schaft und sozia­le Regeln auch Part­ner­schaf­ten, etwa durch Hei­rats­re­geln (wer darf wen und wann hei­ra­ten?), unter­schied­li­che Ehe­for­men, inof­fi­zi­el­le For­men der Part­ner­schaft.
• Vor­stel­lun­gen von Familie/Verwandtschaft prä­gen nicht zuletzt auch unser heu­ti­ges Bild der Ver­gan­gen­heit. Wir müs­sen uns fra­gen, wie wir den Vor­stel­lun­gen von Fami­lie, Part­ner­schaft und Ver­wandt­schaft prä­his­to­ri­scher Gesell­schaf­ten auf die Spur kom­men und inwie­weit uns unse­re eige­nen Vor­stel­lun­gen dabei im Weg ste­hen und unse­re Inter­pre­ta­tio­nen beein­flus­sen. Bei der Beschäf­ti­gung mit dem gesam­ten The­men­feld ist es wich­tig zu hin­ter­fra­gen, wel­che Bil­der von Fami­lie unse­re archäo­lo­gi­schen Ergeb­nis­se und Rekon­struk­tio­nen prä­gen. Dane­ben sind auch ganz all­ge­mein Vor­trä­ge, die sich mit aktu­el­ler For­schung im Bereich der Geschlech­ter­ar­chäo­lo­gie beschäf­ti­gen, will­kom­men. 

Wir pla­nen Vor­trä­ge auf deutsch oder eng­lisch von jeweils 20 Minu­ten Län­ge und freu­en uns über Zusam­men­fas­sun­gen von ca. 250 bis 400 Wor­ten an fol­gen­de Mail­adres­se: AGGender2026@gmx.de . Abga­be­schluss ist der 31.3.2026.

Orga­ni­sa­ti­on: Jana Esther Fries, Cla­ra Schal­ler

Down­load CfP

Blood, water or DNA? Family beyond (biological) relatedness

Session of the AG Geschlechterforschung at the Archäologiekongress on 24.09.2026 in Bonn

Fami­ly, ancestry, and mar­ria­ge have always been sub­jects of archaeo­lo­gy and are also a recur­rent the­me in archaeo­lo­gi­cal gen­der stu­dies. Over the last two deca­des par­ti­cu­lar­ly archaeo­ge­ne­tics, but also other sci­en­ti­fic methods, have reve­ald pro­mi­sing new results on kin­ship in archaeo­lo­gi­cal­ly acces­si­ble popu­la­ti­ons. Howe­ver, kin­ship and fami­ly usual­ly super­se­de purely gene­tic des­cent, and paren­thood, mar­ria­ges and part­ner­ships have taken place in many more forms than tho­se that have long been dis­cus­sed in our field.
The­re is gro­wing awa­re­ness that a fami­ly can be con­sti­tu­ted by social rela­ti­onships just as well as des­cent, see, for exam­p­le, con­tri­bu­ti­ons in Mel­ler et al. 2023; Cveček et al 2025. Adop­ti­ve par­ents, fos­ter siblings, wet nur­ses, all­o­pa­ren­thood, edu­ca­ti­on in insti­tu­ti­ons such as monas­te­ries or in trus­ted fami­lies are just some of the pos­si­bi­li­ties of kin­ship and fami­ly that gene­tic methods can­not iden­ti­fy.
The sub­ject of gen­der plays an important role in the inves­ti­ga­ti­on of fami­ly and kin­ship as well. In the upco­ming ses­si­on of the AG Geschlech­ter­for­schung we will explo­re this inter­sec­tion.
Pre­sen­ta­ti­ons may address the fol­lo­wing aspects among others:
• Gen­der can be an important fac­tor in struc­tu­ring des­cent and kin­ship. For exam­p­le, archaeo­lo­gy and rela­ted sci­en­ces can pro­vi­de clues to matri­li­ne­ar and patri­li­ne­ar lines of des­cent as well as matri­lo­ca­li­ty and patri­lo­ca­li­ty.
• Did all cul­tures have a con­cept of fami­ly? And who was part of it?
• A gen­der archaeo­lo­gi­cal approach can be used to inves­ti­ga­te the inhe­ri­tance of pro­per­ty and the trans­fer of sta­tus and roles. For exam­p­le, we can con­sider who had access to cer­tain social posi­ti­ons based on des­cent and the ext­ent to which this was based on gene­tic rela­ted­ness.
• Ano­ther important topic is care work, for exam­p­le who pro­vi­ded care work for whom and the social bonds that this gene­ra­tes. Con­cepts such as wet nur­ses, fos­ter par­ents and other methods of child-rea­ring out­side of the fami­ly play just as much of a role as the ques­ti­on of child­less­ness or who was allo­wed to have child­ren.
• In addi­ti­on, gen­der, kin­ship and social rules also struc­tu­re part­ner­ships, for exam­p­le through mar­ria­ge rules (who was allo­wed to mar­ry whom?), dif­fe­rent forms of mar­ria­ge, and unof­fi­ci­al forms of part­ner­ship.
• Last but not least, con­cepts of fami­ly and kin­ship influence our con­tem­po­ra­ry view of the past. We must ask our­sel­ves how we can trace pre­his­to­ric socie­ties’ ide­as of fami­ly, part­ner­ship and kin­ship, and con­sider to what ext­ent our own ide­as hin­der and influence our inter­pre­ta­ti­ons. When deal­ing with this sub­ject area, it is important to ques­ti­on which images of fami­ly shape our archaeo­lo­gi­cal results and recon­s­truc­tions.
Addi­tio­nal­ly, we also wel­co­me pre­sen­ta­ti­ons deal­ing with cur­rent rese­arch in the field of gen­der archaeo­lo­gy.
We are plan­ning pre­sen­ta­ti­ons in Ger­man or Eng­lish of 20 minu­tes each. Plea­se send your abs­tract of appro­xi­m­ate­ly 250 to 400 words to the fol­lo­wing email address: AGGender2026@gmx.de.

Sub­mis­si­on dead­line: 31.3.2026.

Orga­nis­ed by Jana Esther Fries, Cla­ra Schal­ler

Down­load CfP

Kontakt

c/o Muse­um Herx­heim
Unte­re Haupt­stra­ße 153
76863 Herx­heim

vorstand@femarc.deors
redaktion@femarc.der

Bankverbindung

Fem­Arc e.V., Spar­kas­se Han­no­ver
IBAN: DE36 2505 0180 0910 2955 65
BIC: SPKHDE2HXXX

Spen­den in jeder Höhe sind wich­tig für unse­re Arbeit und will­kom­men. Ger­ne stel­len wir eine Spen­den­be­schei­ni­gung aus.

2026: Veranstaltung von FemArc e.V.: Digitale Podiumsdiskussion „FLINTA* im Feld” am 14.2.2026

 

Ankündigung: Podiumsdiskussion “FLINTA* IM FELD” , Veranstaltung von FemArc e.V. am 14.2.2026  

 Cla­ra Schal­ler, 17.12.2025

Am 14.02.2026 ver­an­stal­tet Fem­Arc e.V. die digi­ta­le Podi­ums­dis­kus­si­on „FLINTA* im Feld“, in der wir mit Vertreter:innen aus Gra­bungs­fir­men, Uni­ver­si­tät und der CIfA über Arbeits­be­din­gun­gen für Feldarchäolog:innen spre­chen. Dabei wol­len wir den Blick auf Pro­blem­fel­der wie Dis­kri­mi­nie­rung und (sexu­el­le) Beläs­ti­gung, Ver­ein­bar­keit mit Care-Arbeit, fai­re Bezah­lung und arbeits­recht­li­che Hand­lungs­mög­lich­kei­ten rich­ten.

Mode­riert wird die Dis­kus­si­on von Mari­ka Vet­ter vom Pro­jekt Frauen*Bauen.

Orga­ni­sa­ti­on: Danie­la Hel­ler und Cla­ra Schal­ler

Ter­min: 14.02.2026 von 10:00 bis 12:30 Uhr.

Anmel­dung: https://femarc.de/onlineanmeldung/

Die Teil­nah­me ist kos­ten­los.

 

 

 

Kontakt

c/o Muse­um Herx­heim
Unte­re Haupt­stra­ße 153
76863 Herx­heim

vorstand@femarc.deors
redaktion@femarc.der

Bankverbindung

Fem­Arc e.V., Spar­kas­se Han­no­ver
IBAN: DE36 2505 0180 0910 2955 65
BIC: SPKHDE2HXXX

Spen­den in jeder Höhe sind wich­tig für unse­re Arbeit und will­kom­men. Ger­ne stel­len wir eine Spen­den­be­schei­ni­gung aus.

2025 Mettmann, Neandertal: FemArc Besuch der Sonderausstellung zu Neanderthalerinnen

2025 Mettmann, Neandertal: FemArc Besuch der Sonderausstellung zu Neanderthalerinnen

 

Bericht zum Besuch der Sonderausstellung „Stereotypes Neanderthalerin“

von Cla­ra Schal­ler, 4.1.2026

Am 13.09.2025 fand sich eine Grup­pe von 4 Fem­Arc-Frau­en und 13 Gäst:innen am Nean­der­thal Muse­um in Mett­mann zusam­men, um gemein­sam die Son­der­aus­stel­lung „Ste­reo­ty­pes Nean­der­tha­le­rin“ zu besich­ti­gen. Die­se Son­der­aus­stel­lung lief vom 23.11.2024 – 2.11.2025.
Zunächst gab uns Dus­tin Wel­per, einer der Kurator:innen der Aus­stel­lung, eine Füh­rung. Die Aus­stel­lung infor­mier­te unter ande­rem über die Not­wen­dig­keit von Geschlech­ter­ar­chäo­lo­gie. Sie zeig­te das Leben von Neanderthaler:innen, nicht nur von Frau­en, son­dern auch von älte­ren Men­schen und Kin­dern, die in Dar­stel­lun­gen der Stein­zeit oft über­se­hen wer­den. Abseits von Kli­schees gab es span­nen­de Infor­ma­tio­nen zu Ernäh­rung, Gesund­heit, Ler­nen und Spie­len, Schwan­ger­schaft, Geburt und Tod. Dabei wur­de in der Füh­rung ins­be­son­de­re erläu­tert, wie man die­sen Erkennt­nis­sen wis­sen­schaft­lich nach­ge­hen kann. The­men, die schon in der Dau­er­aus­stel­lung des Nean­der­thal Muse­ums behan­delt wer­den, wur­den in der Son­der­aus­stel­lung aus Platz­grün­den aus­ge­klam­mert. Beson­ders schön war, dass die Son­der­aus­stel­lung für ver­schie­dens­te Alters­stu­fen kon­zi­piert war.
Nach der Füh­rung konn­ten wir noch auf eige­ne Faust das Muse­um besich­ti­gen. Dabei hat­te man unter ande­rem die Mög­lich­keit, „Spiel“-Karten mit Nean­der­tha­le­rin­nen mit ver­schie­de­nen Rol­len zu zie­hen und ihre indi­vi­du­el­le Geschich­te durch die Son­der­aus­stel­lung nach­zu­ver­fol­gen, an ver­schie­dens­ten Mit­mach­sta­tio­nen tätig zu wer­den und dar­über hin­aus die Dau­er­aus­stel­lung anzu­se­hen.
Im Anschluss besuch­ten wir auch noch die Fund­stel­le der Feld­ho­fer Grot­te mit Aus­sichts­turm. Den Abschluss bil­de­te ein gemein­sa­mes Abend­essen in der benach­bar­ten Piz­ze­ria. Vie­len herz­li­chen Dank an Gise­la Schul­te-Dorn­berg, die die­sen schö­nen Aus­flug orga­ni­siert hat, und an Dus­tin Wel­per für die span­nen­de Füh­rung!

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen gibt es wei­ter­hin hier: https://neanderthal.de/de/unser-museum/sonderausstellung/stereotypes-neanderthalerin

(Letz­ter Zugriff 6.1.2026)

Hin­weis: Die Son­der­aus­stel­lung im Nean­der­thal Muse­um ist been­det, wird aber als Wan­der­aus­stel­lung in ande­ren Muse­en gezeigt wer­den.

Alle Bil­der Fem­Arc. 

Eingang zum Neanderthalmuseum mit Plakat der Sonderausstellung

Ein­gang zum Nean­der­thal-Muse­um

 

 

 

Ausstellungstexte zur Sonderausstellung

Aus­stel­lungs­tex­te zur Son­der­aus­stel­lung

Ausstellungsobjekt in einer Vitrine: Schädel des Kindes vom Fundplatz Lagar Velho

Aus­stel­lungs­vi­tri­ne mit dem Schä­del des Kin­des vom Fund­platz Lag­ar Vel­ho

Vitrine mit einem Milchzahn, von einer Lupe vergrößert

Vitri­ne mit einem Milch­zahn.

Ausstellungstext

Aus­stel­lungs­text

Bil­der: Gise­la Schul­te-Dorn­berg, unter der Crea­ti­ve-Com­mons-Lizenz

Creative Common Lizenz CC-BY-SA

Kontakt

c/o Muse­um Herx­heim
Unte­re Haupt­stra­ße 153
76863 Herx­heim

vorstand@femarc.deors
redaktion@femarc.der

Bankverbindung

Fem­Arc e.V., Spar­kas­se Han­no­ver
IBAN: DE36 2505 0180 0910 2955 65
BIC: SPKHDE2HXXX

Spen­den in jeder Höhe sind wich­tig für unse­re Arbeit und will­kom­men. Ger­ne stel­len wir eine Spen­den­be­schei­ni­gung aus.

2025: Neue Ergebnisse aus Çatalhöyük

2025: Neue Ergebnisse aus Çatalhöyük

 

Neue Studie von aDNA-Analysen aus Çatalhöyük gibt Hinweise auf Matrilokalität

Oli­via Lin­da Stu­es­si, letz­te Ände­rung am 30.09.2025 

Die Stu­die “Fema­le Line­ages und chan­ging kin­ship pat­terns in Neo­li­thic Çatal­höyük” erschien am 26. Juni 2025 in der Zeit­schrift Sci­ence und wur­de von der Neu­en Züri­cher Zei­tung (NZZ) am 31.07.2025 durch Dag­mar Sche­di­wy auf­ge­grif­fen.
Dem­nach wei­sen die DNA-Ana­ly­sen an Ske­let­ten in Çatal­höyük auf Matri­lo­ka­li­tät auf Haus­halts­ebe­ne hin. DNA-Pro­ben von 131 Indi­vi­du­en, die unter den Fuß­bö­den der Häu­ser begra­ben wur­den, zei­gen dass gemein­sam dort Bestat­te­te pri­mär über die müt­ter­li­che Linie mit­ein­an­der ver­wandt waren und auch die sel­be Nah­rung zu sich genom­men haben. Auch sei­en die Grab­bei­ga­ben von Mäd­chen oft üppi­ger aus­ge­fal­len als die­je­ni­gen von Jun­gen. Den­noch wei­sen laut NZZ-Arti­kel weder die Archi­tek­tur des Ortes und der Häu­ser, noch die Abnut­zungs­spu­ren auf den Kno­chen auf unglei­che oder hier­ar­chi­sche Struk­tu­ren hin. Das könn­te für eine ega­li­tä­re Gesell­schafts­struk­tur spre­chen, wenn nicht die Ver­tei­lung der Grab­bei­ga­ben ungleich wäre.
Laut NZZ-Arti­kel lös­te sich die müt­ter­li­che Abstam­mungs­li­nie im Lau­fe der Jahr­hun­der­te immer mehr auf, nahm also ab. In der Früh­pha­se – zir­ka zwi­schen 7100 und 6700 vor Chris­tus waren noch ca. 63 % der zusam­men Bestat­te­ten Indi­vi­du­en müt­ter­li­cher­seits ver­wandt, wäh­rend sich die­se Zahl in der mitt­le­ren und spä­ten Sied­lungs­pha­se auf zir­ka 30 % bzw. 22 % redu­zier­te. Wenn jedoch bio­lo­gi­sche Ver­wandt­schaft auf­trat, dann aus­schließ­lich in der Mut­ter­li­nie.
Die Grün­de für einen sol­chen Wan­del kön­nen laut den For­schen­den viel­sei­tig sein und blei­ben im Spe­ku­la­ti­ven. Migra­ti­on, kul­tu­rel­ler Aus­tausch, neue sozia­le Orga­ni­sa­ti­ons­for­men – lokal und glo­bal – sind nur die Spit­ze aller mög­li­chen Ein­fluss­fak­to­ren und laden zur gemein­sa­men und kon­struk­ti­ven Dis­kus­si­on ein.

https://www.science.org/doi/10.1126/science.adr2915
https://www.nzz.ch/wissenschaft/catalhoeyuek-und-matriarchat-neue-hinweise-auf-rolle-der-frauen-ld.1895649

 

Kontakt

c/o Muse­um Herx­heim
Unte­re Haupt­stra­ße 153
76863 Herx­heim

vorstand@femarc.deors
redaktion@femarc.der

Bankverbindung

Fem­Arc e.V., Spar­kas­se Han­no­ver
IBAN: DE36 2505 0180 0910 2955 65
BIC: SPKHDE2HXXX

Spen­den in jeder Höhe sind wich­tig für unse­re Arbeit und will­kom­men. Ger­ne stel­len wir eine Spen­den­be­schei­ni­gung aus.

2025 FemArc: Gendersensible Sprache und “Genderverbote”

 

Gendersensible Sprache und aktuelle “Genderverbote”

 11.08.2025,  Gise­la Schul­te-Dorn­berg und ande­re

Wir set­zen im Fol­gen­den das Wort “Gen­der­ver­bo­te” in Anfüh­rungs­zei­chen, weil es in der deut­schen Spra­che nicht mög­lich ist, NICHT zu gen­dern, das Gen­dern also auch nicht ver­bo­ten wer­den kann. “Geschlech­ter­ge­rech­ter Sprach­ge­brauch ist kei­ne ‘Spra­che’ ”, wie Andrea Gei­er, Lite­ra­tur­wis­sen­schaft­le­rin und Pro­fes­so­ring für Gen­der­for­schung an der Uni­ver­si­tät Trier, schreibt.  Das Zitat und mehr dazu ist hier zu fin­den:  https://geierandrea.medium.com/genderverbot-gendersprache-kampfbegriffe-werden-mainstream-70772a77c10a

Kul­tu­staats­mi­nis­ter Wolf­ram Wei­mer hat jedoch das “Gen­dern”, also die Ver­wen­dung geschlech­ter­ge­rech­ter Spra­che, in offi­zi­el­len Schrei­ben sei­ner eige­nen Behör­de kürz­lich unter­sagt. Jetzt will er gen­der­sen­si­ble Spra­che auch für die­je­ni­gen Insti­tu­tio­nen abschaf­fen, die mit öffent­li­chen Mit­teln geför­dert wer­den.  Dazu gehö­ren Insti­tu­tio­nen wie Muse­en, Stif­tun­gen und Rund­funk­an­stal­ten. Für Muse­en bedeu­tet das, dass z.B. in Aus­stel­lungs­tex­ten Son­der­zei­chen wie Binnen‑I oder Stern­chen inner­halb eines Wor­tes nicht mehr ver­wen­det wer­den sol­len. Die Ver­knüp­fung öffent­li­cher För­der­mit­tel mit “Gen­der­ver­bo­ten” soll dabei wohl als Druck­mit­tel ein­ge­setzt wer­den,  sie­he z.B. https://www.deutschlandfunk.de/weimer-wer-oeffentliches-geld-erhaelt-soll-nicht-gendern-100.html 

 Zum The­ma sol­cher “Gen­der­ver­bo­te” gibt es ein Kurz­gut­ach­ten der Jurist*innen der Anti­dis­kri­mi­nie­rungs­stel­le des Bun­des von 2024, das hilf­rei­che Argu­men­te lie­fern kann: https://www.antidiskriminierungsstelle.de/SharedDocs/aktuelles/DE/2024/20240513_gutachten_genderverbote.html

Außer­dem hat sich der Deut­sche Jour­na­lis­ten-Ver­band ent­schie­den gegen den aktu­el­len Vor­stoß des Kul­tur­staats­mins­ters aus­ge­spro­chen: https://www.djv.de/news/pressemitteilungen/press-detail/eingriff-in-rundfunkfreiheit/

Wir wer­den hier und anders­wo jeden­falls wei­ter gen­der­sen­si­ble Spra­che nut­zen. 

Kontakt

c/o Muse­um Herx­heim
Unte­re Haupt­stra­ße 153
76863 Herx­heim

vorstand@femarc.deors
redaktion@femarc.der

Bankverbindung

Fem­Arc e.V., Spar­kas­se Han­no­ver
IBAN: DE36 2505 0180 0910 2955 65
BIC: SPKHDE2HXXX

Spen­den in jeder Höhe sind wich­tig für unse­re Arbeit und will­kom­men. Ger­ne stel­len wir eine Spen­den­be­schei­ni­gung aus.

2025 FemArc: In eigener Sache – Selbstverständnis, Förderrichtlinien und Social Media

 

2025 FemArc – In eigener Sache – Neues im Netzwerk

 27.7.2025,  Gise­la Schul­te-Dorn­berg

1. Unser neu­es Selbst­ver­ständ­nis: Wir öff­nen uns für Frau­en*, dabei steht der Stern hin­ter Frau­en für alle Iden­ti­tä­ten, die in das FLIN­TA-Spek­trum fal­len. Unser neu­es Selbst­ver­ständ­nis, das Ergeb­nis eines län­ge­ren Dis­kus­si­ons­pro­zes­ses im Netz­werk, ist hier auf unse­rer Web­site unter „Was wir wol­len“ https://femarc.de/was-wir-wollen/ zu lesen.

2. Wir för­dern Pro­jek­te: Das tun wir zwar schon län­ger, neu sind die För­der­richt­li­ni­en für die Bean­tra­gung von För­der­mit­teln bei Fem­Arc e.V. Die sind hier zu lesen: https://femarc.de/organisatorisches/foerderrichtlinien/

3. Wir haben jetzt einen Account für Fem­Arc bei mast­o­don(1): @FemArc@archaeo.social
Men­schen, die bei Mast­o­don aktiv sind, kön­nen uns dort ger­ne fol­gen.

 (1) Zur Erläu­te­rung: Mast­o­don ist ein dezen­tra­ler Mikro­blog­ging Dienst, ähn­lich wie das frü­he­re Twit­ter, aber unab­hän­gig von den gro­ßen Tech­nik-Kon­zer­nen. Mast­o­don ist Teil des soge­nann­ten Fedi­ver­se, einem Zusam­men­schluss von­ein­an­der unab­hän­gi­ger Netz­wer­ke. Nähe­re Infor­ma­tio­nen gibt es in der Wiki­pe­dia:
https://de.wikipedia.org/wiki/Mastodon_(soziales_Netzwerk)
https://de.wikipedia.org/wiki/Fediverse

Kontakt

c/o Muse­um Herx­heim
Unte­re Haupt­stra­ße 153
76863 Herx­heim

vorstand@femarc.deors
redaktion@femarc.der

Bankverbindung

Fem­Arc e.V., Spar­kas­se Han­no­ver
IBAN: DE36 2505 0180 0910 2955 65
BIC: SPKHDE2HXXX

Spen­den in jeder Höhe sind wich­tig für unse­re Arbeit und will­kom­men. Ger­ne stel­len wir eine Spen­den­be­schei­ni­gung aus.