Offener Brief zu #IchBinHanna

Offener Brief zu #IchBinHanna

Offener Brief des Vereins FemArc – Netzwerk archäologisch arbeitender Frauen zum Thema #IchBinHanna

Autorin: Fem­Arc-Redak­ti­on, Datum: August 2021                                      

An den Deut­schen Ver­band für Archäo­lo­gie (DVA) und den Deut­schen Archäo­lo­gen-Ver­band (DArV) als archäo­lo­gi­sche Berufs- oder Inter­es­sen­ver­tre­tun­gen

 Der Hash­tag #Ich­Bin­Han­na[1] rich­tet sich gegen die Pro­pa­gie­rung und Idea­li­sie­rung befris­te­ter Arbeits­ver­trä­ge, wie sie in zwei Vide­os auf der Web­site des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Bil­dung und For­schung (BMBF) vor­ge­nom­men wur­den. In die­sen inzwi­schen nur noch im Web­ar­chiv exis­tie­ren­den Vide­os[2] erklärt eine Trick­film­fi­gur namens Han­na die angeb­li­chen Vor­tei­le des Wissenschafts­zeitvertragsgesetzes (WissZeitVG) in der Pro­mo­ti­ons- und in der Post­Doc-Pha­se. Dazu gehö­re unter ande­rem, dass durch die Zir­ku­la­ti­on der Ange­stell­ten das Uni­ver­si­täts­sys­tem nicht „ver­stopft“ und zudem eine höhe­re Inno­va­ti­on erreicht wer­de. Die bekann­ten Kri­tik­punk­te, etwa for­mu­liert in den „95 The­sen zum Wis­sen­schafts­zeit­ver­trags­ge­setz“[3], wer­den igno­riert.

 Zahl­rei­che Wis­sen­schafts­ver­bän­de, dar­un­ter auch sol­che, die expli­zit Archäolog*innen ver­tre­ten, haben sich dem inzwi­schen auch außer­halb der Wis­sen­schaft wahr­ge­nom­me­nen Pro­test gegen das Wissen­schaftszeitvertragsgesetz und die damit ver­bun­de­ne Pre­ka­ri­sie­rung von Akademiker*innen angeschlos­sen. Dazu gehö­ren unter ande­rem die Deut­sche Gesell­schaft für Sozio­lo­gie (DGS), der Ver­band der His­to­ri­ker und His­to­ri­ke­rin­nen Deutsch­lands e. V. (VHD), die Deut­sche Gesell­schaft für Ur- und Früh­geschichte (DGUF) sowie das Char­te­red Insti­tu­te for Archaeo­lo­gists (CIfA)[4].

Haupt­kri­tik­punk­te die­ser Stel­lung­nah­men sind

  • die zöger­li­che Eva­lu­ie­rung des WissZeitVG,
  • die anhal­ten­de man­geln­de Grund­fi­nan­zie­rung der deut­schen Uni­ver­si­tä­ten,
  • die unwür­di­gen Ver­hält­nis­se im Dritt­mit­tel­we­sen, wo sehr viel Lebens- und Arbeits­zeit in das Schrei­ben bzw. das Begut­ach­ten von Anträ­gen inves­tiert wer­den muss.

Wir appel­lie­ren an die archäo­lo­gi­schen Berufs­ver­bän­de, die sich bis­her nicht posi­tio­niert haben, das noch zu tun und ihre Stim­me zuguns­ten der pre­ka­ri­sier­ten Kolleg*innen zu erhe­ben.

 Mit freund­li­chen Grü­ßen

Die Vor­stands­frau­en von Fem­Arc – Netz­werk archäo­lo­gisch arbei­ten­der Frau­en e.V.

 

[1] https://ichbinhanna.wordpress.com/

[2] https://web.archive.org/web/20210611145015/; https://www.bmbf.de/de/media-video-16944.html

[3] https://95vswisszeitvg.wordpress.com/

[4] https://www.archaeologists.net/sites/default/files/2021–07-15_DGUF-CIfA_IchBinHanna.pdf

 

Hashtag IchBinHanna

Kontakt

c/o Muse­um Herx­heim
Unte­re Haupt­stra­ße 153
76863 Herx­heim

E‑Mail: redaktion@femarc.de
Web: www.femarc.de

Bankverbindung

Fem­Arc e.V., Spar­kas­se Han­no­ver
IBAN: DE36 2505 0180 0910 2955 65
BIC: SPKHDE2HXXX

Spen­den in jeder Höhe sind wich­tig für unse­re Arbeit und will­kom­men. Ger­ne stel­len wir eine Spen­den­be­schei­ni­gung aus.

Feminist*in sein in der Klassischen Archäologie in Deutschland: Was, Wie, Warum?

Feminist*in sein in der Klassischen Archäologie in Deutschland: Was, Wie, Warum?

Feminist*in sein in der Klassischen Archäologie in Deutschland: Was, Wie, Warum?

Autorin: Ste­pha­nie Pear­son, Datum: 05.07.2021

Die­ser Essay basiert auf einem Vor­trag, den die Autorin im Mai 2021 an der Uni­ver­si­tät Köln prä­sen­tier­te. Die Autorin bedankt sich bei der Fach­schaft für die Ein­la­dung und die anre­gen­de Dis­kus­si­on sowie bei der Fem­Arc-Redak­ti­on für die freund­li­che Unter­stüt­zung.

Obwohl der Femi­nis­mus als sozio­po­li­ti­sche Bewe­gung in der west­li­chen Kul­tur schon lan­ge exis­tiert, ist Femi­nis­mus in der Klas­si­schen Archäo­lo­gie in Deutsch­land noch wenig spür­bar. Im Ver­gleich zu ande­ren archäo­lo­gi­schen Sub­fä­chern wie die Ur- und Früh­ge­schich­te bleibt die Klas­si­sche Archäo­lo­gie in die­sem Sin­ne zurück. Der Unter­schied ist nicht nur nach Fach, son­dern auch nach Geo­gra­phie fest­stell­bar: Wäh­rend in Groß­bri­tan­ni­en und in den USA etwas mehr von femi­nis­ti­schen Ansät­zen in der Klas­si­schen Archäo­lo­gie die Rede sein kann, ist dies in Deutsch­land viel weni­ger der Fall. Die Klas­si­sche Archäo­lo­gie in Deutsch­land hat eini­ges an femi­nis­ti­schen Ansät­zen nach­zu­ho­len. Was heißt das? Wie geht das? War­um soll­te das uns inter­es­sie­ren – und zwar bren­nend?

Was ist Femi­nis­mus?

Schon beim Begriff Femi­nis­mus tre­ten Miss­ver­ständ­nis­se auf. Der Femi­nis­mus und vor allem das Wort Femi­nis­tin haben in Deutsch­land einen schlech­ten Ruf, was mich als lang­jäh­rig in Deutsch­land woh­nen­de Ame­ri­ka­ne­rin immer wie­der irri­tiert. Wäh­rend der Begriff in den USA brei­te Anwen­dung fin­det, wird er in Deutsch­land kaum ver­wen­det. Doch er muss drin­gend ent­ta­bui­siert wer­den, um die Gleich­stel­lung der Gen­der mög­lichst schnell und effek­tiv vor­an­zu­brin­gen, sowohl in der Archäo­lo­gie als auch in der Gesell­schaft. Dass nun an meh­re­ren Stel­len von Gen­der die Rede ist, ist kein Ersatz. Solan­ge wir den Begriff Femi­nis­mus nicht benut­zen, wer­den sei­ne Prin­zi­pi­en nicht umge­setzt.

Dabei müs­sen wir uns natür­lich erst­mal dar­über im Kla­ren sein, was Femi­nis­mus heißt. Mei­ne Defi­ni­ti­on fängt damit an, was Femi­nis­mus nicht ist. Denn eine gewis­se Pola­ri­sie­rung, und viel­leicht auch ein gewis­ses Suchen nach einem Feind­bild, hat hier schon Ver­wir­rung gestif­tet.

Femi­nis­mus ist nicht:

– Män­ner­hass. Dass Frau­en* im Mit­tel­punkt des Femi­nis­mus ste­hen, heißt kei­nes­wegs, dass Män­ner* zum gro­ßen Feind gemacht wer­den. Ein wich­ti­ger Teil des Femi­nis­mus besteht dar­in, Men­schen nicht pau­schal, son­dern als Indi­vi­du­en zu betrach­ten. Außer­dem sind eini­ge der über­zeug­tes­ten Feminist*innen tat­säch­lich Män­ner* – dazu gleich mehr.

– BH-Ver­bren­nung. Obwohl die­ses Sym­bol des Femi­nis­mus in den 1960er Jah­ren in den USA Teil einer wich­ti­gen Bewe­gung war, die wir rück­bli­ckend als „die zwei­te Wel­le“ des Femi­nis­mus bezeich­nen, gehört die­se spe­zi­fi­sche Art Wider­stand gegen die sozio­po­li­ti­sche Unter­drü­ckung der Frau nicht mehr zum Haupt­an­lie­gen des moder­nen Femi­nis­mus. Sech­zig Jah­re spä­ter befin­den wir uns mitt­ler­wei­le in der vier­ten Wel­le des Femi­nis­mus, die ein noch viel kom­ple­xe­res Bild des Patri­ar­chats bekämpft. (Die vier Wel­len des Femi­nis­mus kön­nen vie­les in der Wis­sen­schaft sowie unse­rer gemein­sa­men Geschich­te erklä­ren, wer­den aber bedau­er­li­cher­wei­se in der For­schung kaum ange­spro­chen.)

– Frau­en­sa­che. Weil wir alle eine gemein­sa­me Exis­tenz auf die­ser Welt füh­ren, ist das Wohl aller Men­schen untrenn­bar mit­ein­an­der ver­knüpft. Die Gleich­stel­lung aller Men­schen geht also jede ein­zel­ne Per­son an. (Und nicht nur aus mora­li­schen Grün­den. Skeptiker*innen kön­nen sich anhand von Oxfam und der World­Bank über ‚shared pro­spe­ri­ty‘ infor­mie­ren.)

Femi­nis­mus ist viel­mehr:

– Das Stre­ben nach glei­chen Rech­ten und Chan­cen für Men­schen aller Gen­der.

Hier muss betont wer­den, dass es bei der Gleich­stel­lung nicht dar­um geht, dass alle Men­schen gleich behan­delt wer­den, son­dern dass alle die glei­chen Chan­cen bekom­men. Die­se glei­chen Chan­cen bedeu­ten manch­mal eine unter­schied­li­che, dem Fall ange­pass­te Behand­lung. Zum Bei­spiel: Polizist*innen in meh­re­ren euro­päi­schen Län­dern bekom­men alle die glei­chen kugel­si­che­ren Wes­ten zum Dienst aus­ge­hän­digt. Die­se Wes­ten sind so geschnit­ten, dass sie nur Men­schen ohne Brüs­te pas­sen. Bei Men­schen mit Brüs­ten bleibt eine lebens­ge­fähr­li­che Lücke im Bauch­be­reich bestehen oder die Wes­ten sind so unbe­quem, dass sie die Arbeit gra­vie­rend beein­träch­ti­gen (Cria­do Perez 2020, 126–7). In die­sem Fall führt eine Gleich­be­hand­lung kei­nes­wegs zu glei­chen Chan­cen für alle Polizist*innen – die glei­che Chan­ce, nicht bei der Arbeit lebens­ge­fähr­lich ver­letzt zu wer­den –, son­dern bie­tet eini­gen den beab­sich­tig­ten Schutz und bringt ande­re in Lebens­ge­fahr.

Eine Kon­se­quenz die­ser Defi­ni­ti­on von Femi­nis­mus ist, dass Men­schen aller Gen­der, auch Män­ner*, wun­der­bar Feminist*innen sein kön­nen. Denn wer will sich gegen glei­che Chan­cen für alle stel­len? Gera­de wenn Män­ner* vom Femi­nis­mus selbst pro­fi­tie­ren kön­nen. Auch sie sind an gewis­sen Stel­len benach­tei­ligt, und dem Femi­nis­mus geht es letzt­end­lich um die Gleich­stel­lung aller Men­schen. Das exzel­len­te Buch von JJ Bola Mask Off. Mas­cu­li­ni­ty Rede­fi­ned (2019, deut­sche Über­set­zung 2020) han­delt genau davon. Wie Bola erklärt, betrifft Sui­zid bei­spiels­wei­se Män­ner* häu­fi­ger als Frau­en*. Grund dafür kann eine emo­tio­na­le Ver­zweif­lung sein, die im gesell­schaft­li­chen Bild des ‚erfolg­rei­chen Man­nes‘ wur­zelt. Der Druck, einem gen­der­spe­zi­fi­schen Vor­bild nach­zu­kom­men, wird durch den Femi­nis­mus ver­ar­bei­tet und redu­ziert. Auch sol­che gen­der­über­grei­fen­den The­men wie Eltern­schutz, die Men­schen aller Gen­der zugu­te­kom­men, wer­den durch den Femi­nis­mus ans Licht gebracht und ver­ar­bei­tet.

Wenn die­se gesell­schaft­li­chen Pro­ble­me schon an eini­gen Stel­len bekämpft wer­den, und nicht nur für Frau­en*, ist der Femi­nis­mus an sich über­haupt nötig? Frau­en* sind doch viel frei­er als je zuvor, mag die Kri­tik lau­ten. Hose tra­gen etc. etc. Es stimmt zwar, dass Frau­en* in vie­len Län­dern jetzt das Wahl­recht haben (in der Schweiz seit erstaun­lich weni­gen Jah­ren – damit wir nicht ver­ges­sen, dass Frau­en* im heu­ti­gen Euro­pa kei­ne Aus­nah­me sind). Auch haben sie sich das Recht auf Berufs­ar­beit ohne Geneh­mi­gung des Ehe­man­nes erstrit­ten (in Deutsch­land seit erstaun­lich weni­gen Jah­ren). Ins­ge­samt haben Frau­en* auf jeden Fall vie­le Rech­te errun­gen, die auch Män­ner* haben. Zugleich aber lei­den sie immer noch unter erheb­li­chen Benach­tei­li­gun­gen. Dies zeigt das beein­dru­cken­de Buch von Caro­li­ne Cria­do Perez Unsicht­ba­re Frau­en (2020). Hier­in sam­melt die Autorin vie­le Stu­di­en, die kei­nen Zwei­fel zulas­sen: Frau­en* welt­weit sind immer noch sozio-öko­no­misch und gesund­heit­lich benach­tei­ligt.

Was ist Femi­nis­mus in der Archäo­lo­gie?

Vom all­ge­mei­nen Kon­zept des Femi­nis­mus keh­ren wir nun zurück zum Haupt­the­ma: Femi­nis­mus in der Archäo­lo­gie. Die Wir­kung und gleich­zei­tig die Kampf­fel­der des Femi­nis­mus im archäo­lo­gi­schen Fach kön­nen in drei Berei­che unter­glie­dert wer­den.

Neue Struk­tu­ren

Stu­di­en- und Arbeits­be­din­gun­gen wer­den lang­sam unter femi­nis­ti­schem Ein­fluss umkon­zi­piert. Frau­en* beset­zen Lei­tungs­po­si­tio­nen häu­fi­ger als zuvor (wie z.B. dem Rechen­schafts­be­richt der zen­tra­len Frau­en­be­auf­trag­ten an der Hum­boldt-Uni­ver­si­tät zu ent­neh­men ist). Auch die aktu­el­len Macht­struk­tu­ren sowie der übli­che Kar­rie­re­ver­lauf an Uni­ver­si­tä­ten wer­den sich nach mei­ner Ein­schät­zung lang­sam ändern, von streng hier­ar­chisch und line­ar zu kol­la­bo­ra­ti­ver und viel­fäl­ti­ger. Das bril­lan­te Buch von Sarah Coo­per Wie du erfolg­reich wirst, ohne die Gefüh­le von Män­nern zu ver­let­zen (2021) macht sich über gera­de die­se tra­di­tio­nel­len Macht­struk­tu­ren am Arbeits­platz lus­tig. Die­se anzu­spre­chen ist ein Schritt in die Rich­tung, sol­che schäd­li­chen Struk­tu­ren umzu­bau­en.

Auch auf Aus­gra­bun­gen wer­den die Macht­struk­tu­ren ver­än­dert, nicht nur durch das Auf­tre­ten von Grabungsleiter*innen aller Gen­der, son­dern durch fla­che­re Hier­ar­chien und einen stär­ke­ren Fokus auf ein gesun­des, kol­le­gia­les Mit­ein­an­der. Eine bewuss­te Auf­ga­ben­ver­tei­lung ist in bei­den Hin­sich­ten ent­schei­dend: Hilft die Gra­bungs­lei­tung beim Schau­feln mit, machen Men­schen aller Gen­der sowohl die Kera­mik­ana­ly­se (sonst oft den Frau­en* zuge­teilt) als auch die Spitz­ha­cken­ar­beit (sonst oft den Män­nern* zuge­teilt), läuft die Gra­bung nach femi­nis­ti­schen Prin­zi­pi­en. Auch das Ein­set­zen einer ‚Ver­trau­ens­per­son‘ auf Gra­bun­gen, wie an der Uni­ver­si­tät Wien und der Hum­boldt-Uni­ver­si­tät zu Ber­lin geplant, gehört zu einem femi­nis­ti­schen Ansatz. Die Ver­trau­ens­per­son soll ein Mit­glied des Gra­bungs­teams sein, die sich wie ein*e Mediator*in ein­setzt, wenn gen­der­spe­zi­fi­sche Kon­flik­te dro­hen – wie es all­zu häu­fig vor­kommt.

Was geforscht wird

Dass sich vie­le For­schun­gen (sowohl in der Archäo­lo­gie als auch in ande­ren Fächern) seit lan­gem auf männ­li­che Sub­jek­te kon­zen­triert, wenn auch unbe­wusst, ist durch metho­do­lo­gi­sche Stu­di­en belegt. Auf eini­ge davon wird gleich näher ein­ge­gan­gen. Stell­ver­tre­tend kann hier ein Zitat des berühm­ten Anthro­po­lo­gen Clau­de Lévi-Strauss aus dem Bericht über ein indi­gen-bra­si­lia­ni­sches Volk die­nen: „Das gan­ze Dorf reis­te am nächs­ten Tag in unge­fähr 30 Kanus ab, ließ uns allein mit den Frau­en und Kin­dern in den ver­las­se­nen Hüt­ten“. Wenn Frau­en* und Kin­der nicht als Teil des ‚gan­zen Dor­fes‘ betrach­tet wer­den, wer­den logi­scher­wei­se nur die Män­ner* doku­men­tiert und erforscht. Dass der For­scher sich selbst für eines der nicht­exis­tie­ren­den Wesen in den ‚ver­las­se­nen Hüt­ten‘ hält, ent­larvt außer­dem den uner­füll­ba­ren Wunsch des For­schers, sei­nen Ein­fluss auf sei­ne For­schung aus­zu­ra­die­ren. Obwohl 1936 geschrie­ben, ver­liert die­ses Zitat nichts an Rele­vanz für die heu­ti­ge For­schungs­land­schaft. Mar­ga­ret Con­key und Janet Spec­tor haben den andau­ern­den Andro­zen­tris­mus in der Archäo­lo­gie in ihrem bahn­bre­chen­den Arti­kel 1984 kri­ti­siert, wie auch Shel­by Brown in ihrem noch drei­ßig Jah­re spä­ter publi­zier­ten Arti­kel (2014).

Ein femi­nis­ti­scher Ansatz heißt jedoch nicht, dass Frau­en* das Haupt­for­schungs­the­ma wer­den. Denn Andro­zen­tris­mus (Män­ner­zen­trie­rung) durch Gyno­zen­tris­mus (Frau­en­zen­trie­rung) zu erset­zen, ist nicht das Ziel, so Mar­ga­ret Con­key: „to replace a patent­ly andro­cen­tric and tota­li­zing nar­ra­ti­ve with a gyn­o­cen­tric yet tota­li­zing and limi­ting nar­ra­ti­ve is to miss the point of femi­nist scru­ti­ny“ („ein offen­sicht­lich andro­zen­tri­sches und all­um­fas­sen­des Nar­ra­tiv durch ein gyno­zen­tri­sches, doch immer noch all­um­fas­sen­des, ein­schrän­ken­des Nar­ra­tiv zu erset­zen, ver­fehlt das Ziel eines femi­nis­ti­schen Ansat­zes“) (Con­key 2003, 876). Das Erset­zen von männ­li­chen Akteu­ren durch weib­li­che Akteu­re ist mitt­ler­wei­le unter dem her­ab­las­sen­den Namen der ‚Add women and stir‘-Methode bekannt, als wären Frau­en* eine ver­ges­se­ne Zutat, die ver­spä­tet hin­zu­ge­fügt wird.

Als Bei­spiel kann die Ent­ste­hung der Won­der Woman in der Comic­in­dus­trie die­nen: Hier ersetzt eine weib­li­che Haupt­fi­gur einen Mann (Super­man), ohne dass sich sonst viel an der Per­son, am Nar­ra­tiv oder der Welt (sowohl der fik­ti­ven als auch unse­rer) ändert. Als Gegen­bei­spiel dient Made­line Mil­lers Buch Cir­ce, eine Neu­kon­zep­tua­li­sie­rung der Odys­see. Hier besteht die Neue­rung nicht nur in der weib­li­chen Haupt­dar­stel­le­rin des Titels, son­dern auch im revo­lu­tio­nä­ren Umden­ken der ursprüng­li­chen patri­ar­cha­li­schen Nar­ra­ti­ve.

Genau­so wenig wie femi­nis­ti­sche Archäo­lo­gie bedeu­tet, aus­schließ­lich Frau­en* zu erfor­schen, bedeu­tet sie auch nicht, Gen­der als Haupt­the­ma zu set­zen. Dafür gibt es schon die Gen­der­ar­chäo­lo­gie, die häu­fi­ger prak­ti­ziert wird als die femi­nis­ti­sche Archäo­lo­gie und deut­lich anders ist. In der Gen­der­ar­chäo­lo­gie geht es dar­um, die Aus­wir­kung von Gen­der in einer Gesell­schaft anhand von deren mate­ri­el­len Bewei­sen zu erfor­schen. Femi­nis­ti­sche Archäo­lo­gie ist wie­der­um die Anwen­dung von femi­nis­ti­schen Prin­zi­pi­en im archäo­lo­gi­schen Fach in der Art und Wei­se zum Bei­spiel, die hier beschrie­ben wird.

Viel­mehr wer­den in der femi­nis­ti­schen Archäo­lo­gie Sub­jek­te erforscht, die jen­seits des ‚gro­ße Män­ner, gro­ße Geschichte‘-Modells lie­gen. Es wer­den nicht nur die männ­li­chen Poli­ti­ker unter die Lupe genom­men oder die Krie­ge und gro­ße his­to­ri­sche Ereig­nis­se, son­dern ande­re Men­schen und lokalere Ereig­nis­se. Es wird ver­sucht, den kom­ple­xen Auf­bau einer Gesell­schaft zu ver­ste­hen, indem nicht nur Men­schen aller Gen­der erforscht wer­den, son­dern auch aller Alter, kör­per­li­chen Kon­sti­tu­tio­nen und ande­rer Eigen­schaf­ten.

Wie geforscht wird

Das Sub­jekt der For­schung zu ändern reicht aber nicht, es müs­sen auch die For­schungs­me­tho­den nach femi­nis­ti­schem Ansatz geän­dert wer­den. Con­key (2003) betont die Wich­tig­keit der Bereit­schaft, ein eige­nes Argu­ment zu über­den­ken und zu revi­die­ren sowie ererb­te Ideen zu hin­ter­fra­gen. Selbst­kri­tik ist auch für Shel­by Brown (2014) von gro­ßer Bedeu­tung. Eine auf kri­ti­schem Dia­log basie­ren­de Metho­de ist im Jour­nal Archaeo­lo­gi­cal Dia­lo­gues nach­zu­le­sen – eine der weni­gen Publi­ka­tio­nen, die einen Dia­log auf Augen­hö­he ins Zen­trum stellt. Hier wird in einem Band ein Essay gleich mit meh­re­ren ‚Respon­se Essays‘ ver­öf­fent­licht, die auf den Anstoß des ers­ten Essays reagie­ren. Der letz­te Essay im Band wird wie­der von der glei­chen Per­son ver­fasst, die den ers­ten Essay geschrie­ben hat – sozu­sa­gen als Reak­ti­on auf die Reak­tio­nen. Es ent­steht dabei ein wah­rer mehr­stim­mi­ger Dia­log, in dem Kri­tik und Sicht­wei­sen gleich auf Augen­hö­he aus­ge­tauscht wer­den kön­nen. Ist das nicht letzt­lich der Kern gewis­sen­haf­ter For­schung? Digi­ta­le Ver­öf­fent­li­chungs­for­men ermög­li­chen eine Ver­brei­tung die­ses Kon­zep­tes. Wir wer­den nach sol­chen Kon­zep­ten Aus­schau hal­ten.

Außer­dem kön­nen Metho­den und Fra­ge­stel­lun­gen so for­mu­liert wer­den, dass sie Per­spek­ti­ven auf und für bis­her igno­rier­te oder benach­tei­lig­te Men­schen eröff­nen. Dies wird anhand des fol­gen­den Bei­spiels ver­an­schau­licht.

‚Das‘ Män­ner­bild in der Archäo­lo­gie

Ein 2007 publi­zier­ter Arti­kel von Miri­am Séné­cheau bie­tet einen Leit­fa­den, wie die Klas­si­sche Archäo­lo­gie selbst­kri­ti­scher und gene­rell femi­nis­ti­scher vor­an­ge­hen könn­te. Der Arti­kel erschien in der mei­nes Wis­sens ein­zi­gen femi­nis­ti­schen Bücher­rei­he in der Archäo­lo­gie, und zwar in der Rei­he Frau­en – For­schung – Archäo­lo­gie, die von Fem­Arc her­aus­ge­ge­ben wird. Die meis­ten der in die­ser Rei­he ver­öf­fent­lich­ten Bei­trä­ge kom­men eher aus der Ur- und Früh­ge­schich­te als der Klas­si­schen Archäo­lo­gie; auch hier liegt Letz­te­re etwas zurück.

Séné­cheau zeigt, dass die gewöhn­li­chen Rekon­struk­ti­ons­bil­der von ur- und früh­ge­schicht­li­chen Gesell­schaf­ten stark dazu ten­die­ren, erwach­se­ne Män­ner* dar­zu­stel­len. Ich wür­de noch einen Schritt wei­ter­ge­hen mit der Beob­ach­tung, die am häu­figs­ten dar­ge­stell­ten Män­ner* sind im Alter (zwi­schen 30 und 50) und Aus­se­hen (kör­per­lich makel­los) nur ein klei­ner Teil des rea­lis­ti­schen Gesell­schafts­spek­trums. Wo sind die Män­ner* unter 30 Jah­re? Wo sind die Män­ner*, die den hier als kano­nisch prä­sen­tier­ten kör­per­li­chen Auf­ga­ben nicht nach­kom­men kön­nen oder wol­len? Die Behin­de­run­gen haben, die alt sind, die jung sind? Auch die­se Män­ner* wer­den durch den unbe­dach­ten patri­ar­cha­li­schen Blick aus­ge­schlos­sen.

Hier sehen wir also, wie der Femi­nis­mus in der archäo­lo­gi­schen For­schung auch Män­nern* zugu­te­kommt. Denn durch eine femi­nis­ti­sche Metho­de wird der Blick nicht von Män­ner* auf Frau­en* gelenkt, son­dern von einem sehr ein­ge­schränk­ten, sogar aty­pi­schen Bild der Männ­lich­keit auf ande­re Men­schen gelenkt, inklu­si­ve ande­re Män­ner*, die die­sem einen Typus nicht ent­spre­chen. Es gibt letzt­lich vie­le Män­ner*, die durch die patri­ar­cha­li­sche Welt­an­schau­ung nicht ver­tre­ten wer­den. Die For­schung scheint jedoch von einem Män­ner­bild aus­zu­ge­hen, das dem Dory­pho­ros – der Sta­tue des grie­chi­schen Bild­hau­ers Poly­klet aus dem 5. Jh. v. Chr. und fort­wäh­ren­dem Mus­ter­werk der idea­len Kör­per­ma­ße eines Man­nes – ver­däch­tig ähn­lich ist. Waren die Grie­chen so über­zeu­gend in die­ser idea­li­sier­ten Vor­stel­lung, dass wir immer noch in ihrem Bann sind? Keine*r von uns ist der Dory­pho­ros.

Séné­cheau zeigt fer­ner, dass die Dar­stel­lun­gen bestimm­ter Tätig­kei­ten auch nach Geschlecht auf­ge­teilt sind. Die Män­ner* gehen auf die Jagd und hüten das Vieh, wäh­rend die Frau­en* töp­fern. Ist die­se Vor­stel­lung begrün­det oder eher eine Annah­me? Julia Koch hat auf die weit­rei­chen­de Gefahr hin­ge­wie­sen, dass Forscher*innen ihr eige­nes, durch die gegen­wär­ti­ge Kul­tur und Erfah­rung gewon­ne­nes Bild in his­to­ri­sche Gesell­schaf­ten hin­ein­pro­ji­zie­ren (2020). Dass Män­ner* ‚akti­ve­re‘ Tätig­kei­ten aus­üben, wäh­rend Frau­en* sich zuhau­se beschäf­ti­gen, ent­spricht nicht zufäl­lig dem bür­ger­li­chen Ide­al­bild des moder­nen Wes­tens. Die Jagd als pri­mär männ­li­che Tätig­keit wird jetzt jedoch hin­ter­fragt. Mög­li­cher­wei­se muss­te die Jagd in sol­chen klei­nen Gesell­schaf­ten so betrie­ben wer­den, dass alle kör­per­lich leis­tungs­fä­hi­gen Men­schen zusam­men­ar­bei­ten muss­ten, egal wel­chen Gen­ders (Haas u.a. 2020). Das Töp­fern wie­der­um ist inter­es­sant, weil die Rekon­struk­ti­on als Frau­en­auf­ga­be in der Vor­ge­schich­te nicht mit dem kano­ni­schen Bild der Klas­si­schen Archäo­lo­gie über­ein­stimmt. Aus dem anti­ken Grie­chen­land sind pri­mär Män­ner* als Töp­fer bekannt. Kann dies dar­auf zurück­zu­füh­ren sein, dass all­täg­li­che Auf­ga­ben erst zu einem ange­se­he­nen Beruf pro­fes­sio­na­li­siert wer­den, wenn sie nicht von Frau­en* zuhau­se, son­dern von Män­nern* am Arbeits­platz aus­ge­übt wer­den? Das Phä­no­men ist heu­te noch häu­fig zu sehen, wie zum Bei­spiel bei Kochen-ver­sus-Ster­ne­koch-Wer­den.

Männ­li­che und weib­li­che Rol­len sind aber durch die Evo­lu­ti­on bestimmt, oder? Nein. Oder: Das kön­nen wir zu die­sem Zeit­punkt gar nicht sagen, weil die bio­lo­gi­sche For­schung bis­her über­wie­gend patri­ar­cha­lisch geführt wor­den ist. Neue For­schun­gen in der Bio­lo­gie zei­gen, dass män­ner­do­mi­nier­te Macht­struk­tu­ren bei Affen (unter vie­len ande­ren Tier­ar­ten) zwar seit lan­gem als nor­mal betrach­tet wor­den sind (Lewis 2018). Aber frau­en­do­mi­nier­te Macht­struk­tu­ren sind viel ver­brei­te­ter als bis­her doku­men­tiert, gera­de weil sie kate­go­risch als Aus­nah­me behan­delt wur­den. Sie wur­den nicht ein­mal ein­deu­tig defi­niert. Nur wenn die­se Art von Sozi­al­struk­tur als ein bedeu­ten­der For­schungs­ge­gen­stand aner­kannt wird, wird sie rich­tig beob­ach­tet, ana­ly­siert und aus­ge­wer­tet wer­den kön­nen. Genau­so muss die Archäo­lo­gie die ererb­ten Vor­stel­lun­gen patri­ar­cha­li­scher Sozi­al­struk­tu­ren hin­ter­fra­gen, anstatt die­se unbe­wusst zu bestä­ti­gen. Die For­schun­gen zum Wikin­ger-Krie­ger von Bir­ka, der lan­ge anhand krie­ge­ri­scher Bei­ga­ben als männ­lich gedeu­tet, kürz­lich aber durch foren­si­sche Ana­ly­sen als Frau inter­pre­tiert wur­de (Pri­ce 2019), sind hier weg­wei­send.

Vor­wärts: Die Klas­si­sche Archäo­lo­gie umden­ken

Wie machen wir also in der Klas­si­schen Archäo­lo­gie wei­ter, an wel­chen Bau­stel­len müs­sen wir umbau­en? Die Klas­si­sche Archäo­lo­gie ist anti­fe­mi­nis­tisch in bestimm­ten Berei­chen, die mit der Geschich­te und den Gegen­stän­den des Faches ver­bun­den sind. Der Fokus auf Namen zum einen beinhal­tet andro­zen­tri­sche Vor­ein­ge­nom­men­hei­ten. Namen von Men­schen (über­wie­gend Män­nern*) und Orten, die in den schrift­li­chen und epi­gra­phi­schen Quel­len genannt wer­den, sind zwar von unschätz­ba­rem Wert für die Klas­si­sche Archäo­lo­gie. Den­noch steckt das Pro­blem dahin­ter, dass haupt­säch­lich Män­ner* und die Orte ihrer gro­ßen Taten auf die­se Wei­se ver­ewigt wer­den. Außer­dem wer­den die­se Namen von anti­ken männ­li­chen Schrift­stel­lern nach gewis­sen Kri­te­ri­en zur Doku­men­ta­ti­on aus­ge­wählt, noch ein beacht­li­cher Fil­ter der Infor­ma­ti­on. Die über­lie­fer­ten Namen stel­len eine Quel­le dar, die unbe­dingt aus­zu­schöp­fen ist – doch mit dem Bewusst­sein, dass sie die anti­ken andro­zen­tri­schen Inter­es­sen fort­set­zen.

In einer ähn­li­chen Rich­tung fokus­sie­ren Hand­bü­cher zur römi­schen Archäo­lo­gie oft auf die Kai­ser und neh­men die­se als struk­tu­rel­len Rah­men für alle wei­te­ren behan­del­ten The­men. Gro­ße Män­ner*, gro­ße Geschich­te. Ein femi­nis­ti­scher Ansatz wür­de den Blick nicht nur von den Kai­sern auf die Kai­se­rin­nen len­ken (‚Add women and stir‘), wo nun Frau­en* die neu­en ‚gro­ßen Män­ner*‘ der Geschich­te sind, son­dern einen ande­ren Fokus, eine ande­re Metho­de wäh­len. Con­key sieht dies als eine Gele­gen­heit, sich auf Men­schen zu kon­zen­trie­ren und den kom­ple­xe­ren Zusam­men­hän­gen zwi­schen Akteu­ren und Ereig­nis­sen nach­zu­ge­hen (2003). Das kann bei­spiels­wei­se durch einen Fokus auf klei­ne, haus­halts­ba­sier­te Dyna­mi­ken erfol­gen. Der Haus­halt ist in die­sem Sin­ne ein Geschenk an die moder­ne Klas­si­sche Archäo­lo­gie, weil er den Hori­zont in sinn­vol­le Rich­tun­gen erwei­tert. Wo gesell­schaft­li­che Grup­pen tra­di­tio­nell durch einen Mann* defi­niert wor­den sind – eine Fami­lie, ein Reich –, kön­nen jetzt ande­re Men­schen auf die Büh­ne tre­ten. Der Haus­halt kann so defi­niert wer­den, dass neue Per­spek­ti­ven auf die anti­ke Gesell­schaft geöff­net wer­den kön­nen. Sarah Levin-Richard­son hat das Bor­dell in Pom­pe­ji aus femi­nis­ti­scher Sicht als eine Art Haus­halt neu gedacht, indem sie es mit dem brei­ten Spek­trum von Men­schen, die in die­sem Gebäu­de ihren Sozi­al­kreis auf­ge­baut haben, wie­der­be­lebt (2019). Kom­ple­xe Bezie­hun­gen und Iden­ti­tä­ten wer­den nicht abge­lehnt oder pau­scha­li­siert, son­dern geschätzt.

Andro­zen­trisch ist auch der Fokus auf gewis­se Mate­ria­li­en. Öffent­li­che Gebäu­de und Por­trät­sta­tu­en wur­den in der Anti­ke haupt­säch­lich von Män­nern* bezahlt, in Auf­trag gege­ben, errich­tet, benutzt. Anhand die­ses Mate­ri­als eine Per­spek­ti­ve aus nicht-männ­li­cher Sicht zu erfor­schen ist zwei­fels­oh­ne mög­lich, aber schwie­rig. Pro­ble­ma­tisch sind in die­sem Sin­ne Hand­bü­cher der Klas­si­schen Archäo­lo­gie, die die­se Gat­tun­gen vor allen ande­ren bevor­zu­gen, wie der soge­nann­ten Klein­kunst (der Begriff weist klar auf sei­nen patri­ar­cha­li­schen Ursprung hin). Ande­re Gat­tun­gen ermög­li­chen einen Blick auf ein viel brei­te­res Spek­trum der anti­ken Gesell­schaft. Tex­ti­li­en sind ein viel­ver­spre­chen­des Mate­ri­al in die­ser Hin­sicht. Die Her­stel­lung und Ver­ar­bei­tung des Stof­fes wur­de von anti­ken Men­schen aller Gen­der und Sozi­al­schich­ten betrie­ben, von Skla­ven bis zu Kai­se­rin­nen. Hier­zu könn­ten sehr inter­es­san­te femi­nis­ti­sche, inter­sek­tio­na­le Stu­di­en gemacht wer­den. Dass die Tex­til­for­schung erst in den letz­ten 20 Jah­ren an Bedeu­tung gewon­nen hat und häu­fig von Frau­en* betrie­ben wird, ist eine unmit­tel­ba­re Fol­ge des wach­sen­den femi­nis­ti­schen Ansat­zes in der Archäo­lo­gie.

Dazu kommt noch das bekann­te Pro­blem, dass die anti­ken schrift­li­chen, bild­li­chen und archäo­lo­gi­schen Quel­len aus Eli­ten­kon­tex­ten bes­ser erhal­ten sind als die aus Nicht-Eli­ten­kon­tex­ten. Archäo­lo­gi­sches Mate­ri­al bleibt län­ger und bes­ser erhal­ten, wenn es aus teu­rem Stein besteht als aus Holz, Stoff oder ande­ren bil­li­ge­ren Mate­ria­li­en. Das Pro­blem ist inso­fern gen­der­spe­zi­fisch, da Armut öfter Frau­en* als Män­ner* betrifft. Die­sem Fakt zugrun­de lie­gen vie­le mit dem Patri­ar­chat ver­bun­de­ne Dyna­mi­ken (Krau­se 1994/5), die heu­te noch herr­schen, unter ande­rem die unbe­zahl­te Care-Arbeit, das nied­ri­ge­re Arbeits­ent­gelt für Frau­en* als für Män­ner* und das Tabu gegen berufs­tä­ti­ge Frau­en*. Das heißt, dass die erhal­te­nen archäo­lo­gi­schen Res­te auch in die­ser Hin­sicht Frau­en* weni­ger als Män­ner* reprä­sen­tie­ren (Sei­ler 2011). Nach den geschlechts­ab­hän­gi­gen Aspek­ten der Armut zu fra­gen und deren Ein­fluss auf unse­re For­schung bewusst zu machen, gehört zu einem femi­nis­ti­schen Ansatz. Dies ist dar­über hin­aus eine inter­sek­tio­na­le Fra­ge­stel­lung – pas­send zu unse­rer vier­ten Wel­le des Femi­nis­mus –, indem sozi­al­öko­no­mi­sche Fak­to­ren als Teil des Gesamt­bilds mit­ein­be­zo­gen wer­den.

Selbst wenn die­se Pro­blem­fel­der schwie­rig zu kor­ri­gie­ren sind – ich selbst bin erst am Anfang des nöti­gen Umden­kens –, kön­nen wir immer­hin eines sofort ver­bes­sern: Wir kön­nen ab jetzt bewuss­ter mit den Pro­ble­men umge­hen. Vor allem ist es wich­tig, die­se in der Leh­re anzu­spre­chen. Die Nach­wuchs­ge­ne­ra­ti­on denkt über Gen­der, Macht­be­zie­hun­gen und Sozi­al­ge­rech­tig­keit schon viel inten­si­ver nach als wir älte­ren Men­schen. Stu­die­ren­de wer­den sich femi­nis­ti­sche Fra­gen zum archäo­lo­gi­schen Mate­ri­al stel­len, ob wir sie expli­zit anspre­chen oder nicht. Respekt und Ver­ant­wor­tungs­be­wusst­sein erfor­dern es, trans­pa­rent mit ihnen über die­se gegen­wär­tig höchst rele­van­ten The­men zu reden. Und wenn das unse­re For­schung, sogar unse­re eige­ne Gesell­schaft femi­nis­tisch beein­flusst, umso bes­ser.

Biblio­gra­phie

Bola, JJ (2019). Mask Off. Mas­cu­li­ni­ty Rede­fi­ned. Lon­don, Plu­to Press. (Deutsch: Sei kein Mann. War­um Männ­lich­keit ein Alp­traum von Jungs ist, 2020. Mün­chen, han­ser­blau.)

Brown, S. (2014). Femi­nist Rese­arch in Archaeo­lo­gy: What Does It Mean? Why Is It Taking So Long? Femi­nist Theo­ry and the Clas­sics. N. S. Rabi­no­witz und A. Rich­lin. New York, Rout­ledge: 238–271.

Con­key, M. (2003). Has Femi­nism Chan­ged Archaeo­lo­gy? Signs 28(3): 867–880.

Con­key, M.W. und J.D. Spec­tor (1984). Archaeo­lo­gy and the Stu­dy of Gen­der. Advan­ces in Archaeo­lo­gi­cal Method and Theo­ry 7: 1–38.

Cria­do Perez, C. (2020). Unsicht­ba­re Frau­en. Wie eine von Män­nern gemach­te Welt die Hälf­te der Bevöl­ke­rung igno­riert. Mün­chen, btb.

Haas, R. u.a. (2020). Fema­le hun­ters of the ear­ly Ame­ri­cas. Sci­ence Advan­ces: 1–10.

Koch, J. (2020). Bil­dungs­bür­ger haben ihre Vor­stel­lun­gen vom Fami­li­en­le­ben idea­li­siert und in die Vor­ge­schich­te hin­ein­pro­ji­ziert. Beglei­ten­des Inter­view zur ZDF-Doku­men­ta­ti­on Mäch­ti­ge Män­ner – Ohn­mäch­ti­ge Frau­en? Inter­viewe­rin: B. Tan­ner.

Krau­se, J.-U. (1994/5). Wit­wen und Wai­sen im Römi­schen Reich, Habi­li­ta­ti­ons­schrift, Stutt­gart, Stei­ner Ver­lag.

Lévi-Strauss, C. (1936). Con­tri­bu­ti­on à l’étude de l’organisation socia­le des Indi­ens Bororo. Jour­nal de la socié­té des amé­ri­ca­nis­tes 28(2): 269–304.

Levin-Richard­son, S. (2019). The Brot­hel of Pom­peii: Sex, Class and Gen­der at the Mar­gins of Roman Socie­ty. Cam­bridge, Cam­bridge Uni­ver­si­ty Press.

Lewis, R.J. (2018). Fema­le Power in Pri­ma­tes and the Phe­no­me­non of Fema­le Domi­nan­ce. Annu­al Review of Anthro­po­lo­gy: 533–551.

Mil­ler, M. (2018). Cir­ce. Lon­don, Bloomsbu­ry.

Pri­ce, N. u.a. (2019). Viking war­ri­or women? Reas­ses­sing Bir­ka cham­ber gra­ve Bj.581. Anti­qui­ty, 93(367), 181–198.

Sei­ler, S., Hrsg. (2011). Armut in der Anti­ke: Per­spek­ti­ven in Kunst und Gesell­schaft. Trier, Rhei­ni­sches Lan­des­mu­se­um.

Séné­cheau, M. (2007). Moti­ve mit Tra­di­ti­on. Lebens­bil­der und Geschlech­ter­rol­len in gegen­wär­ti­gen Schul­bü­chern. Sci­ence oder Fic­tion? Geschlech­ter­rol­len in archäo­lo­gi­schen Lebens­bil­dern. J.E. Fries, U. Ram­bu­scheck und G. Schul­te-Dorn­berg. Müns­ter, Wax­mann: 123–162.

Kul­tur­wis­sen­schaf­ten aus nicht-binä­rer Per­spek­ti­ve:

Blog der Socie­ty of Clas­si­cal Stu­dies (Link). Ins­be­son­de­re die Rei­he ‚In Dia­lo­gue: Trans Stu­dies and Clas­sics‘.

Wis­sen­schaft von Dr. Kit Heyam (Link). Per­sön­li­che Emp­feh­lung: Vor­trag ‚Invi­si­ble women: unco­ve­ring gen­de­red histo­ry in the V&A’s Ear­ly Modern coll­ec­tions‘ im Vic­to­ria and Albert Muse­um (Link).

Blog Essay ‚Que­er Clas­sics‘ von Han­nah Abi­ga­il Clar­ke auf Eido­lon (Link).

Sweet­Bit­ter, ‚An inves­ti­ga­ti­ve histo­ry pod­cast with a focus on que­er women’s histo­ry’ (Link).

PDF des Bei­trags zum Down­load

Kontakt

c/o Muse­um Herx­heim
Unte­re Haupt­stra­ße 153
76863 Herx­heim

E‑Mail: redaktion@femarc.de
Web: www.femarc.de

Bankverbindung

Fem­Arc e.V., Spar­kas­se Han­no­ver
IBAN: DE36 2505 0180 0910 2955 65
BIC: SPKHDE2HXXX

Spen­den in jeder Höhe sind wich­tig für unse­re Arbeit und will­kom­men. Ger­ne stel­len wir eine Spen­den­be­schei­ni­gung aus.

Sexualisiertes Fehlverhalten auf Grabungen und im akademischen Alltag – aus Studierendensicht

Sexualisiertes Fehlverhalten auf Grabungen und im akademischen Alltag – aus Studierendensicht

Sexualisiertes Fehlverhalten auf Grabungen und im akademischen Alltag – aus Studierendensicht

Autorin: Mia Sophie Molitor, Datum: 11.06.2021

                                       

Sexua­li­sier­tes Fehl­ver­hal­ten ist in den letz­ten Jah­ren zu einem wich­ti­gen The­ma gewor­den: Debat­ten über #auf­schrei und #MeToo för­der­ten Dis­kus­sio­nen. Lei­der wird die­se The­ma­tik in der Archäo­lo­gie kaum behan­delt, obwohl gera­de hier ein beson­de­rer Umgang gefragt ist. Auf Aus­gra­bun­gen, Sur­veys und ande­ren Pro­jek­ten arbei­tet man eng zusam­men und ver­bringt abends auch sei­ne Frei­zeit zusam­men. Hier­ar­chien zwi­schen den Teil­neh­men­den wer­den auf­ge­lo­ckert: Die Schnitt­lei­tung sitzt neben der Gra­bungs­lei­tung und Stu­die­ren­den an einem Tisch beim Abend­essen. Dies ist auch schön und soll auch so blei­ben!

Was pas­siert aber bei sexis­ti­schen Kom­men­ta­ren oder gar tät­li­chen Über­grif­fen, die in einem locke­ren Kon­text ent­ste­hen kön­nen? Vie­le Men­schen trau­en sich nicht ihren Vor­ge­setz­ten zu sagen, dass sie ihre Gren­zen über­schrei­ten. Die Angst, nicht wie­der auf die­se Gra­bung fah­ren zu dür­fen oder im klei­nen Kreis der Archäo­lo­gie einen schlech­ten Ruf zu erlan­gen, schwingt dabei mit; aber auch die Befürch­tung von der Grup­pe zu hören „Stell dich nicht so an“, „Das war doch nur ein Scherz“ oder „Lässt du wie­der die Eman­ze raus­hän­gen?“, wenn man fest­stellt, dass ein Kom­men­tar unpas­send war. Man sol­le es sich nicht mit den Men­schen im Gra­bungs­ort ‚ver­scher­zen‘, wird immer wie­der fest­ge­stellt – ohne vor Ort kön­ne man nicht gra­ben. Bei sexua­li­sier­ten Kom­men­ta­ren und Taten von Arbei­ten­den aus der Gegend ist man dann fast macht­los.

Ähn­li­ches pas­siert aber auch im aka­de­mi­schen All­tag. Klei­ne fami­liä­re Insti­tu­te las­sen hier­ar­chi­sche Struk­tu­ren schnell ver­schwim­men: Traut man sich, sich zu weh­ren, wenn man Angst hat, dass die Haus­ar­beit schlecht beno­tet wird? Die Ant­wort ist lei­der meist „Nein“.

Im Rah­men der IFa­Ta (Inter­na­tio­na­le Fach­schaft­en­ta­gung) des DASV e.V. (Dach­ver­band Archäo­lo­gi­scher Stu­die­ren­den Ver­bin­dun­gen) wur­de vor eini­ger Zeit eine Arbeits­grup­pe zu sexua­li­sier­tem Fehl­ver­hal­ten auf Gra­bun­gen und im aka­de­mi­schen All­tag gegrün­det. Hier wur­de sich zur Auf­ga­be gemacht, auf die­se Pro­ble­ma­tik auf­merk­sam zu machen, Men­schen dafür zu sen­si­bi­li­sie­ren und die The­ma­tik zu ent­ta­bui­sie­ren. Des Wei­te­ren soll Betrof­fe­nen und Drit­ten Stra­te­gien zum Umgang in sol­chen Situa­tio­nen gebo­ten wer­den.

Dabei sind wir in der Ver­gan­gen­heit auf eini­ge Pro­ble­me gesto­ßen: Es wird abge­strit­ten, dass es sol­che Pro­ble­me gibt, man habe das ja noch nie mit­ge­kriegt. Man sol­le Bei­spie­le nen­nen. Das ist aber nicht die Auf­ga­be die­ser AG. Man kann nur sagen, wir haben vie­le Geschich­ten über ver­schie­de­ne sexua­li­sier­te Über­grif­fe gehört: Von sexis­ti­schen Sprü­chen über Hand­greif­lich­kei­ten bis hin zu Ver­ge­wal­ti­gun­gen. Dabei ist jede Über­schrei­tung der Gren­zen einer Per­son rele­vant und soll­te the­ma­ti­siert wer­den. Und es ist nicht die Schuld des Opfers, wenn sich jemand falsch ihr/ihm gegen­über ver­hält.

Lei­der wur­de dies behaup­tet: Wenn man sich auf einer Gra­bung unwohl füh­le, sol­le man doch ein­fach woan­ders mit­fah­ren. Täter­schutz nennt sich das. Heu­te muss man um jeden Gra­bungs­platz kämp­fen und man nimmt, was man krie­gen kann. ‚Ein­fach nicht mit­zu­fah­ren‘ ist da kei­ne Alter­na­ti­ve.

Zuletzt began­nen eini­ge Fach­schafts­ver­tre­tun­gen Kon­zep­te aus­zu­ar­bei­ten, die für die The­ma­tik sen­si­bi­li­sie­ren und Hil­fe bie­ten, wenn es zu sol­chen Situa­tio­nen kommt. Die­se wer­den auf die jewei­li­ge Uni­ver­si­tät und Gra­bungs- bzw. Sur­vey­kam­pa­gnen zuge­schnit­ten. Wich­tig dabei schei­nen Ver­trau­ens­per­son, an die man sich wen­den kann, wenn man betrof­fen ist, aber auch Work­shops und ande­re Ver­an­stal­tun­gen, die auf die­se Pro­ble­ma­tik auf­merk­sam machen.

Wir hof­fen nun in der Zukunft, dass sich die Bespre­chung die­ser The­ma­tik ver­brei­tet, man über Pro­blem­lö­sun­gen spricht und viel­leicht mehr dar­über nach­denkt, wie sich ver­hal­ten wird – ob z.B. ein sexis­ti­scher Kom­men­tar nun wirk­lich nötig ist. Wir wün­schen uns, dass an jeder Uni­ver­si­tät, auf jeder Kam­pa­gne und in ande­ren archäo­lo­gi­schen Kon­tex­ten über die Pro­ble­ma­tik gespro­chen und dann gehan­delt wird.

 

Lite­ra­tur­ver­weis: H. Koch, Die AG „Sexua­li­sier­tes Fehl­ver­hal­ten“ des DASV e.V. stellt sich vor. Blick­punkt Archäo­lo­gie 3/2019, 2020, 217–218.

Kon­takt zur AG Sexua­li­sier­tes Fehl­ver­hal­ten auf Gra­bun­gen und im Aka­de­mi­schen All­tag: sfga@dasv-ev.org

Kontakt

c/o Muse­um Herx­heim
Unte­re Haupt­stra­ße 153
76863 Herx­heim

E‑Mail: redaktion@femarc.de
Web: www.femarc.de

Bankverbindung

Fem­Arc e.V., Spar­kas­se Han­no­ver
IBAN: DE36 2505 0180 0910 2955 65
BIC: SPKHDE2HXXX

Spen­den in jeder Höhe sind wich­tig für unse­re Arbeit und will­kom­men. Ger­ne stel­len wir eine Spen­den­be­schei­ni­gung aus.

Sexualisiertes Fehlverhalten auf Grabungen und im akademischen Alltag – aus Studierendensicht

Frauen in der Archäologie II: Christliche Archäologinnen

Frauen in der Archäologie II: Christliche Archäologinnen

Autorin: Zoe Acht­so­glou, Datum: 19.05.2021

                                       

Die aka­de­mi­schen Kar­rie­ren von Archäo­lo­gin­nen des 20. Jahr­hun­derts ste­hen deut­lich im Zei­chen ihrer Zeit. Trotz eige­ner maß­ge­ben­der For­schun­gen arbei­te­ten sie lan­ge Zeit als frei­wil­li­ge Assis­ten­tin­nen, tra­ten hin­ter ihren Leh­rern und Ehe­part­nern zurück und waren von den poli­ti­schen Sys­te­men in ihrer Berufs­aus­übung ein­ge­schränkt. Im fol­gen­den Arti­kel soll ein kur­zer Blick auf Eli­sa­beth Alf­öl­di-Rosen­baum, Patri­zia Angio­li­ni Mar­ti­nel­li und Han­na Marie Mar­ga­re­te Jursch gewor­fen wer­den.

 

Eli­sa­beth Alf­öl­di-Rosen­baum

(06.09.1911 – 06.10.1992)

Eli­sa­beth Alf­öl­di-Rosen­baum wur­de im Jahr 1911 in Koblenz gebo­ren. Sie besuch­te die Ursu­li­nen­schu­le in Köln und stu­dier­te im Win­ter­se­mes­ter 1939/40 an der Hoch­schu­le für Leh­rer­bil­dung in Leip­zig. Im Früh­jahr 1940 wech­sel­te sie an die Uni­ver­si­tät Köln und beleg­te Kur­se in Klas­si­scher Archäo­lo­gie, Kunst­ge­schich­te und Alt­phi­lo­lo­gie, wel­che sie im Som­mer­se­mes­ter 1941 an der Uni­ver­si­tät Wien fort­setz­te. Sie selbst begrün­det ihren Wech­sel damit, dass sie die poli­ti­schen Inter­es­sen des Natio­nal­so­zia­lis­mus nicht ver­trat. Eli­sa­beth Alf­öl­di-Rosen­baum erhielt zwi­schen Janu­ar und Okto­ber 1942 ein Sti­pen­di­um für ein Stu­di­um an der Uni­ver­si­tät Buda­pest. Hier beleg­te sie bei Gyu­la Mora­včík Kur­se in Byzan­ti­nis­tik, bei Andre­as Alf­öl­di Alte Geschich­te und bei F. Ger­ke Vor­le­sun­gen in Archäo­lo­gie und Kunst­ge­schich­te. Zudem assis­tier­te sie am Kunst­ge­schicht­li­chen Insti­tut bei Ger­ke und begann ihre Mate­ri­al­samm­lung zur Dis­ser­ta­ti­on. Ab Herbst 1942 assis­tier­te an der Uni­ver­si­tät Ber­lin als wis­sen­schaft­li­che Hilfs­kraft am Semi­nar für Christ­li­che Archäo­lo­gie und kirch­li­che Kunst. Sie wur­de am 04.08.1944 zu Por­träts auf pan­no­ni­schen Grab­ste­len unter F. Ger­ke und G. Roden­waldt an der phi­lo­so­phi­schen Fakul­tät der Uni­ver­si­tät Ber­lin pro­mo­viert. Ihre münd­li­che Ver­tei­di­gung ver­zö­ger­te sich um drei Stun­den durch einen Bom­ben­an­griff auf die nur 200m ent­fern­te Muse­ums­in­sel, da sie mit ihren Prü­fern Schutz in einem Bun­ker suchen muss­te. Seit Mai 1946 arbei­te­te sie als Assis­ten­tin von Ger­ke am Kunst­his­to­ri­schen Insti­tut der Uni­ver­si­tät Mainz, wur­de aber im Win­ter­se­mes­ter 1950/51 und im Som­mer­se­mes­ter 1951 für ein Sti­pen­di­um in Lon­don beur­laubt. Nach Dif­fe­ren­zen mit Ger­ke schied sie im Sep­tem­ber 1951 aus dem Insti­tut aus. Im Jahr 1952 pro­mo­vier­te sie zu Late Antique models for Caro­lin­gi­an art am Cour­t­auld Insti­tu­te in Lon­don. In die­ser Zeit arbei­te­te sie am War­burg Insti­tu­te und am Newn­ham Col­lege in Cam­bridge. Wäh­rend zwei­er Aus­lands­auf­ent­hal­te in Liby­en, die sie von Eng­land aus antrat, erstell­te sie zusam­men mit R. G. Good­child und J. B. Ward-Per­kins einen Kata­log zu Por­trät­plas­ti­ken aus Kyre­nai­ka. Zwi­schen 1963 und 1966 arbei­te­te sie am Türk Tarih Kuru­mu, der Tür­ki­schen His­to­ri­schen Gesell­schaft, in Anka­ra, an dem sie spä­ter einen Bera­tungs­pos­ten inne­hat­te. In Zusam­men­ar­beit mit Jale İnan arbei­te­te sie an einem Kor­pus zur römi­schen und früh­by­zan­ti­ni­schen Por­trät­plas­tik in der Tür­kei. Zwi­schen 1965–1970 nahm sie an Gra­bungs­kam­pa­gnen in Ana­mur und Balabo­lu teil und lehr­te an der Uni­ver­si­tät Colum­bus in Ohio und an der Uni­ver­si­tät Anka­ra. Seit 1966 arbei­te­te sie am Depart­ment of Fine Arts an der Uni­ver­si­tät Toron­to und lehr­te Archäo­lo­gie und Kunst­ge­schich­te. Im März 1967 hei­ra­te­te sie A. Alf­öl­di, half ihm beim Ver­fas­sen sei­ner wis­sen­schaft­li­chen Arbei­ten und schrieb gemein­sam mit ihm den Kor­pus der spät­an­ti­ken Kon­tor­ni­at-Medail­lons. Im Jahr 1973 wur­de sie zur Pro­fes­so­rin beru­fen und im Jahr 1984 eme­ri­tiert. Sie ver­starb am 06.10.1992 infol­ge einer Herz­ope­ra­ti­on in Prince­ton in den USA.

Das For­schungs­in­ter­es­se von Eli­sa­beth Alf­öl­di-Rosen­baum lag im Bereich der Kunst der Spät­an­ti­ke und des frü­hen Mit­tel­al­ters. Sie war Exper­tin für den Bereich der kai­ser­zeit­li­chen römi­schen Por­träts, wel­che sie geo­gra­fisch auch auf den klein­asia­ti­schen Raum aus­wei­te­te. Ihr Kor­pus zur römi­schen und früh­by­zan­ti­ni­schen Por­trät­plas­tik war sehr bedeu­tend. Auch ihre Mit­hil­fe am Kor­pus der spät­an­ti­ken Kon­tor­ni­at-Medail­lons gilt als maß­ge­bend, da sie ihren Mann, der unter andau­ern­den Krank­hei­ten litt, in sei­ner For­schung stark unter­stütz­te. Ihre Auf­sät­ze zu anti­ken Spiel­stei­nen aus Elfen­bein und Bein konn­ten eine For­schungs­lü­cke schlie­ßen. Einen Kor­pus zu anti­ken Spiel­stei­nen konn­te sie durch ihren plötz­li­chen Tod jedoch nicht mehr been­den. Zu ihren wich­tigs­ten Ver­öf­fent­li­chun­gen zäh­len u.a.: A Cata­lo­gue of Cyre­nai­can Por­trait Sculp­tu­re (1960), Römi­sche und Früh­by­zan­ti­ni­sche Por­träts aus der Tür­kei (1979 in Zusam­men­ar­beit mit Jale İnan) und die Kon­tor­ni­at-Medail­lons. Neue Bear­bei­tung von Andre­as Alf­öl­di und Eli­sa­beth Alf­öl­di (1976 und 1990). Die deut­sche und eng­li­sche Edi­ti­on von De Re Coqui­na­ria des Api­ci­us in Zusam­men­ar­beit mit Bar­ba­ra Flower wur­de einer brei­ten Öffent­lich­keit bekannt (1958 und 1970).

Zugrun­de lie­gen­de Lite­ra­tur:

M. Den­nert, Eli­sa­beth Alf­öl­di-Rosen­baum. Klas­si­sche und Christ­li­che Archäo­lo­gin, in: S. Heid – M. Den­nert (Hrsg.), Per­so­nen­le­xi­kon zur Christ­li­chen Archäo­lo­gie. For­scher und Per­sön­lich­kei­ten vom 16. bis zum 21. Jahr­hun­dert 1 (Regens­burg 2012), 64–65.

H.A. Cahn, Eli­sa­beth Alf­öl­di-Rosen­baum, in: Gno­mon 65/8, 1993, 762–763.

M. Kirsch­baum, Eli­sa­beth Alf­öl­di-Rosen­baum, in: Inter­net­por­tal Rhei­ni­sche Geschich­te <http://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Persoenlichkeiten/elisabeth-alfoeldi-rosenbaum/DE-2086/lido/5933ca75814ee6.55935983> (20.02.2021).

S. D. Camp­bell – J. Rus­sell, Eli­sa­beth Alf­öl­di-Rosen­baum. 1921–1992, in: AJA 97/3, 1993, 565–566.

 

Patri­zia Angio­li­ni Mar­ti­nel­li

(31.10.1940 – 11.06.2000)

Patri­zia Angio­li­ni Mar­ti­nel­li wur­de am 31.10.1940 in Cas­tel­fran­co Emi­lia in der Regi­on Emi­lia-Roma­gna in Ita­li­en gebo­ren. Sie absol­vier­te das liceo clas­si­co in Bolo­gna und leg­te im Jahr 1963 die lau­rea in let­te­re, einem Abschluss in klas­si­schen Spra­chen, an der Uni­ver­si­tät Bolo­gna ab. Ihre Arbeit bei G. Bovi­ni ver­fass­te sie über die archi­tek­to­ni­schen Merk­ma­le der früh­christ­li­chen Bau­wer­ke in Raven­na. Im sel­ben Jahr wur­de sie frei­wil­li­ge Assis­ten­tin an Bovi­nis Lehr­stuhl für Christ­li­che Archäo­lo­gie und Geschich­te der byzan­ti­ni­schen Kunst an der Uni­ver­si­tät Bolo­gna. Seit dem Jahr 1963 nahm sie bis zu ihrem Lebens­en­de an zahl­rei­chen natio­na­len wie inter­na­tio­na­len Kon­gres­sen für Christ­li­che Archäo­lo­gie und Byzan­ti­nis­tik teil. Im Jahr 1967 wur­de sie ordent­li­che Assis­ten­tin für raven­na­ti­sche Alter­tü­mer und 1969 kor­re­spon­die­ren­des Mit­glied der Depu­ta­zio­ne di Sto­ria Patria per le pro­vin­ce di Roma­gna. Im Jahr 1970 wur­de sie ordent­li­che Assis­ten­tin für Christ­li­che Archäo­lo­gie an der Uni­ver­si­tät Bolo­gna und nahm Dozen­tu­ren zur Geschich­te der byzan­ti­ni­schen Kunst am Isti­tu­to di Anti­chi­tà Raven­na­ti e Paleo­bi­zan­ti­ne zuerst in Raven­na, spä­ter in Bolo­gna an. Ab 1973 war sie effek­ti­ves Mit­glied der Depu­ta­zio­ne di tria Patria per le pro­vin­ce di Roma­gna. Sie lehr­te ab 1974 byzan­ti­ni­sche Archäo­lo­gie an der Scuo­la di per­fe­zio­na­men­to in Archeo­lo­gia, der spä­te­ren Scuo­la di spe­cia­liz­za­zio­ne in Archeo­lo­gia, an der Uni­ver­si­tät Bolo­gna. Von 1993–1995 ver­trat sie die Mit­tel­al­ter­li­che Kunst­ge­schich­te am Cor­so di lau­rea in Con­ser­va­zio­ne dei beni cul­tu­ra­li del­la Facol­tà di Let­te­re e Filoso­fia der Uni­ver­si­tät Bolo­gna mit Sitz in Raven­na. Im Jahr 1995 wur­de sie zur Hono­rar­in­spek­to­rin der Soprin­ten­den­za ai Beni Sto­ri­ci ed Artis­ti­ci von Bolo­gna. Sie ver­starb am 11.06.2000 in Bolo­gna.

Ihr For­schungs­in­ter­es­se lag zunächst auf der christ­li­chen und spät­an­ti­ken Archäo­lo­gie mit einem Fokus auf der Archi­tek­tur, Skulp­tur und Mosai­ke in Raven­na. Spä­ter wand­te sie sich der byzan­ti­ni­schen und post-byzan­ti­ni­schen Kunst­pro­duk­ti­on Kon­stan­ti­no­pels und der Pro­vin­zen zu. Hier­bei lag ihr Inter­es­se ins­be­son­de­re auf der Iko­no­gra­phie und der sti­lis­ti­schen Ana­ly­se der Male­rei im Ver­gleich der öst­li­chen und west­li­chen Kul­tur­krei­se. Vie­le spät- und post-byzan­ti­ni­sche Wer­ke in Nord­ita­li­en, wie die Iko­nen der Pina­ko­thek Bolo­gna oder die Iko­nen und Tafeln der sich im Natio­nal­mu­se­um von Raven­na befind­li­chen Samm­lung Clas­se, wur­den von ihr das ers­te Mal ein­ge­hen­der betrach­tet.

Zugrun­de lie­gen­de Lite­ra­tur:

S. Pasi, Patri­zia Angio­li­ni Mar­ti­nel­li. Kunst­his­to­ri­ke­rin, in: S. Heid – M. Den­nert (Hrsg.), Per­so­nen­le­xi­kon zur Christ­li­chen Archäo­lo­gie. For­scher und Per­sön­lich­kei­ten vom 16. bis zum 21. Jahr­hun­dert 1 (Regens­burg 2012), 80–81.

 

Han­na Marie Mar­ga­re­te Jursch

(24.01.1902 – 13.06.1972)

Han­na Marie Mar­ga­re­te Jursch wur­de am 24.01.1902 in Oppeln in Schle­si­en gebo­ren. Auf­grund diver­ser Umzü­ge ihrer Fami­lie besuch­te Jursch unter­schied­li­che Gym­na­si­en. Im Som­mer­se­mes­ter 1922 nahm sie ein Deutsch‑, Reli­gi­on- und Kunst­ge­schichts­stu­di­um an der Uni­ver­si­tät Jena auf. Spä­ter wech­sel­te sie zur evan­ge­li­schen Theo­lo­gie. Durch H. Lietz­mann, einem deut­schen Kir­chen­his­to­ri­ker und Theo­lo­gen, der Mit­her­aus­ge­ber des Real­le­xi­kons für Anti­ke und Chris­ten­tum war, beschäf­tig­te sie sich mit alt­christ­li­cher Kunst. Nach zwei Stu­di­en­rei­sen nach Raven­na und einem Jahr in Ber­lin unter A. von Har­nack leg­te sie 1926 ihr 1. theo­lo­gi­sches Examen an der Theo­lo­gi­schen Fakul­tät der Uni­ver­si­tät Jena ab. In der Fol­ge arbei­te­te sie als unbe­zahl­te Assis­ten­tin bei K. Heus­si am Kir­chen­his­to­ri­schen Semi­nar. Hier über­nahm sie die Ver­wal­tung der Samm­lung für Spät­an­ti­ke Kunst, die dem Archäo­lo­gi­schen Insti­tut ange­glie­dert war und dem Lehr­stuhl für Kir­chen­ge­schich­te unter­stand. Wei­te­re Stu­di­en­rei­sen führ­ten sie nach Ita­li­en, Paläs­ti­na und Ägyp­ten. Seit 1930 gab sie Lehr­ver­an­stal­tun­gen zur spät­an­ti­ken Kunst, wur­de am 01.04.1931 zur Assis­ten­tin am theo­lo­gi­schen Semi­nar beru­fen und war für die Neu­ord­nung der Biblio­thek zustän­dig. Mit einer Arbeit über „Schlei­er­ma­cher als Kir­chen­his­to­ri­ker“ erlang­te sie am 02.08.1933 ihr theo­lo­gi­sches Lizen­ti­at. Sie habi­li­tier­te als ers­te Frau an einer deut­schen theo­lo­gi­schen Fakul­tät mit der Arbeit „Das Bild des Judas Ischa­ri­ot in der alten Kir­che“ am 23.02.1934. Die­se blieb, wahr­schein­lich auf­grund gegen­läu­fi­ger Inter­pre­ta­tio­nen zum natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Bild, unver­öf­fent­licht. Am 07.04.1934 erhielt sie die Zulas­sung als Pri­vat­do­zen­tin für Kir­chen­ge­schich­te und über­nahm seit­dem die christ­lich-archäo­lo­gi­schen Ver­an­stal­tun­gen von Heus­si. Bis zum Ende des Zwei­ten Welt­kriegs blieb sie Assis­ten­tin am theo­lo­gi­schen Semi­nar. Neben den Lehr­ver­an­stal­tun­gen zur christ­li­chen Archäo­lo­gie über­nahm sie auch Ver­an­stal­tun­gen zur Kir­chen­ge­schich­te und ver­wal­te­te die Samm­lung für spät­an­ti­ke Kunst und die Biblio­the­ken des Theo­lo­gi­schen Insti­tuts. Ab dem Som­mer­se­mes­ter 1944 über­nahm sie an der Theo­lo­gi­schen Fakul­tät in Mar­burg Lehr­ver­an­stal­tun­gen zur Kir­chen­ge­schich­te und Christ­li­chen Archäo­lo­gie. Sie half, die aus­ge­bomb­ten Biblio­the­ken des Theo­lo­gi­schen Insti­tuts in Jena nach Ende des Kriegs zu ret­ten, fast alle Licht­bil­der wur­den jedoch zer­stört. Zeit­wei­se über­nahm sie zudem den Hebräisch­un­ter­richt und die alt­tes­ta­ment­li­chen Kur­se. Am 24.11. 1945 wur­de sie auf Drän­gen Heus­sis zur apl. Pro­fes­so­rin mit Lehr­auf­trag ernannt und wur­de am 12.04.1948 zur Pro­fes­so­rin mit vol­lem Lehr­auf­trag für Kir­chen­ge­schich­te und Christ­li­che Archäo­lo­gie beru­fen. Nach zahl­rei­chen christ­lich-archäo­lo­gi­schen, theo­lo­gi­schen und kunst­his­to­ri­schen Rezen­sio­nen konn­te sie ers­te Arbei­ten erst in den 1950er Jah­ren publi­zie­ren. Den Wunsch des Staats­se­kre­ta­ri­ats der DDR, dass Jursch bereits 1953 den ordent­li­chen Lehr­stuhl über­nimmt, lehn­te sie ab. Seit 1955 war sie Ver­tre­te­rin der DDR als Mit­glied der Kom­mis­si­on der deut­schen Reli­gi­ons­wis­sen­schaft­ler. Seit dem 01.05.1956 hat­te sie die Pro­fes­sur mit Lehr­stuhl und die Direk­ti­on der Samm­lung für Spät­an­ti­ke Kunst, die sie bereits seit 1952 kom­mis­sa­risch lei­te­te, inne. Am 01.09.1962 wur­de sie eme­ri­tiert, blieb aber bis zum 31.08.1964 kom­mis­sa­ri­sche Direk­to­rin der kir­chen­ge­schicht­li­chen Abtei­lung des Insti­tuts für Theo­lo­gie. Bis zum Febru­ar 1970 lei­te­te sie die Samm­lung für Spät­an­ti­ke Kunst kom­mis­sa­risch. Ab 1962 bis zu ihrem Tod war sie Vor­sit­zen­de der Gesell­schaft für Thü­rin­gi­sche Kir­chen­ge­schich­te. Sie ver­starb am 13.06.1972 in Jena. Zu ihrem Andenken wird seit 2002 von der evan­ge­li­schen Kir­che der Han­na-Jursch-Preis für Theo­lo­gie ver­lie­hen, der her­aus­ra­gen­de theo­lo­gi­sche Arbei­ten aus der Per­spek­ti­ve von Frau­en ehrt.

Han­na Marie Mar­ga­re­te Jursch hat­te ihren Schwer­punkt in der früh­christ­li­chen Iko­no­gra­phie und Iko­no­lo­gie. Sie leg­te Wert dar­auf, die früh­christ­li­che Kunst in einen Kon­text mit der Spät­an­ti­ke und der Wir­kung auf die mit­tel­al­ter­li­che Kunst zu set­zen. Ihr Leben im natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Regime und der DDR ermög­lich­ten es ihr nicht, ihre For­schung an Ori­gi­na­len und den Fund­or­ten durch­zu­füh­ren. Sie pfleg­te jedoch einen engen Aus­tausch mit deut­schen und ita­lie­ni­schen Archäolog*innen, Theolog*innen und Altertumswissenschaftler*innen.

Zugrun­de lie­gen­de Lite­ra­tur:

A. Plont­ke-Lüning, Han­na Marie Mar­ga­re­te Jursch. Kir­chen­his­to­ri­ke­rin, Christ­li­che Archäo­lo­gin, in: S. Heid – M. Den­nert (Hrsg.), Per­so­nen­le­xi­kon zur Christ­li­chen Archäo­lo­gie. For­scher und Per­sön­lich­kei­ten vom 16. bis zum 21. Jahr­hun­dert 2 (Regens­burg 2012), 695–697.

Kontakt

c/o Muse­um Herx­heim
Unte­re Haupt­stra­ße 153
76863 Herx­heim

E‑Mail: redaktion@femarc.de
Web: www.femarc.de

Bankverbindung

Fem­Arc e.V., Spar­kas­se Han­no­ver
IBAN: DE36 2505 0180 0910 2955 65
BIC: SPKHDE2HXXX

Spen­den in jeder Höhe sind wich­tig für unse­re Arbeit und will­kom­men. Ger­ne stel­len wir eine Spen­den­be­schei­ni­gung aus.

Sexualisiertes Fehlverhalten auf Grabungen und im akademischen Alltag – aus Studierendensicht

Das Netzwerk gratuliert: Katja Winger

Das Netzwerk gratuliert: Katja Winger

Autorin: Fem­Arc-Redak­ti­on, Datum: 05.05.2021

                                       

Das Netz­werk gra­tu­liert der Mit­frau Dr. Kat­ja Win­ger, die am 1. April 2021 ihre neue Stel­le als Lei­te­rin der Hein­rich-Schli­e­mann-Gedenk­stät­te in Neu­bu­kow ange­tre­ten hat. Nach einem Stu­di­um der Klas­si­schen Archäo­lo­gie und der Alten Geschich­te an der Mar­tin-Luther-Uni­ver­si­tät Hal­le-Wit­ten­berg sowie in Jena und Leip­zig pro­mo­vier­te sie 2012 an der Goe­the-Uni­ver­si­tät Frank­furt am Main in der Vor- und Früh­ge­schich­te über das The­ma „Die Aus­wer­tung der Aus­gra­bun­gen auf der Süd­um­ge­hung im Oppi­dum von Man­ching“.

Bis­her hat sie unter ande­rem für die Römisch-Ger­ma­ni­sche-Kom­mis­si­on, den Exzel­lenz­clus­ter TOPOI, das Deut­sche Archäo­lo­gi­sche Insti­tut, das Insti­tut für Prä­his­to­ri­sche Archäo­lo­gie der Frei­en Uni­ver­si­tät Ber­lin und das Hein­rich Schli­e­mann-Insti­tut der Uni­ver­si­tät Ros­tock gear­bei­tet. Zuletzt war sie über das Baye­ri­sche Lan­des­amt für Denk­mal­pfle­ge als wis­sen­schaft­li­che Mit­ar­bei­te­rin bei der Gra­bungs­fir­ma Anzen­ber­ger und Leicht für die Aus­wer­tung einer Gra­bung tätig.

Sie über­nimmt die Nach­fol­ge von Sabi­ne Tonn. Bei ihrer neu­en Auf­ga­be wünscht Fem­Arc Kat­ja Win­ger viel Erfolg.

Zei­tungs­ar­ti­kel: https://www.ostsee-zeitung.de/Mecklenburg/Bad-Doberan/Jetzt-wird-auch-ueber-Troja-Entdecker-getwittert

 

 

 

 

 

Kontakt

c/o Muse­um Herx­heim
Unte­re Haupt­stra­ße 153
76863 Herx­heim

E‑Mail: redaktion@femarc.de
Web: www.femarc.de

Bankverbindung

Fem­Arc e.V., Spar­kas­se Han­no­ver
IBAN: DE36 2505 0180 0910 2955 65
BIC: SPKHDE2HXXX

Spen­den in jeder Höhe sind wich­tig für unse­re Arbeit und will­kom­men. Ger­ne stel­len wir eine Spen­den­be­schei­ni­gung aus.