Fundstück: Gegenderte Sprache

Fundstück: Gegenderte Sprache

Fundstück: Gegenderte Sprache

Autorin: Fem­Arc-Redak­ti­on, Datum: 12.06.2020

 

„Die Nut­zung nur eines Geschlechts hat wenig bis nichts mit einer bes­se­ren Les­bar­keit zu tun! Das ist die alte Aus­re­de, die immer genutzt wird, wenn Schrei­ben­de sich nicht die Mühe machen wol­len, ein paar Buch­sta­ben mehr zu ver­wen­den. Wagen Sie den Selbst­ver­such und lesen Sie mal einen gegen­der­ten Text – Sie wer­den mer­ken, schon nach dem ers­ten Absatz klappt das mit dem „Über­le­sen“ (oder auch: „ein­fa­cher lesen“) der gegen­der­ten Berufs­be­zeich­nung bei­spiels­wei­se schon ziem­lich gut! Da muss ich wenigs­tens kei­nen lan­gen ein­lei­ten­den Text bis zu Ende lesen, um mir kurz mit­tei­len zu las­sen, dass wir ja alle mei­nen – aber das nur lei­der nicht dar­stel­len wol­len‘.“

Quel­le: Michae­la Schau­er, Manu­el Mietz, Jan Schnei­der, CIfA-Umfra­ge 2020 zu Lohn­un­ter­gren­zen in der pri­vat­wirt­schaft­li­chen Archäo­lo­gie (Arbeits­pa­pie­re CIfA Deutsch­land 2). Archäo­lo­gi­sche Infor­ma­tio­nen 43, Ear­ly View, online publi­ziert 28. April 2020, S. 8. https://dguf.de/fileadmin/AI/ArchInf-EV_Schauer-etal.pdf

Die­ses Fund­stück, das aus dem frei­en Teil einer Umfra­ge stammt, spricht Bän­de. Wohl kaum bes­ser kann beschrie­ben wer­den, war­um gegen­der­te Spra­che gar nicht so schlimm ist und die Archäo­lo­gi­schen Infor­ma­tio­nen – gen­der­tech­nisch gese­hen – hin­ter der Zeit her­hin­ken. Dan­ke an die anony­me Autorin für die­ses State­ment!

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Situation archäologisch arbeitender Frauen Mai 2020

Situation archäologisch arbeitender Frauen Mai 2020

Autorin: Fem­Arc-Redak­ti­on, Datum: 05.05.2020

 

Vor etwas mehr als 2 Mona­ten, Mit­te März 2020, wur­den in Deutsch­land im Zuge der Maß­nah­men, die zur Ver­lang­sa­mung der Aus­brei­tung des Coro­na­vi­rus Sars-CoV‑2 und der Krank­heit Covid-19 getrof­fen wur­den, umfang­rei­che Kon­takt­be­schrän­kun­gen ein­ge­führt. Es wur­den Kin­der­gär­ten, Schu­len und Uni­ver­si­tä­ten geschlos­sen, Biblio­the­ken und Muse­en waren nicht mehr zugäng­lich, und es wur­de, wo mög­lich, Arbeit von zu Hau­se bzw. „home office“ emp­foh­len. Vie­le Berei­che des kul­tu­rel­len Lebens haben sich ins Vir­tu­el­le ver­la­gert – so auch z.B. Ange­bo­te von Muse­en und Biblio­the­ken. Uni­ver­si­tä­re Leh­re fin­det im aktu­el­len Som­mer­se­mes­ter v.a. im digi­ta­len Raum statt. Tagun­gen und Kon­fe­ren­zen wer­den abge­sagt oder eben­falls vir­tu­ell abge­hal­ten. Kurz­um, die Maß­nah­men zur Ver­lang­sa­mung der Aus­brei­tung des Coro­na­vi­rus Sars-CoV‑2 und der Krank­heit Covid-19 betref­fen zum einen vie­le Tätig­keits­be­rei­che von Archäolog*innen, zum ande­ren haben sich die Rah­men­be­din­gun­gen für archäo­lo­gi­sche Arbeit und der All­tag für die in der Archäo­lo­gie Täti­gen stark ver­än­dert.

Um die­se Ver­än­de­run­gen und die Aus­wir­kun­gen auf die Mit­frau­en zu doku­men­tie­ren, haben wir über die Fem­Arc-Mai­ling­lis­te dar­um gebe­ten, auf einer vir­tu­el­len Pinn­wand auf Flinga.fi Kom­men­ta­re zur aktu­el­len Situa­ti­on zu hin­ter­las­sen. Ins­ge­samt sind hier 24 Kom­men­ta­re ein­ge­gan­gen: Die­se kön­nen im ver­link­ten Screen­shot auf der Pinn­wand ein­ge­se­hen wer­den.

Zur bes­se­ren Les­bar­keit sind die­se im Fol­gen­den aber auch noch ein­mal abge­tippt:

„Mir fehlt der täg­li­che wiss. Aus­tausch über Lite­ra­tur, Vor­trä­ge, neue Fun­de – wis­sen­schaft­li­che Ein­sam­keit pur.“

„Einer­seits fehlt mir der per­sön­li­che wis­sen­schaft­li­che Aus­tausch (im Insti­tut, durch Kon­fe­ren­zen etc.), ande­rer­seits durch die vie­len digi­ta­len Ange­bo­te kann ich Vor­trä­ge wahr­neh­men, die ich sonst nie hören wür­de.“

„Das Team ist im Home­of­fice, immer nur eine*r im Büro: Ohne per­sön­li­che Begeg­nung ist Kom­mu­ni­ka­ti­on viel umständ­li­cher und anfäl­li­ger für Miss­ver­ständ­nis­se. Wir haben uns extra Aus­tausch­run­den ein­ge­baut, in denen auch Per­sön­li­ches erzählt wird. Trotz­dem ver­mis­sen wir den Kon­takt.“

„Mei­ne Kolleg*innen taten sich schwer mit vir­tu­el­len Dienst­be­spre­chun­gen – Fol­ge: abge­schnit­ten vom Pro­jekt­team, jede*r arbei­tet für sich, bekommt im Home-Office nichts mehr mit.“

„Beruf­li­che Kon­tak­te wur­den in den ers­ten Wochen per­sön­li­cher, wir haben am Tele­fon auch mal jen­seits des Dienst­li­chen gequatscht.“

„Home­Of­fice will gelernt sein – ohne ver­stärk­te Kom­mu­ni­ka­ti­on geht das nicht. Und schon gar nicht mit unbe­treu­ten Kin­dern (unter 12 J.).“

„Home Office und Home Schoo­ling mit­ein­an­der zu kom­bi­nie­ren ist gar nicht so leicht.“

„Wir schlep­pen uns durch die 10. Woche ohne Kita. Home­of­fice wür­de theo­re­tisch funk­tio­nie­ren, aber wenn die Kin­der zu Hau­se sind, kann immer nur ein Eltern­teil mehr oder weni­ger effek­tiv arbei­ten.“

„Jeden Tag für die Fami­lie eine Mahl­zeit kochen, ist frau gar nicht mehr gewöhnt – wie war das in der Vor­ge­schich­te? Ich kann sehr gut nach­voll­zie­hen, wenn es immer wie­der den glei­chen Ein­topf gab.“

„Auf vir­tu­el­le Muse­ums­füh­run­gen habe ich echt kein Bock momen­tan – gestress­ten Kolleg*innen bei der Arbeit zuse­hen? wo sind gera­de deren Kin­der?“

„Als Gra­bungs­lei­te­rin habe ich ein­fach wei­ter­ge­ar­bei­tet. Das größ­te Pro­blem ist der Trans­port der Gra­bungs­mann­schaft, da nun mehr Fahr­zeu­ge zur Ver­fü­gung gestellt wer­den müs­sen. Hin­sicht­lich mei­ner 10-jäh­ri­gen Toch­ter ist der Spa­gat zwi­schen Home­schoo­ling und Arbeit kräf­te­zeh­rend. Die man­geln­de Per­spek­ti­ve ist zer­mür­bend.“

„Mein befris­te­ter Voll­zeit­ver­trag bis Okt. wur­de auf mei­nen Vor­schlag hin hal­biert – so habe ich jetzt einen befris­ten Teil­zeit­ver­trag bis Feb. 2021. Weni­ger Geld, aber auch ein paar Mona­te weni­ger finan­zi­el­le Sor­gen. Die zuge­hö­ri­ge vor­zu­be­rei­ten­de Aus­stel­lung wur­de im März gleich nach dem Shut­down auf 2022 (statt 2021) ver­scho­ben. Klar arbei­te ich auch ganz­tags, wenn ein­zel­ne Fris­ten es erfor­dern.“

„Als Frei­be­ruf­le­rin fal­len mir Auf­trä­ge weg. Staat­li­che Hil­fen sind, trotz voll­mun­di­ger Ankün­di­gun­gen, schwer zu errei­chen. Das frus­triert, finan­zi­el­le Sor­gen blo­ckie­ren die jetzt eigent­lich beson­ders gefrag­te Krea­ti­vi­tät.“

„Als Frei­be­ruf­le­rin mit Man­gel an Auf­trä­gen habe ich jetzt end­lich Zeit, ehren­amt­li­che Pro­jek­te vor­an­zu­trei­ben, die lan­ge lie­gen­ge­blie­ben waren.“

„Die Biblio­theks­si­tua­ti­on ist t.w. sehr belas­tend (v.a. für die Ein­sicht von Mono­gra­phien), ande­rer­seits wur­den vie­le digi­ta­le Zugän­ge mög­lich gemacht. So konn­te ich in der Coro­na-Zeit ein­fa­cher an Arti­kel her­an­kom­men, die ich sonst in ver­schie­de­nen Biblio­the­ken hät­te müh­sam zusam­men­su­chen müs­sen.“

„Als Studentin/gerade am Ver­fas­sen mei­ner Abschluss­ar­beit fehlt mir beson­ders der unein­ge­schränk­te Biblio­theks­zu­gang und das infor­mel­le Netz­werk am Insti­tut. Die Zusam­men­ar­beit mit mei­nem Betreu­er funk­tio­niert gut, Pro­jek­te lau­fen auch wei­ter, die Mög­lich­keit im Som­mer archäo­lo­gisch zu gra­ben ist teil­wei­se weg­ge­fal­len, bzw ein­ge­schränkt mög­lich. Zum Glück ver­fü­ge ich über gute tech­ni­sche Aus­stat­tung (Monitor/Laptop), die das Arbei­ten erleich­tern.“

„Die Biblio­the­ken und Archi­ve wur­den von einem Tag auf den ande­ren geschlos­sen. Für mein Aus­stel­lungs­pro­jekt (geplan­te Fer­tig­stel­lung Ende Juni) bedeu­te­te das Ein­schrän­kung der Recher­che­mög­lich­kei­ten. Mein Arbeits­ver­trag kann wg. aus­lau­fen­der Dritt­mit­tel aber nicht ver­län­gert wer­den. Also wer­de ich im Juli unbe­zahlt das Pro­jekt zu Ende brin­gen.“

„Leh­re an der Uni: Eini­ge Stu­die­ren­de berich­ten von einer digi­ta­len ‚Erschöp­fung‘. Jeden Tag auf den Moni­tor bli­cken, macht wohl mür­be.“

„Digi­ta­le Leh­re hat Vor- und Nach­tei­le. Eini­ge fin­den VL & SE (bei­des als Video mit Audio­text) sehr gut, da sie so immer zurück­spu­len und sich bestimm­te Inhal­te noch­mal anhö­ren und ver­tie­fen kön­nen. Vie­le füh­len aber kei­nen Zwang, sich Woche für Woche mit den Inhal­ten dann aus­ein­an­der­zu­set­zen. Etwa 1/3 der Stu­die­ren­den lädt der­zeit die Sachen nicht run­ter.“

„Für mich ist der Auf­wand für digi­ta­le LV wesent­lich höher, wofür es kei­ne offi­zi­el­len Ent­las­tun­gen bis­her gibt. Auf­grund der Nicht­ver­gü­tung (unbe­zahl­ter Lehr­auf­trag) ist die Moti­va­ti­on natür­lich nicht immer so hoch.“

„Im Semi­nar: Grup­pen­ar­beit klappt, trotz der poten­zi­el­len Fle­xi­bi­li­tät, mal mehr und mal weni­ger gut. Durch den aus­schließ­lich digi­ta­len Kon­takt auch der Stu­die­ren­den haben eini­ge Pro­ble­me, ihre Grup­pen­mit­glie­der zu errei­chen. Somit bleibt die Arbeit t.w. wie­der nur an den Flei­ßi­gen hän­gen.“

„Digi­ta­les Som­mer­se­mes­ter 2020: Per­sön­li­cher Kon­takt zu Stu­die­ren­den fehlt. Läuft tech­nisch und inhalt­lich aber erstaun­lich gut.“

„Befris­tet ange­stellt, bleibt nichts anders übrig, als das gefor­der­te Lehr­de­pu­tat in die­sem Semes­ter zu erbrin­gen, auch wenn es viel mehr Auf­wand ist als in einem ‚nor­ma­len‘ Semes­ter. Ich kann die Leh­re nicht – wie unbe­fris­tet ange­stell­te Kolleg*innen – im kom­men­den Semes­ter nach­ho­len.“

„Prak­tisch alle Tagun­gen fal­len die­ses Jahr aus. Die Kon­tak­te und der wis­sen­schaft­li­che Input dadurch feh­len. Dafür ist nun Zeit für Publi­ka­tio­nen. Die Arbeit dar­an ist eine ange­neh­me Abwechs­lung, die ich mir auch gön­ne, um das unge­lieb­te Home­of­fice zu über­ste­hen.“

 

Nach­trag: Nach dem 30.5. wur­de noch ein wei­te­rer Ein­trag auf der Pinn­wand hin­zu­ge­fügt

„Nach sechs Jah­ren, die ich dar­an saß, habe ich wäh­rend des Lock­downs ENDLICH mei­ne Dis­ser­ta­ti­on abge­schlos­sen und sie letz­te Woche digi­tal ein­ge­reicht.“

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Neue Redaktion – Was haben wir vor, was wollt Ihr lesen?

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Autorin: Fem­Arc-Redak­ti­on, Datum: 26.04.2020

 

Lie­be Lese­rin­nen und Leser, lie­be Mit­frau­en,

 viel­leicht habt Ihr es im Pro­to­koll des Netz­werktref­fen Anfang März in Kiel gele­sen: Zwei von drei Kol­le­gin­nen, die bis­lang den Blog inhalt­lich koor­di­niert haben, sind aus­ge­schie­den. Des­halb haben Cla­ra Schal­ler und Jana Fries es über­nom­men, zusam­men mit dem ver­blei­ben­den Mit­glied Kers­tin Kowa­rik den Blog des Netz­wer­kes zu betreu­en.

Wir haben uns bespro­chen, was wir uns für den Blog wün­schen und was uns leist­bar erscheint, sie­he unten. Wir wür­den uns aber vor allem freu­en, wenn es aus dem Kreis der Leser*innen Anre­gun­gen gäbe, was hier gepos­tet wer­den soll, wen wir wegen eines Bei­tra­ges anspre­chen könn­ten, wel­che The­men für Euch von Inter­es­se wären. The­men­wün­sche sind uns am liebs­ten, wenn sie gleich mit einem Vor­schlag für ein*en Autor*in ein­her­ge­hen.

Vor­schlä­ge und Anre­gun­gen schickt bit­te an fol­gen­de Adres­se: redaktion@femarc.de

Hier schon ein­mal unse­re bis­he­ri­gen Ideen, lasst uns gern wis­sen, was Ihr davon hal­tet:

Bei­trä­ge zu ein­zel­nen Archäo­lo­gin­nen, gern zu deren Geburts­tag oder Todes­tag. Wen hal­tet Ihr hier für beson­ders loh­nens­wert, ob bekann­te oder eher unbe­kannt For­sche­rin? Wen wür­det Ihr ger­ne durch einen Ein­trag geehrt sehen oder über wen wür­det Ihr gern mehr erfah­ren? Habt Ihr eine inter­es­san­te Archäo­lo­gin ent­deckt, über die noch nicht viel bekannt ist oder die für bestimm­te Fra­gen exem­pla­risch sein kann?

Nütz­lich scheint uns eine – über­schau­ba­re – Lis­te mit Grund­la­gen­li­te­ra­tur. Geschlech­ter­the­men in der Archäo­lo­gie sind kom­plex, es ist nicht ganz ein­fach, hier einen Ein­stieg zu fin­den. Da wäre eine Lis­te gut les­ba­rer Publi­ka­tio­nen, die das wich­tigs­te ver­ständ­lich ver­mit­telt, nütz­lich.

Ein ande­rer Wunsch reicht aus unse­rer Sicht für eine gan­ze Bei­trags­se­rie aus: Die Ideen, Zie­le und Grund­an­nah­men hin­ter dem Netz­werk und der archäo­lo­gi­schen Geschlech­ter­for­schung sol­len in les­ba­ren Abschnit­ten dar­ge­stellt wer­den. Hier könn­te u.a. das geplan­te Tref­fen des Netz­wer­kes zur Stand­ort­be­stim­mung im Okto­ber wich­tig wer­den, denn dort wol­len wir ja noch­mals grund­sätz­lich nach­den­ken, was unse­re gemein­sa­men Zie­le, Über­zeu­gun­gen und Metho­den sind.

Und schließ­lich sol­len die Akti­vi­tä­ten und Ergeb­nis­se von zwei Grup­pen zum The­ma sexu­el­ler Beläs­ti­gung auf Gra­bun­gen vor­ge­stellt wer­den.

Wir freu­en uns auf Eure Anre­gun­gen

Die Blog-Redak­ti­on 

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Europeana: Frauen in der Geschichte

Europeana: Frauen in der Geschichte

Autorin: Gise­la Schul­te-Dorn­berg, Datum: 06.04.2020

 

Schön zum Stö­bern: Aus­stel­lun­gen und High­lights zu Frau­en in der Geschich­te bei Euro­pea­na

https://www.europeana.eu/de/womens-history 

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2020 Kiel: Bericht zum Arbeitswochenende in Kiel

Bericht zum Arbeitswochenende in Kiel

Autorin­nen: Cla­ra Schal­ler und Julia Hoch­hol­zer, Datum: 27.03.2020

 

Pas­send zum Inter­na­tio­na­len Frau­en­tag am 8.3.2020 tra­fen sich Mit­frau­en des Fem­Arc – Netz­werk archäo­lo­gisch arbei­ten­der Frau­en e.V. gemein­sam mit inter­es­sier­ten Frau­en zu einem Arbeits­wo­chen­en­de in Kiel.

Die ers­ten Mit­frau­en und Gäs­tin­nen fan­den sich bereits am Frei­tag, den 6.3, zu einem gemein­sa­men Abend­essen und Come Tog­e­ther ein. Der Sams­tag begann in der Medi­zin- und Phar­ma­zie­his­to­ri­schen Samm­lung der Uni­ver­si­tät Kiel. Dabei wur­de die Grup­pe von der Muse­ums­lei­te­rin Eva Fuhry durch die Son­der­aus­stel­lung „Wer­te statt Wor­te? Zur Ent­wick­lung der medi­zi­ni­schen Dia­gnos­tik“ geführt. Die Aus­stel­lung zeigt anhand medi­zi­ni­scher Gerä­te und Gegen­stän­de, wie sich die Dia­gnos­tik und dabei auch der Umgang mit Patient*innen im Lauf der Zeit gewan­delt hat. Kaum ver­än­dert zu heu­te haben sich die Expo­na­te im ers­ten Stock des Gebäu­des. Dort kann man in der Dau­er­aus­stel­lung zwei Apo­the­ken und deren Ein­rich­tun­gen genau­er unter die Lupe neh­men. Sehr inter­es­sant war dabei, die Arbeits­räu­me und die Tätig­kei­ten eines*einer Apotheker*in erklärt zu bekom­men.

Nach­mit­tags fand das Tref­fen der Edi­ti­ons­frau­en statt. Hier wur­den über die drei noch in die­sem Jahr erschei­nen­den bzw. in Druck gehen­den Bän­de der Fem­Arc-Rei­he „Frau­en – For­schung – Archäo­lo­gie“ gespro­chen und zukünf­ti­ge Bän­de geplant.

Im Rah­men des Inter­na­tio­na­len Frau­en­tags brach­te arte einen Bei­trag zu „Geschlech­ter­kon­flikt – Frau­en­bil­der der Geschich­te“, der am Sams­tag zum ers­ten Mal aus­ge­strahlt wur­de. Da Julia K. Koch dazu inter­viewt wor­den war, wur­de als Abend­pro­gramm gemein­sam der Bei­trag ange­schaut. Nach­dem danach sehr leb­haft über die Umset­zung des The­mas und die ent­spre­chen­den Sequen­zen im Bei­trag dis­ku­tiert wor­den war, traf man sich zu einem gemein­sa­men Abend­essen.

Am Sonn­tag, den 8.3., fand schließ­lich die Mit­frau­en­ver­samm­lung statt, die Julia K. Koch lei­te­te. Nach einem Bericht über die Finan­zen und der Ent­las­tung des Vor­stan­des folg­te ein Bericht aus der Blog­re­dak­ti­on. Die Edi­ti­ons­frau­en und die Orga­ni­sa­to­rin­nen des Work­shops zur Zukunfts­dis­kus­si­on berich­te­ten über die Ergeb­nis­se der jewei­li­gen Sit­zun­gen am Sams­tag und stell­ten die­se zur Dis­kus­si­on. Vor­ge­stellt und dis­ku­tiert wur­de auch der netz­werk­in­ter­ne Work­shop zur Stand­ort­be­stim­mung und Stra­te­gie­pla­nung von Fem­Arc vom 2. bis 4. Okto­ber 2020 in Nürn­berg, der von Jana Fries, Doris Guts­miedl-Schüm­ann und Michae­la Helm­brecht orga­ni­siert wird. Zudem wur­de „Geschlecht macht Arbeit!“ als das The­ma der Jubi­lä­ums­ta­gung in Linz im Okto­ber 2021 beschlos­sen. Bei der Wahl der Edi­ti­ons­frau­en wur­den die bis­he­ri­gen Edi­tio­nä­rin­nen bestä­tigt, neu dazu kommt Kat­ja Win­ger.

Aus­führ­lich und lan­ge wur­den die Ergeb­nis­se der Umfra­ge zu sexu­el­ler Beläs­ti­gung in der Archäo­lo­gie von Mit­frau Sarah Gon­scho­rek bespro­chen. Dabei wur­de von vie­len Sei­ten der durch­aus drin­gen­de Hand­lungs­be­darf zu die­sem The­ma betont und schließ­lich mit eini­gen Lösungs­vor­schlä­gen behan­delt. Romy Plath und Ricar­da Liedt­ke, zwei Stu­den­tin­nen der Uni Kiel, stell­ten dabei eine Inter­net­sei­te des DASV vor, wo sich Betrof­fe­ne anonym mel­den kön­nen.

Nach einer kur­zen Dis­kus­si­on über die Wahr­neh­mung von Fem­Arc in Euro­pa und über mög­li­che Wer­be­maß­nah­men auf Tagun­gen und Kon­fe­ren­zen in die­sem Jahr schlug Doris Guts­miedl-Schüm­ann zuletzt auch vor, einen Fem­Arc-Preis für Abschluss­ar­bei­ten im Gebiet der archäo­lo­gi­schen Geschlech­ter­for­schung ein­zu­rich­ten.

Am frü­hen Nach­mit­tag mach­ten sich die Mit­frau­en mit reich­lich Pro­vi­ant und Ideen für das kom­men­de Jahr auf den Heim­weg.

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Geschlechterkonflikte in der Vorgeschichte

Geschlechterkonflikte in der Vorgeschichte

Autorin­nen: Michae­la Helm­brecht und Julia K. Koch, Datum: 19.03.2020

 

Das Bild der Archäo­lo­gie und der in der Archäo­lo­gie Täti­gen wird in der deutsch­spra­chi­gen Öffent­lich­keit auch wesent­lich von TV-For­ma­ten wie Terra‑X mit­be­stimmt. Daher ist es erfreu­lich, dass die ZDF-Redak­ti­on auf das The­ma Gen­der auf­merk­sam gewor­den ist. Fem­Arc-Mit­frau Julia K. Koch hat sich der Auf­ga­be gestellt, für eine Fern­seh­do­ku­men­ta­ti­on zum The­ma Rede und Ant­wort zu ste­hen. Der Bogen wird gezo­gen von dem Jagd­ver­hal­ten alt­stein­zeit­li­cher Grup­pen über die Unter­ord­nung der Frau­en in der Bron­ze­zeit bis hin zu der Wikin­ger­krie­ge­rin aus Bir­ka, in dem noch wei­te­re Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen zur Spra­che kom­men. Ins­ge­samt wird die Viel­falt an archäo­lo­gi­schen Metho­den und Inter­pre­ta­tio­nen gezeigt, die mit dem Per­spek­tiv­wech­sel in der aktu­el­len For­schung ein­her­geht. Die etwa ein­stün­di­ge Sen­dung, die am 07.03.2020 auf arte aus­ge­strahlt wur­de und im Juni dann im ZDF in der Rei­he Ter­ra X zu sehen sein wird, trägt den Titel „Geschlech­ter­kon­flikt – Frau­en­bil­der der Geschich­te“. Sie kann hier abge­ru­fen wer­den (bis zum 5. April 2020):

https://www.arte.tv/de/videos/086935–000‑A/geschlechterkonflikt-frauenbilder-der-geschichte/

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